Hilfe für Überlebende sexueller Gewalt

Sexuelle Gewalt ist in der Provinz Nord-Kivu nach wie vor ein ausgeprägtes gesellschaftliches Problem. Die eingeschränkte Rechtsstaatlichkeit und die Präsenz von bewaffneten Gruppen führen dazu, dass die Zahl solcher Fälle nach wie vor hoch ist und meist ohne Konsequenzen für die Täter bleibt. Bei der Unterstützung von Überlebenden sexueller Gewalt müssen vor allem die gesundheitlichen, psychologischen und sozialen Folgen berücksichtigt werden. Diese unterschiedlichen Ansätze werden seit einigen Jahren in unseren Projekten zur Verbesserung der Basisgesundheit aufgenommen. Die Betroffenen werden zusätzlich im Falle der juristischen Verfolgung der Täter unterstützt.

Verbesserte Gesundheitsversorgung ist nur ein Aspekt bei den Projekten in Nord-Kivu. (Foto: Paul Hahn)

Allein 2016 registrierte der Bezirk Masisi fast 2000 Fälle sexueller Übergriffe gegen Mädchen und Frauen. Die Dunkelziffer liegt deutlich höher. Um die medizinische Versorgung von Überlebenden sexueller Gewalt diskret und kompetent sicherstellen zu können, hatten die Johanniter mit finanzieller Unterstützung des Auswärtigen Amts an verschiedenen Gesundheitszentren in der Vergangenheit Umbaumaßnahmen durchgeführt, damit Konsultationen in einem vertraulichen Umfeld stattfinden können. Das Personal in den Zentren wurde entsprechend geschult, um den Menschen mit dem nötigen Feingefühl und Sachkenntnis zu begegnen. So kümmern sich Krankenpfleger und -schwestern mit Zusatzausbildung im Bereich der mentalen Gesundheit und psychologischer Betreuung um die oft traumatisierten Patienten. Geschulte Gemeindegesundheitshelfer führen zudem Sensibilisierungskurse über sexuelle Gewalt in ihren Gemeinden durch. Fälle mit schwerwiegenden psychologischen Problemen werden an den Psychologen der Johanniter weiter verwiesen. Sie sind dazu angehalten, für die zügige Vermittlung von Betroffenen an das nächstgelegene Gesundheitszentrum zu sorgen.

Gesundheitsprojekte sind ein wichtiger Schwerpunkt der Johanniter Auslandshilfe.

Unterstützung für juristische Aufklärung

Ein besonders wichtiger Aspekt ist die Aufklärung der Betroffenen über ihre Rechte und die Möglichkeiten für eine juristische Verfolgung der Täter. Jene, die diesen Weg einschlagen, erhalten von den Johannitern logistische und finanzielle Unterstützung für Transport und Unterbringung, um beispielsweise von ihren Gemeinden nach Goma zu reisen und dort am Gericht Anklage zu erheben.

Die Resonanz auf das Angebot juristischer Unterstützung neben der medizinischen und psychologischen Betreuung war in den vergangenen Monaten sehr positiv. Die Beratung und Unterstützung gibt den Menschen Mut für ihre Entscheidung, weshalb wir sie in einem neuen Projekt bis 2020 weiterführen werden", erklärt Maja Bünsche, Projektkoordinatorin der Johanniter-Auslandshilfe. "Problematisch ist allerdings noch immer die Weiterleitung der Anklagen durch die Polizei an die Gerichte. Diese sind weiterhin sehr vereinzelt."

Sauberes Trinkwasser als Teil der Basisgesundheitsversorgung

Sauberes Wasser zum Schutz vor Krankheiten (Foto: Paul Hahn)

Um die angespannte Situation im Bereich der Basisgesundheit zu verbessern, rehabilitieren die Johanniter in acht Gesundheitsbezirken in Nord-Kivu zusätzlich Gesundheitsstationen über bauliche Maßnahmen und statten sie mit medizinischer Ausrüstung aus. Neben der Ausbildung von Personal wird bis Ende 2017 der Bau von Plazentagruben, Öfen für medizinische Abfälle und Latrinen abgeschlossen sein, um so die Hygiene zu verbessern. Da Gesundheit und sauberes Trinkwasser eng miteinander verknüpft sind, werden zusätzlich 24 Wasserversorgungspunkte ausgebaut. Wasserkomitees werden in den Gemeinden geschult und mit Werkzeug und Materialien ausgestattet, um das Funktionieren von Pumpen, Leitungen und Quellfassungen langfristig gewährleisten zu können. Diese Maßnahmen werden ebenfalls durch das Auswärtige Amt gefördert. Beide Projekte erreichen über 220.000 Menschen in der Region.

Weitere Informationen zur Arbeit der Johanniter in der Demokratischen Republik Kongo finden Sie hier.

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Ihr Ansprechpartner Maja Bünsche

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