Johanniter beim Neujahrsempfang mit klaren Worten

Duisburg/Köln , 20. Januar 2018

Landesvorständin Kirsten Hols, Oberbürgermeister Sören Link und JUH-Präsident Dr. h. c. Frank-Jürgen Weise waren die Redner beim Neujahrsempfang der Johanniter-Unfall-Hilfe NRW am heutigen Samstag. Über 200 geladene Gäste aus Politik, Kirche, Verwaltung, Wirtschaft und befreundeten Hilfsorganisationen folgten der Einladung des Johanniter-Landesvorstandes nach Duisburg zum Gottesdienst in die Salvatorkirche und zum anschließenden Empfang ins Wilhelm-Lehmbruck-Museum. Die traditionelle Veranstaltung der größten christlichen Hilfsorganisation fand in diesem Jahr im Regionalverband Rhein-Ruhr statt.

Kirsten Hols, Mitglied im Landesvorstand der Johanniter-Unfall-Hilfe NRW, blickte in ihrer Rede beim Neujahrsempfang auf das kommende Jahr voraus. Eines der Schwerpunktthemen werde das Engagement der Johanniter in ihren – im wahrsten Sinne des Wortes – ausgezeichneten Kindertageseinrichtungen sein. Hols sagte: „Ökonomie und Bildungsforschung sind sich einig: Bildung in der frühen Kindheit hat eine zentrale Bedeutung. Sie legt die Grundlagen für den weiteren Bildungserfolg und damit für Entwicklungs-, Teilhabe- und Aufstiegschancen. Wir sind fest überzeugt, den fast 27.000 Kindern in unseren JUH-Kitas genau diese Lebenschancen zu bieten.“

Hols kündigte auch eine Zukunftsstudie zur „Frühkindlichen Bildung und Betreuung in NRW im Jahr 2030“ an. „Dafür befragten wir Expertinnen und Experten, was wir heute tun müssen, damit wir 2030 überall in NRW sehr gute Kitas haben. Denn jetzt besteht eine einmalige Chance für die Landespolitik, dauerhaft eine qualitativ hochwertige frühkindliche Bildung sicherzustellen. Wir Johanniter unterstützen dies mit aller Kraft und aus tiefer christlicher, gesellschaftlicher und ökonomischer Überzeugung.“

Kirsten Hols

Sören Link

Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link dankte den Johannitern für ihren Einsatz besonders im Ehrenamt und sagte: „Gerade eine Stadt wie Duisburg braucht ehrenamtliches Engagement, welches die Johanniter vorbildlich leben.“

Für den JUH-Präsidenten Dr. h. c. Frank-Jürgen Weise war es sein erster offizieller Besuch in NRW in seiner neuen Funktion. In seinem Festvortrag sprach Weise im Rückblick auf seine verantwortungsvollen Aufgaben in der Bundesagentur und beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Dabei sparte er nicht an klaren Worten: „Im Rückblick auf die Flüchtlingskrise ab 2015 wünschte ich mir, Behörden trainierten regelmäßig einem Stresstest, wie wir Johanniter das beispielsweise im Katastrophenschutz tun. Der hatte ja damals – gut trainiert – bewiesen, wie bürgerliches Engagement in der Flüchtlingshilfe in den Notunterkünften Großartiges leisten kann. Wir sollten diese Strukturen keinesfalls vernachlässigen, denn die Welt wird unfreundlich bleiben.“

Dr. h.c. Frank-Jürgen Weise

Traditionell wurden beim Neujahrsempfang zwei besonders verdiente Ehrenamtliche geehrt:

Alexandra Kolitz aus dem RV Rhein-Ruhr und Guido Schanz aus dem RV Minden-Ravensberg erhielten mit der „Verdienstmedaille“ die höchste Auszeichnung des NRW-Landesvorstandes. Alexandra Kolitz wurde für ihre langjährige, engagierte und erfolgreiche Arbeit in der Johanniter-Jugend in ihrem Heimatverband und im Landesverband ausgezeichnet. Guido Schanz als Ortsbeauftragter von Bad Oeynhausen erhielt die Auszeichnung für vor allem für sein jahrelanges Engagement im regionalen und internationalen Katastrophenschutz. Er war für die Johanniter-Auslandshilfe in vielen Soforthilfe-Einsätzen in aller Welt unterwegs.

Dem Empfang vorangegangen war ein Gottesdienst in der Salvatorkirche unter der Leitung von JUH-Pfarrer Gisbert von Spankeren. Von Spankeren predigte über die Jahreslosung 2018, „Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst“, und stellte die Bedeutung dieser Aussage für die christliche Hilfsorganisation heraus. Die Kollekte ist für die Jugendarbeit der „Zukunftsretter“ im Regionalverband bestimmt.

Neben den genannten Rednern nahmen an dem Neujahrsempfang auch Ordenskanzler Baron von Korff, Landtagsabgeordnete, Ministerialdirigentin Cornelia de la Chevallerie sowie zahlreiche Führungskräfte und Mitglieder des Johanniterordens, der Diakonie und befreundeter Hilfsorganisationen teil.

Im Anschluss an den Neujahrsempfang informierten sich die Gäste in persönlichen Gesprächen über die aktuelle Arbeit der Johanniter in Rhein-Ruhr und Nordrhein-Westfalen.

Die Johanniter in Nordrhein-Westfalen

Mit rund einer halben Million Fördermitgliedern und rund 10.000 ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitern ist die Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. die größte christliche Hilfsorganisation in Nordrhein-Westfalen. Die Johanniter sind seit über 60 Jahren in den unterschiedlichsten sozialen und karitativen Bereichen aktiv, besonders im Rettungs- und Sanitätsdienst, in den sozialen Diensten und in der Betreuung und Erziehung von Kindern in ihren Kindertageseinrichtungen. Sie stehen in der Tradition des evangelischen Johanniterordens, dessen wichtigstes Anliegen seit Jahrhunderten die Hilfe von Mensch zu Mensch ist.

Die Johanniter im RV Rhein-Ruhr

Im Regionalverband Rhein-Ruhr engagieren sich rund 500 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer. In den Städten Duisburg, Düsseldorf und Oberhausen sowie den Kreisen Wesel und Kleve, welche zum Regionalverband gehören, arbeiten rund 230 hauptamtliche Mitarbeiter. Sie betreuen und begleiten Menschen im Rettungsdienst und Krankentransportdienst, beim Hausnotruf und Menüdienst, beim Wohnen mit Service, bei der Ausbildung in Erster Hilfe und in der Ambulanten Pflege. Ferner gibt es im Regionalverband eine Offene Ganztagsschule in Dinslaken mit zurzeit 180 Kindern in Betreuung und 13 Schulen, die im Bereich Schulsanitätsdienst betreut werden. Die Johanniter am Standort Duisburg leisten hunderte Stunden ehrenamtliches Engagement im Sanitätsdienst und Katastrophenschutz.