Nepal: Gesundheitsvorsorge per App

Kathmandu, 25. April 2018

Drei Jahre nach den verheerenden Erdbeben in Nepal setzt sich die Johanniter-Auslandshilfe weiter für einen besseren Wiederaufbau der Gesundheitsversorgung ein. Die Partnerorganisation Nyaya Health Nepal hat zu diesem Zweck eine App entwickelt, die vor allem schwangeren Frauen in abgelegenen Regionen hilft.

Gesundheitshelferin Sangita Thami.

Im letzten Jahr haben die Johanniter zwei Gesundheitsstationen im Distrikt Dolakha wieder aufgebaut und ausgestattet. Solche lokalen Einrichtungen sind im bergigen Nepal immens wichtig, um schwere und lange Wegstrecken für die Menschen zu verkürzen. Um diese nach Möglichkeit ganz zu vermeiden, werden nun auch mobile Gesundheitshelfer eingesetzt. Sie erhielten zuvor eine Grundausbildung und ein Smartphone samt Gesundheits-App.

Sangita Thami aus dem Distrikt Dolakha ist eine von ihnen. Mitte 2017 nahm sie an einem dreiwöchigen Training zur Gesundheitshelferin und an einer Datenerhebung in der Region teil. Jeder Haushalt erhielt eine Identifikationsnummer, die Informationen flossen in das eigens entworfene Smartphone-Programm. Danach lernte Sangita den Umgang mit dieser App, die alle Informationen ordnet und Sangita bei der Diagnose orientiert.  „Anfangs dachte ich, dass es vor allem mir selbst helfen würde, mehr über Gesundheit zu wissen“, sagt Sangita. „Aber als ich mit der Arbeit angefangen hatte, merkte ich, wie sehr ich den Patienten helfen kann.“

Hilfe für 937 Haushalte

Sangita setzt sich vor allem für Mütter und Kleinkinder ein, damit sie gesund bleiben. ©JUH

Sangita bildet zusammen mit drei weiteren Helferinnen ein Team. Sie sind einer Krankenschwester unterstellt, die sie regelmäßig weiterbildet. Sangita ist für 937 Haushalte zuständig, die sie mindestens alle drei Monate besucht. Keine einfache Aufgabe: „Ich muss sehr viel laufen. Manche Häuser sind zwei Stunden entfernt, aber eine weitere Helferin soll uns bald unterstützen“, so Sangita, die täglich sechs Stunden im Einsatz ist. Die App erinnert sie bei den Hausbesuchen, welche Basisfragen sie stellen muss und welche Kontrollen wie Blutdruckmessung anstehen. Die Daten trägt sie dann offline ein. Später bekommt die Krankenschwester die Informationen der besuchten Patienten per Download und das weitere Vorgehen wird dann je nach Diagnose oder Auffälligkeiten besprochen.

Genauso wie Tipps zur Familienplanung hat Sangita hat immer kostenlose Schwangerschaftstests dabei, um möglichst früh schwangere Frauen zu erfassen. Die Frauen erhalten umgehend Beratung und Sangita besucht sie dann monatlich, um die Schwangerschaft zu begleiten und Komplikationen frühzeitig zu erkennen. Bei Neugeborenen kontrolliert sie die Atmung, um Lungenentzündungen vorzubeugen. „Ich kann den Patienten wirklich helfen und die schwangeren Frauen sind glücklich, wenn ich sie besuchen komme“, freut sich Sangita.

Neubau einer Gesundheitsstation.

Überblick: Unsere Hilfe in Nepal

Nach den verheerenden Erdbeben im April und Mai 2015 leisteten die Johanniter medizinische Soforthilfe, und versorgten die betroffene Bevölkerung mit Lebensmitteln, Zeltplanen und Haushaltsutensilien. Auch ein Reha-Zentrum und drei temporäre Schulen wurden im Distrikt Sindhupalchowk unterstützt. Zusammen mit lokalen Partnerorganisationen schafften die Johanniter sichere Räume für traumatisierte Frauen und Kinder, wo diese psychosoziale Betreuung erhielten. Um zukünftigen Katastrophen vorzubeugen, schulen derzeit unsere Partner vor Ort die Menschen in den Gemeinden in Sofortmaßnahmen. Im Ernstfall sollen sie richtig reagieren und die Schäden so gering wie möglich gehalten werden können.
Zusammen mit den lokalen Partnern wurden im letzten Jahr zwei Gesundheitsstationen im Distrikt Dolakha wieder aufgebaut, mit den nötigen Geräten ausgerüstet, und mit Medikamenten ausgestattet. Spendengelder von Aktion Deutschland Hilft machten dies möglich. Der Wiederaufbau von drei weiteren Stationen soll 2018 starten.

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