Erste-Hilfe-Wettkampf: Sieg für Teams aus Lübeck, Kiel und Schwarzenbek

Hamburg, 26. September 2016

Fünf Mal Gold für Schleswig-Holstein: Die Johanniter-Teams sind beste Retter des Nordens und nehmen am Bundeswettkampf 2017 teil

Das Team A1 des RV Harburg beim Praxistest

Die Sieger des Johanniter-Landeswettkampfs Nord stehen fest: Am Ende eines langen Wettkampftages triumphierten fünf Mannschaften aus Lübeck, Kiel und Schwarzenbek. Rund 250 Retter der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. aus ganz Norddeutschland haben am Samstag, 24. September 2016 in der Inselparkhalle und im Inselpark in Hamburg-Wilhelmsburg um die Wette gerettet, in fiktiven Fallbeispielen professionell Wunden versorgt und die Herz-Lungen-Wiederbelebung demonstriert. Insgesamt 34 Teams in fünf Alters- und Leistungsklassen sind angetreten. Erstmals offiziell dabei: die kleinsten Ersthelfer zwischen vier und sechs Jahren aus den Johanniter-Kitas, die nicht nur wie die großen Profis aus dem Rettungsdienst schon genau wissen, wie man im Notfall richtig handelt, sondern auch zeigten, dass trösten fast genauso wichtig ist wie Pflasterkleben. Der Landeswettkampf stand unter der Schirmherrschaft von Hamburgs Erstem Bürgermeister, Olaf Scholz. Staatsrat Bernd Krösser aus der Behörde für Inneres und Sport eröffnete die Veranstaltung.

Bei den Profirettern in der Kategorie S der Rettungsassistenten und -sanitäter ab 16 Jahren gab es einen Doppelsieg für den Rettungsdienst Lübeck: Die Mannschaften des Ortsverbands Lübeck belegten die Plätze 1 und 2 vor dem Team aus Eutin. Insgesamt fünf Mannschaften waren in der höchsten Kategorie angetreten. Der praktische Test, den die Mannschaften bestehen mussten, stellte größte Anforderungen an das Fachwissen der Retter: Im authentischen Fallbeispiel mussten sie eine Schusswunde fachgerecht versorgen, die die Schminker der Realistischen Unfalldarstellung täuschend echt dargestellt hatten.

Siegreich in der Kategorie A der Sanitätshelfer über 16 Jahre waren ebenfalls die ehrenamtlichen Retter aus Lübeck. Auf dem zweiten und dritten Platz folgten die Mannschaften aus Stormarn und dem Landkreis Harburg. In ihrem Praxistest mussten sich die Teams unter anderem mit einer Wirbelsäulenverletzung nach einem fiktiven Sturz im Hochseilgarten auseinandersetzen. Insgesamt acht Mannschaften zeigten in dieser Kategorie ihr Können.

Auch in der Kategorie B der Ersthelfer und Schulsanitäter zwischen zwölf und 18 Jahren bewiesen die jungen Lübecker ihr hohes Ausbildungsniveau mit einem Doppelsieg und verwiesen die Mannschaft des Schulsanitätsdienstes Stormarnschule aus Ahrensburg auf den Bronzerang. Die jungen Retter mussten sich gegen insgesamt acht Mannschaften durchsetzen und überzeugten die Schiedsrichter unter anderem mit ihrer guten Leistung bei der Versorgung eines Hundebisses.

Einen Platz ganz oben auf dem Siegerpodest hat sich die Mannschaft aus Kiel in der Kategorie C der kleinen "Ersthelfer von morgen" erarbeitet. In dieser Kategorie traten die sechs- bis elfjährigen Ersthelfer an. Auf den Plätzen zwei und drei folgten die Lübecker "Blaulichtzwerge" und die Hortkinder aus der Johanniter-Kita Bumerang aus Neubrandenburg. Routiniert wie die Profis versorgten die Grundschüler Schürfwunden und eine Fraktur und bewiesen ihre Fantasie im Kreativitätstest.

Am lautesten jubelten in der Kategorie D der Kita-Kinder zwischen vier und sechs Jahren die kleinsten Helfer aus der Johanniter-Kita Traumland aus Schwarzenbek: Sie freuten sich über ihren Siegerpokal. Auf den Plätzen zwei und drei jubelten die Kinder aus den Johanniter-Kitas Pavillon, ebenfalls Schwarzenbek, und Zwergenwache aus Glinde. Die kleinen "Blaulichtzwerge" gewannen auch die Herzen der zahlreichen Zuschauer. Bei ihrem kindgerechten Fallbeispiel, einem Unfall mit einem Fußball, zeigten die insgesamt sechs Mannschaften, dass sie ihr Erste Hilfe Wissen professionell anwenden konnten.

Für täuschend echte Wunden hatte das Team der Realistischen Unfalldarstellung im Vorfeld tief in die Theatertrickkiste gegriffen und mit viel Schminke und Kunstblut die 29 Verletztendarsteller für ihre fiktiven Rollen präpariert. Neben den Praxistests mussten die Teilnehmer in einem schriftlichen Test auch ihr theoretisches Wissen beweisen. Über Hindernisse, Treppen, durch ein Fenster und über eine Wippe ging es beim Trageparcours - auf Zeit und mit einer mit Wasser gefüllten Schale, die vorsichtig balanciert werden musste. Die Helfer aus Sanitäts- und Rettungsdienst zeigten außerdem die Herz-Lungen-Wiederbelebung anhand einer Übungspuppe.

"Mit ihren guten Leistungen beim Landeswettkampf der ersten Hilfe haben unsere Helfer ihre Einsatzfähigkeit eindrucksvoll bewiesen. Nicht nur die erwachsenen Profis haben ein hohes Leistungsniveau gezeigt, vor allem der Retter-Nachwuchs hat auf hohem fachlichen Niveau alle Aufgaben gelöst. Darauf sind wir besonders stolz", sagt Sandra Zitzer, Mitglied im Landesvorstand Nord. "Alle Teams haben im sportlichen Wettkampf viel Teamgeist und Motivation gezeigt."

Die Johanniter veranstalten alle zwei Jahre im Landesverband Nord ihren Landeswettkampf, zuletzt 2014 in Schwerin. Die Siegermannschaften der Kategorien S, A, B und C vertreten den Landesverband beim Bundeswettkampf 2017 in Koblenz. Bei der Kategorie D der "Blaulichtzwerge" handelt es sich um eine landesverbandsinterne Kategorie.

 

Hier gibt es alle Ergebnisse zum Landeswettkampf und eine Fotogalerie.

Impressionen vom Landeswettkampf 2016