Niemand soll alleine sein

Natalia Shapovalova - Uelzen, 05. Dezember 2017

Siegfried Kowall mit Johanniter-Pflegedienstleitung Ines Stief. Bildnachweis: Natalia Shapovalova / Johanniter.

Jeden Tag geht Siegfried Kowall in die Johanniter-Tagespflege am Königsberg in Uelzen. Mittlerweile ist die Einrichtung der christlichen Hilfsorganisation für den 76-jährigen Senior zum zweiten Zuhause geworden. Denn er ist seit dem 1. Januar 2013 dabei und gehört zu den Gästen der ersten Stunde. Am vergangenen Samstag feierte Siegfried Kowall mit weiteren 25 Tagespflege-Gästen und ihren Angehörigen sowie acht Johanniter-Mitarbeitern das fünfjährige Bestehen der Tagespflege.

Im Holdenstedter Hof in Uelzen ging es für alle weihnachtlich zu. In einem schönen Ambiente kamen die Senioren und andere Gäste in den Genuss, hausgemachte Weihnachtsgerichte zu verkosten – eine würzige Hochzeitssuppe, krosse Bauernente mit Apfelrotkohl und hausgemachte Kartoffelklöße sowie ein leckeres Dessert. Der eingeladene Posaunenchor sorgte mit seiner Musik für besonders ergreifende Momente an diesem Nachmittag. Bei den Liedern aus der Vergangenheit kullerten bei den Senioren Tränen und die Johanniter-Mitarbeiterinnen eilten zu ihren Gästen, um sie in den Arm zu nehmen. Doch das ist keine Ausnahme, die Herzlichkeit gehört zu dem Alltag in der Tagespflege dazu. „Menschlichkeit, Liebe und Vertrauen sind sehr wichtig in unserer Arbeit. Und unsere Gäste spüren das und geben uns jeden Tag Rückmeldung, dass sie deswegen gerne bei uns sind“, betont Ines Stief, Johanniter-Pflegedienstleitung. „Wir reden viel miteinander, nehmen uns in den Arm, wenn jemand traurig ist oder das braucht. Wir sind einfach füreinander da.“

Genau aus diesem Grund geht Siegfried Kowall so gerne in die Tagespflege. Der Senior lebt noch in seinen eigenen vier Wänden am Königsberg und hofft, dass er das Angebot der Johanniter noch lange in Anspruch nehmen kann. „Hier bin ich nicht allein“, erzählt der 76-Jährige und seine stahlblauen Augen leuchten vor Wärme und Dankbarkeit. „Wir spielen viel, wie zum Beispiel ‚Mensch ärger dich nicht‘ oder ‚Kniffel‘, malen und lesen Zeitschriften.“

Sei es Gedächtnistraining, Basteln, Rätsel lösen oder Sinnesübungen – mit ihrem Angebot tragen die Johanniter jeden Tag dazu bei, das Wohlbefinden der Tagespflege-Gäste zu verbessern. „Wenn die Senioren alleine in der Wohnung sind, dann gucken sie meistens fern, ihre Mobilität nimmt stark ab“, betont Ines Stief. „Wenn sie zu uns kommen, dann haben sie Menschen um sie herum, können sich mit ihnen austauschen oder etwas unternehmen. Auch der allgemeine Zustand der Senioren verbessert sich meist, sie werden mobiler, selbstständiger und können bei uns sogar etwas Neues dazu lernen, wie zum Beispiel eine 96-jährige Seniorin, die bei uns in der Tagespflege zum ersten Mal Bingo gespielt hat.“

Doch was macht noch die Johanniter-Tagespflege aus? Natürlich das Team, die Mitarbeiter, die Hand in Hand arbeiten und sich untereinander helfen, die flexibel und spontan sind. Ines Stief kämpfte bei ihrer Ansprache mit den Tränen, so dankbar, glücklich und stolz sie auf ihr Team ist. „Diese fünf Jahre waren eine sehr bewegende Zeit, wir haben sowohl schwierige als auch sehr schöne Momente zusammen erlebt. Unser Team ist einfach toll, ihr seid toll – ich danke euch dafür.“

Doch bevor es für alle wieder nach Hause ging, wurde es noch mal rhythmisch und laut bei der Feier der Tagespflege, denn die Linedance-Gruppe aus dem Treff Am KÖ gab ihr Bestes zu Country- und Popmusik und brachte die Senioren zum Klatschen.

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