Weltgesundheitstag 2017: "Gesundheit!"

Berlin, 06. April 2017

Der Weltgesundheitstag wird jedes Jahr auf der ganzen Welt am 7. April begangen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erinnert mit diesem Tag an ihre Gründung im Jahr 1948. Ziel ist es dabei, vorranginge Gesundheitsprobleme ins Bewusstsein der Weltöffentlichkeit zu rücken. Dr. Oliver Hoffmann ist Fachberater für Public Health bei der Johanniter-Auslandshilfe. Er engagiert sich für die fachgerechte Umsetzung von Aktivitäten in den Bereichen Gesundheit, Ernährung sowie Wasser, Sanitär und Hygiene. Einen immer höheren Stellenwert haben präventive Maßnahmen, um die Erkrankung von Menschen von vorneherein zu vermeiden und so Leben zu schützen.

Dr. Oliver Hoffmann, Fachberater Public Health

Vor vierzig Jahren rief die Weltgesundheitsorganisation die Strategie "Gesundheit für alle" ins Leben. Ziel erreicht?

Ganz bestimmt nicht, aber zahlreiche Ansätze wurden seitdem entwickelt, die in diese Richtung gehen und die von der Johanniter-Auslandshilfe vermehrt in ihre Projekte integriert werden: etwa die Verbesserung der Infrastruktur von basismedizinischen Gesundheitseinrichtungen und die Aus- und Weiterbildungen des medizinischen Personals zur besseren Behandlung von Patienten.

Reicht das? Klingt ein wenig wie das "Gesundheit!" nach dem Nießen...

Das ist ein Ausschnitt unserer Aktivitäten. Statt nur „Gesundheit!“ danach zu sagen und Erkrankungen zu behandeln, führen wir verstärkt Maßnahmen durch, damit die Menschen von vornherein gesund bleiben. Damit meine ich präventive Maßnahmen, die wichtig sind, um die Gesundheit und das Leben zu schützen. Etwa durch die ausreichende Versorgung mit sauberem Trinkwasser und Nahrung, oder eine funktionierende Abfall- und Abwasserentsorgung. Diese Aspekte integrieren wir immer häufiger in unseren Projekten in einem ganzheitlichen Ansatz. Maßnahmen aus den Bereichen Hygiene und Ernährung werden mit Gesundheitsprogrammen kombiniert, um so durch die Umsetzung international anerkannter Standards größtmögliche Wirkung zu erzielen.

Dr. Oliver Hoffmann bereitet die Erhebung von Daten in einer Projektregion in Pakistan vor: Grundvoraussetzung für eine wirkungsvolle Arbeit.

Was heißt das konkret?
Konkret gibt es in jedem Gesundheitsprojekt der Johanniter präventive Maßnahmen. Das schließt zum Beispiel die Förderung von regelmäßigem gründlichem Händewaschen und die Umsetzung standardisierter Maßnahmen für Säuglings- und Kleinkindernährung für einen guten Start ins Leben mit ein. Davon versprechen wir uns resistentere Kinder und reduzierte Krankheitszahlen, z.B. bei Durchfällen.

Aufklärung ist der beste Schutz für die Gesundheit. Foto: F. Gutierrez

Haben Sie dafür ein Beispiel?
Die WHO hat 2011 die Empfehlung herausgegeben, dass in unterversorgten Gebieten allen Kindern unter fünf Jahren regelmäßig Vitamin A gegeben werden soll, um ihr Immunsystem zu stärken. Nachdem UNICEF im Rahmen einer Studie 2013 dokumentiert hatte, dass in Simbabwe die regelmäßige Versorgung mit Vitamin A rückläufig war und nicht einmal 35% der Kinder erreicht hat, haben wir gehandelt. In zwei Distrikten führten wir ein neues Modell zur Verteilung von Vitamin A ein. Dafür trainierten wir in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium über 500 Dorfgesundheitshelfer, neben ihren regelmäßigen Tätigkeiten Vitamin A zu verabreichen. So konnten wir die Versorgung signifikant steigern und dies führte zu einer Verringerung von Durchfällen und besserem Wachstum unter Kindern. Das Gesundheitsministerium empfiehlt mittlerweile die Anwendung dieses Modells auf nationaler Ebene. Das ist ein schönes Beispiel dafür, dass der auf Prävention beruhende Ansatz der Johanniter-Auslandshilfe zu einer verbesserten Gesundheit führt.


Mehr über den Aspekt "Basisgesundheit" in den Projekten der Johanniter erfahren Sie hier.

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Ihr Ansprechpartner Sandra Lorenz Fachbereichsleiterin Kommunikation Auslandshilfe

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