Schlüssellochgärten für Chipinge

Berlin/Harare, 24. Juli 2014

Unterernährung ist ein großes Problem im Chipinge-Distrikt im Osten von Simbabwe. Die spärliche Ernte reicht nur für fünf Monate im Jahr. Der Hälfte der dortigen Bevölkerung, mehr als 160 000 Menschen, fehlt es daher an Nahrungsmitteln. Insbesondere für die Jüngsten in der Region hat das dramatische Folgen. Rund ein Drittel der Kinder unter fünf Jahren leiden an chronischer Unterernährung und bleiben dadurch in ihrer Entwicklung zurück.

Mit einem Gesundheits- und Ernährungsprogramm haben die Johanniter in den vergangen Monaten bereits akute Mangelernährung bekämpft. Besonders gefährdete Menschen – dazu zählen kleine Kinder, schwangere und stillende Frauen, an Tuberkulose erkrankte und HIV-infizierte Menschen – und ihre Familien unterstützten die Johanniter mit Zusatznahrung und klärten sie über die Ursachen von Mangelernährung auf. In einem neuen Projekt sorgen die Menschen in Chipinge jetzt selbst für eine ausreichende und ausgewogene Ernährung.

Autoreifen und Schlüssellochgärten

Mit speziellen Gärten, die der Situation angepasst sind, können Familien direkt an ihrem Haus verschiedene Gemüsesorten wie Karotten, Zwiebeln, Kohl oder Salat anbauen. Die Gärten benötigen nur wenig Wasser, lassen sich mit Haushaltsabfällen düngen und sind besonders pflegeleicht. So können sich auch ältere oder kranke Menschen und Kinder um die Bepflanzung kümmern.

Je nach Situation werden die Beete mal in alten Autoreifen oder Eimern, mal in schmalen Trassen auf dem Boden oder in Schlüssellochgärten angelegt. Letztere heißen so, weil sie von oben betrachtet wie ein Schlüsselloch aussehen. Mit dieser Form von Hochbeet haben die Johanniter in Dschibuti bereits erste Erfahrungen sammeln können. Alle diese Gärten können mit vor Ort vorhandenem, kostengünstigem Material gebaut werden.

Mit Bildung für eine langfristige Wirkung

Zur Erntezeit werden die Johanniter die Menschen in Chipinge in Koch- und Ernährungstrainings darin schulen, wie sie die frisch geernteten Gemüse verarbeiten und ihre Familien gesund und ausgewogen ernähren können. „In diesen Trainings wird es auch darum gehen, wie aus den Pflanzen Samen für die nächste Saison gewonnen werden,“ so Maja Bünsche, Projektkoordinatorin für Simbabwe über die langfristige Wirkung des Projekts. „Wir sind überzeugt, dass die Gärten so auch über die sechsmonatige Projektphase hinaus bestehen und Menschen in benachbarten Gemeinden zum Bau solcher Gärten anregen.“

Für ihre Arbeit in Simbabwe sind die Johanniter auf Spenden angewiesen.