Gemeinsam zuhören, gemeinsam helfen

Berlin, 10. Januar 2017

Im Mai 2016 hatte der erste Humanitäre Weltgipfel (WHS) in Istanbul dazu aufgerufen, die Menschen wieder in den Mittelpunkt des humanitären Handelns zu stellen und lokale Akteure als "Ersthelfer" zu stärken. Im "Grand Bargain" wurde zwischen Vereinten Nationen, NGOs und Geberstaaten vereinbart, dafür gemeinsame Standards wie den Core Humanitarian Standard zu nutzen und mit geeigneten Community Engagement Tools umzusetzen. Die Johanniter haben 2016 mit Unterstützung des Auswärtigen Amts zwei Community Engagement Trainings mit einem innovativen und inklusiven Ansatz in Deutschland und im Osten der DR Kongo durchgeführt. Nach einer Evaluierung liegt dazu nun der Bericht auf Englisch und Französisch vor.

Mit Hilfe der innovativen People-First-Impact-Methode (P-FIM) wurden Johanniter, Mitarbeiter von lokalen und internationalen Organisationen sowie lokalen Behörden geschult, den von Krisen betroffenen Menschen gemeinsam zuzuhören und sie in die Gestaltung der humanitären Maßnahmen aktiv einzubeziehen. P-FIM ist dabei ein effektiver und effizienter Ansatz um sicherzustellen, dass die humanitäre Hilfe schnell, relevant, inklusiv und angemessen ist und die Gemeinden vor Ort sie verantwortlich mitgestalten können. Die Würde und die Fähigkeiten der von einer Krise betroffenen Menschen – darunter vor allem Menschen mit Behinderung, Frauen und Kinder, marginalisierte Gruppen - werden respektiert und integriert. Dieser Ansatz stärkt die lokale Zivilgesellschaft und ermöglicht es humanitären Akteuren, auf bereits vorhandene Kompetenzen und Strukturen aufzubauen, statt Parallelwelten zu schaffen.

Das gemeinsame Zuhören muss gelernt sein: Training im Osten der DR Kongo. Foto: JUH

„Eine grundlegende Lernerfahrung, die uns die Augen geöffnet hat“ resümierten lokale wie internationale Teilnehmer. In unserem Bericht können Sie nachlesen, wie es vielen von Ihnen gelang, das Gelernte rasch in ihre Arbeit und ihr Leben zu integrieren. Auch Kongo-Team der Johanniter hat sofort mit der Umsetzung des Feedbacks aus der Community begonnen.

Besonders erfreulich ist auch, dass der Dachverband von 126 deutschen Entwicklungs- und humanitären NGOs (VENRO) unseren Impuls aufgegriffen und im November 2016 ein erstes Training of Trainers zur P-FIM-Methode in Berlin durchgeführt hat. Ein weiteres Training dieser Art wird vom 26. bis 30. Juni 2017 in Bonn folgen und ein drittes ist für 2018 anvisiert. Die Trainings werden von Gerry McCarthy, dem Mitbegründer der Methode, durchgeführt.

Hier können Sie sich den Bericht auf Englisch ansehen.

Hier können Sie die Berichte auf Französisch und Englisch als Pdf-Dateien herunterladen.

Mehr über unsere Arbeitsansätze erfahren Sie hier.

Ihr Ansprechpartner Sandra Lorenz Fachbereichsleiterin Kommunikation Auslandshilfe

Lützowstr. 94
10785 Berlin