Großübung "Herbststurm"

Winsen, 04. November 2007

Insgesamt 1100 Hilfskräfte von Sanitätsorganisationen über THW, Polizei und Feuerwehren bis hin zu Einheiten der Bundeswehr waren eingebunden, darunter auch die Harburger Johanniter mit ihrem gesamten Katastrophenschutz-Einsatzzug (Sanitäts-, Betreuungs- und Verpflegungsgruppe sowie dem Trupp Technik und Sicherheit).

Über zwei Tage dauerte der Orkan, der Bäume entwurzelte, ein Schulgebäude in Buchholz und ein Krankenhaus in Salzhausen zerstörte, und an den Deichabschnitten des Landkreises größte Schäden verursachte, so die Übungsaufgaben der Übungsleitung.

Zunächst ging es mit kleinen Einsätzen los: Auf einer Nebenstraße bei Thieshope durchbohrte eine herunterbrechende Tanne ein Auto von der Windschutz- bis zur Heckscheibe. Zum Glück waren die beiden Insassen nur leicht verletzt. Aufhorchen ließ die Helfer danach die Meldung des Zusammenstoßes eines Güterzuges mit einem Personenzug im Bahnhof Buchholz, aber auch da wurden nur zwei Rangierer verletzt. Wegen Gefahrgut-Bergung waren aber viele Feuerwehrkräfte hier gebunden.

Gegen 11 Uhr wurden Züge des Technischen Hilfswerks (THW), der Feuerwehren und die Einsatzzüge von Johannitern und Rotem Kreuz nach Buchholz in Gang gesetzt. Dort war das alte Gymnasium durch eine Windhose schwer beschädigt und zahlreiche Schüler und Lehrer verletzt und durch Berge herunterfallenden Schutts in den Klassenzimmern eingeschlossen worden. Zudem brach ein Brand aus.

Feuerwehrmänner und THW-Helfer retteten nach und nach die Verletzten aus dem Gefahrenbereich und übergaben sie an die Sanitätskräfte, die schnell in den benachbarten Schulhallen Behandlungsplätze zur weiteren Ersten Hilfe eingerichtet hatten.

In der Feuerwehrtechnischen Zentrale Hittfeld hatten sich unterdessen die Mobilküchen-Helfer der Johanniter, von Rotem Kreuz und Feuerwehr daran gemacht, 700 Portionen Essen zu kochen und samt Getränken bereit zu stellen, später zum Abendbrot 550 Portionen. Am zweiten Übungstage bereitete der Betreuungszug am Feuerwehr-Gerätehaus Laßrönne noch einmal über 200 Portionen Mittagessen für die Helferinnen und Helfer.

Gegen 17 Uhr heulten in Salzhausen die Sirenen: Das kleine örtliche Krankenhaus war von einer Orkanbö beschädigt worden, in der Folge fiel in einem Gebäudeteil durch Regenwassereinbruch der Strom aus. Dies bedeutete, dass sämtliche Patienten, durch Mimen dargestellt, evakuiert werden mussten.

In dem örtlichen Gerätehaus wurde von Rotem Kreuz und Johannitern eine Unterkunft eingerichtet und die Kranken dort aufgenommen und betreut. Der zweite Übungstag brachte für die Johanniter die Bereitstellung für die Deichverteidigung beim THW in Stelle.

Von der JUH-Sanitätsgruppe wurde in Laßrönne auf dem Sportplatz ein Verbandplatz aufgebaut und eingerichtet. Am frühen Nachmittag endete die Übung "Herbststurm". "Übungen sind dazu da, um zu lernen", hatte Landrat Bordt gesagt, und so wird es nun eine umfangreiche Nachbearbeitung und Manöverkritik geben. Eines lässt sich aber schon jetzt sagen: Der Ablauf und die Hilfe haben gut funktioniert, auch Dank enorm vieler Helferinnen und Helfer, die sich laufend ehrenamtlich engagieren.

FOTOSTRECKEN:

 

  • Stabsarbeit und Führung
  • PKW-Unfall
  • Schule in Buchholz zerstört
  • Krankenhaus Salzhausen schwer beschädigt
  • Sanitäts-Konvoi
  • Verpflegungstrupp im Einsatz

Pressestelle: Aleksandra Doneva

Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.
Regionalverband Harburg
Am Saal 2
21217 Seevetal