Johanniter geben Tipps bei kalten Temperaturen

Lkr. Harburg, 16. Dezember 2014

Eisige Kälte im Winter wird oft unterschätzt

Fotos: Johanniter/Tobias Eilers

Kälte ist nicht nur unangenehm, sie birgt auch große Gefahren, denn eine Erfrierung droht nicht erst bei Minusgraden. Die Minderdurchblutung von Haut und Extremitäten kann bei starker Abkühlung örtliche Schäden des Körpergewebes verursachen. Ist der Körper zu lange eisigen Temperaturen ausgesetzt, kühlt der Gesamtorganismus aus und das kann im schlimmsten Fall zur Bewusstlosigkeit führen. Wer aber einige wenige Regeln beachtet, geht gesund durch die Wintermonate.

 

Wenn es draußen kalt und windig ist, gilt es, besonders den Kopf zu schützen, da über ihn die meiste Körperwärme verloren geht. Doch auch Füße und Hände müssen mit festem und warmem Schuhwerk beziehungsweise mit Handschuhen gewärmt werden, da sich die Blutgefäße in den Extremitäten schnell verengen. Das führt dazu, dass weniger Blut durch das Gewebe fließt und die Gliedmaßen auskühlen. „Die weit verbreitete Annahme, dass alkoholische Getränke den Körper von innen wärmen, ist falsch: Alkohol weitet die Gefäße. So wird die Hautoberfläche stärker durchblutet und der Körper verliert Wärme“, warnt Dr. Norbert Lins, Landesarzt der Johanniter-Unfall-Hilfe im Landesverband Nord.

 

Was genau passiert bei einer Erfrierung?

 

Unter besonders starker Kälteeinwirkung wird das Hautgewebe geschädigt. Besonders häufig treten Erfrierungen an den Ohren, der Nase, den Fingern oder den Zehen auf. Erfrierungswunden sind vergleichbar mit Brandwunden und werden nach Graden klassifiziert. Typische Symptome sind blau-rote Flecken und ein taubes Gefühl in Händen und Füßen. Hauptursache für Erfrierungen ist falsche Kleidung. Hier empfiehlt sich das sogenannte Zwiebelprinzip: mehrere Schichten von Bekleidung werden übereinander gezogen. Wer sich länger im Freien aufhält, sollte zu Funktionswäsche greifen. Sie schützt den Körper vor Unterkühlung und reguliert den Feuchtigkeitshaushalt der Haut. Auch auf längeren Autofahrten sollten die Fahrer für den Notfall eine Decke im Wagen haben und eine Thermoskanne mit warmen Tee mitnehmen.

 

Gefahren der Kälte bei anderen erkennen und handeln

 

Besonders gefährlich wird die kalte Jahreszeit aber für Menschen, die auf der Straße leben. Häufig sind die Betroffenen physisch oder psychisch nicht in der Lage, sich vor der Kälte zu schützen oder Hilfe zu suchen. „Einige Wohnungslose unterschätzen die Gefahr des Kältetods. Jedes Jahr erfrieren Menschen in Hauseingängen oder auf Parkbänken“, erklärt Dr. Norbert Lins. Die Johanniter appellieren deshalb, hinzuschauen und Hilfe zu holen, wenn jemand in Gefahr ist. „Wer einen Menschen in der Kälte findet, sollte sofort handeln und den Rettungsdienst über die Notfallnummer 112 alarmieren“, bittet Lins.