Irak: Zugang zu Gesundheitsversorgung für Flüchtlinge und Einwohner

Berlin, 17. Mai 2017

Die bewaffneten Auseinandersetzungen um die Stadt Mossul und die sich ständig ändernden Machtverhältnisse im Irak haben zehntausende Menschen zur Flucht gezwungen. Ein Ende der Gewalt ist nicht absehbar. Allein im vergangenen Jahr suchten rund 1,5 Millionen Menschen aus Syrien und dem Irak Zuflucht in den nördlichen Provinzen des Iraks. Einige Orte beherbergen mittlerweile mehr Flüchtlinge und Binnenvertriebene als Einwohner, viele der Geflohenen finden keinen Platz in einem organisierten Flüchtlingscamp.

Die allgemeinmedizinische Behandlung und Zugang zu Medikamenten wird für Patienten verbessert. Foto: Jiyan Foundation

Nachdem die UN-Koordinierungsstelle für humanitäre Angelegenheiten (UNOCHA) einen dringenden Bedarf u.a. an medizinischer und psychosozialer Betreuung ausgerufen hatte, hat die Johanniter-Auslandshilfe in Kooperation mit der Jiyan Foundation im März ein Projekt in der Provinz Ninive gestartet. Jiyan ist seit 2005 im Bereich psychosoziale Betreuung und Psychotherapie in den kurdischen Gebieten des Iraks tätig. Mit Unterstützung der Johanniter eröffnet die Organisation einen neuen Gesundheitsposten, in dem neben der psychologischen Betreuung auch allgemeinmedizinische  Behandlung durchgeführt werden. Das Angebot in der Ortschaft Alqosh, rund 30 Kilometer nördlich von Mossul, steht sowohl der ursprünglichen Bevölkerung, als auch den Flüchtlingen und Vertriebenen offen.

Viele der Patienten sind Überlebende schwerer Menschenrechtsverletzungen. Sie haben Folter, Massenmord, Anschläge, politische Verfolgung oder sexualisierte Gewalt  erlebt“, erklärt Julia Noël, Projektkoordinatorin der Johanniter für den Irak. „Durch spezielle Nothilfe-Trauma-Behandlung wollen wir den Menschen helfen, diese Erfahrungen zu überwinden, damit möglichst keine bleibenden seelischen Verletzungen zurückbleiben.“

Therapeutische Trauma-Behandlung bei geflohenen Menschen spielt zentrale Rolle im Projekt. Foto: Jiyan Foundation

Die Umsetzung des Projekts erfolgt in enger Abstimmung mit anderen humanitären Akteuren und Institutionen in der Region. Etwa 350 Patienten werden in der Gesundheitsstation durch Ärzte von Jiyan behandelt; 25 traumatisierte Menschen erhalten spezielle psychosoziale Unterstützung. Die Johanniter-Auslandshilfe beginnt mit dem Pilotprojekt, das noch bis Juli durchgeführt und durch Spendengelder von Aktion Deutschland Hilft finanziert wird, ihr Engagement im Irak. Daran sollen zukünftig langfristige Projektaktivitäten in einem größeren Rahmen anschließen, um den hohen Bedarf an medizinischer Hilfe im Irak abzubauen.

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