Sammelfieber erfasste Europaschüler

Dortmund, 12. Juli 2017

Über 100.000 Plastikdeckel gegen Kinderlähmung

Was es mit dem großen Behälter voller Plastikdeckel vor dem Lehrerzimmer auf sich hat, wissen die Schülerinnen und Schüler der Europaschule ganz genau. Überall in der Schule hängen Plakate auf denen auf die Aktion ”Plastikdeckel gegen Kinderlähmung” aufmerksam gemacht wird. Die Kartons sind bis zum Rand gefüllt, die Schülerinnen und Schüler der Europaschule sind stolz auf ihren Erfolg: Gemeinsam haben sie über 100.000 Flaschenverschlüsse gesammelt, um anderen Kindern zu helfen.

Polio, oder im Volksmund auch Kinderlähmung genannt, ist eine hochansteckende Krankheit, die vor allem Kleinkinder befällt. Die Folgen dieser Erkrankung sind dauerhafte Lähmungen und Verkrüppelungen, bis hin zum Tod. Polio ist nicht heilbar. Durch eine Impfung ist ein lebenslanger Schutz gegen diese Erkrankung möglich.

In vielen Ländern ist diese Krankheit dank der Polio-Impfung ausgerottet, nicht so in Afghanistan, Pakistan und einigen Ländern Afrikas. So entstand das Projekt „Deckel gegen Polio durch den Verein “Deckel drauf e.V.”. Unterstützt wird die Aktion von Rotary Deutschland.

Die Idee ist einfach: Pfandflaschen können auch ohne Deckel abgegeben werden. Durch das Sammeln, Einschmelzen und den anschließenden Verkauf des hochwertigen recyclingfähigen Materials Polyethylen oder Polypropylen werden Schluckimpfungen gegen Polio finanziert – 500 Deckel wiegen ca. ein Kilogramm und finanzieren eine Impfung. Ziel der Aktion ist es, die Kinderlähmung weltweit auszurotten.

Alina Berg, Schülerin der Europaschule, stellte das Projekt „Deckel gegen Polio“ in ihrem Ergänzungsfach “Agenda21 – Leben in der Einen Welt” vor. Sofort begannen die Schülerinnen und Schüler im Internet zu recherchieren, was Polio überhaupt ist und alle waren sich einig, dass man bei der Aktion mitmachen wollte, berichtet die Kurslehrerin Heidrun Riedel. Es wurden Plakate gestaltet und die Schülerinnen und Schüler gingen durch alle Klassen und stellten das Projekt vor. Schnell hatte das Sammelfieber vor allem die jüngeren Schülerinnen und Schüler erfasst. Einige Mädchen der 6c fragten in einem Getränkemarkt, ob sie von den leeren Plastikflaschen die Plastikverschlüsse haben dürften - sie durften. Doch nicht nur die Schüler, sondern auch die Lehrer wurden mit einbezogen, so berichteten Alina Berg und Lilly Sack in der Lehrerkonferenz über das Projekt. Selbst Eltern und Freunde sammelten mit. Der Techniklehrer Niklas Danco baute eigens für die gesammelten Deckel eine große Holzkiste. Nun konnte jeder seine Deckel in die Kiste werfen.

So kamen in wenigen Monaten über 100.000 Deckel zusammen, das reicht für 200 Impfungen. Am 04. Juli um 11.00 Uhr wurden die Plastikdeckel Herrn Wirth von der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. übergeben und in ein Zwischenlager nach Mengede gebracht. Die Übergabe erfolgte durch den Schulleiter, Jörg Girrulat, Alina Berg und ihren Mitschülern aus dem Agenda21-Kurs, den Fachlehre-rinnen Heidrun Riedel und Monika Stute.

Bericht,Foto: Heidrung Riedel