Dem nächsten Sturm trotzen

Die Johanniter-Auslandshilfe leistet gemeinsam mit lokalen Partnern und vielen Gemeinden intensiv Katastrophenvorsorge, um die Menschen auf den nächsten Sturm vorzubereiten. Neben dem Ausbau und der Ausstattung öffentlicher Einrichtungen wie Gesundheitsstationen ist die Schulung von Handwerkern in resistenterer Bauweise besonders wichtig: Wissen wird weitergegeben und es eröffnet den Menschen neue Chancen als Fachkraft. 

Standfeste Gesundheitszentren

Der 39-jährige Archer Daug beim fachgerechten Einschalen einer Konstruktion.

„Ich kann bezeugen, dass die verwendeten Materialien und die Bauqualität den Standards entsprechen“, zeigt sich Archer Daug sicher, der gerade an einer Gesundheitsstation in dem Dorf Mambuaya auf Mindanao arbeitet. Die Renovierung, der Ausbau und die Ausstattung des Gebäudes ist Teil eines Projekts, welches durch das Auswärtige Amt finanziert wird. Es soll in Zukunft dem Ort sowie weiteren fünf Dörfern in der Umgebung eine bessere Basisgesundheitsversorgung ermöglichen. Die gleichen Maßnahmen finden an drei weiteren Stationen parallel statt. Sie sind Anlaufstellen für rund 95.000 Menschen in der Region.

Armierungseisen im Stahlbeton sorgt für die nötige Stabilität.

Und damit die Station in Mambuaya auch für den nächsten Sturm gewappnet ist, macht es Archer Daug standfester. Vor allem die Statik des Gebäudes und die Dachkonstruktion werden verbessert. Flink zimmert er die Schalung zusammen und biegt das Eisen vor, welches für den Stahlbeton eingesetzt werden soll. Richtig geknüpft und verbunden, stabilisiert dieser die einzelnen Wände und Decken. Wenn die Station dann um einen zusätzlichen Kranken- und Aufwachsaal erweitert ist, wird diese unter anderem mit neuen Beatmungsgeräten, Entbindungsbetten und Blutdruck-Messgeräten ausgestattet.

Kenntnisse praktisch umsetzen

Der 39-jährige ist gelernter Zimmermann und hat bereits sieben Jahre in seinem Beruf gearbeitet. Die Katastrophen angepasste Bauweise hat er durch Weiterbildungsmaßnahmen innerhalb des Projekts erlernt. Für ihn ein Glücksfall: Der Vater von acht Kindern musste sich monatelang mit Gelegenheitsjobs durchschlagen, da es keine feste Arbeit in seinem Dorf gab

Meine Vorkenntnisse waren qualitativ einfach nicht gut genug. Aber dadurch, dass ich jetzt mehr über Katastrophen angepasstes Bauen, Sicherheitsmaßnahmen, Werkstoffe und widerstandsfähige Konstruktionen weiß, werde ich leichter Arbeit finden können“, ist sich Archer Daug sicher.

Denn Bedarf ist da. Sein neues Wissen wendet er wie weitere 64 im Projekt ausgebildete Zimmermänner und Maurer auf praktische Weise an den Gesundheitsstationen an. „Mit dieser Möglichkeit helfe ich meiner Familie und gleichzeitig meiner Gemeinde“, freut sich Archer Daug. Er hat nicht nur bessere Jobaussichten für die Zukunft, sondern hinterlässt den Bewohnern eine solidere öffentliche Infrastruktur, die in den letzten Jahren regelmäßig durch Katastrophen beschädigt oder zerstört wurde.

Solidere Gebäude sollen Wirbelstürmen wie dem Taifun Haiyan im November 2013 (Bild) zukünftig standhalten.

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