Schulung: Hilfe für Helfer nach belastenden Einsätzen

Graal-Müritz, 01. November 2016

25 Johanniter aus ganz Deutschland bilden sich in der Einsatznachsorge fort

Foto: Johanniter

Zur Jahresfortbildung der Johanniter-Einsatznachsorgeteams (ENS) haben sich 25 Teilnehmer aus dem ganzen Bundesgebiet vom 28. bis 30. Oktober 2016 in Graal-Müritz getroffen. Johanniter-Bundespfarrer Knuth Fischer leitete die Tagung, zusammen mit den beiden Trainern des Einsatznachsorgesystems der Bundesgeschäftsselle, Jutta Unruh, Notfallseelsorgerin, und Dr. Christoph Lindenstromberg, Traumatherapeut. Unter den Teilnehmern waren auch acht Johanniter aus dem ENS-Team Nord des Landesverbandes Nord. Die Tagungsgäste tauschten sich zu aktuellen Themen und Herausforderungen der Einsatznachsorge aus und vertieften ihr Wissen in drei Trainingseinheiten, in denen Nachsorge-Situationen anhand konkreter Fallbeispiele simuliert wurden. Die ENS-Teams der Johanniter arbeiten nach den klar strukturierten Vorgaben des Critical Incident Stress Management Modells (CISM) nach Mitchell, um ihre Kollegen aus dem Sanitäts- und Rettungsdienst nach belastenden Einsätzen unterstützen zu können.

Die Fallbeispiele griffen Situationen aus der Praxis heraus, mit denen Einsatzkräfte konfrontiert werden können. Unter Anleitung der Trainer beschäftigten sich die Teilnehmer mit den Themen "Gewalt gegen Einsatzkräfte", "Presse - Gaffer - Grenzen" auf einer Großveranstaltung und einem Vorfall in einer Flüchtlingsunterkunft. "Es war eine erfolgreiche Tagung: Die Trainingsinhalte waren sehr bereichernd für unsere eigene Arbeit", resümiert Birgit zum Felde, Leiterin des ENS-Subteams Nordheide. "Auch der rege Austausch zwischen den Teams aus ganz Deutschland war für uns wertvoll."

Auch die Abschlussveranstaltung des Deutschen Evangelischen Kirchentages 2017 in Wittenberg war Thema für die Tagungsteilnehmer, da diese Großveranstaltung mit über 300.000 erwarteten Besuchern auch im Bereich der Einsatznachsorge gut vorbereitet sein will.