Deutschlandweite Prüfung der Retter auf vier Pfoten

Bergen auf Rügen, 02. Mai 2018

16 Johanniter-Rettungshundeteams aus ganz Deutschland wurden in der Flächen- und Trümmersuche erfolgreich geprüft, darunter sechs Teams aus dem Landesverband Nord

Sie sind die wahren Helden, wenn Menschen vermisst werden: Die Retter auf vier Pfoten der ehrenamtlichen Johanniter-Rettungshundestaffeln kommen bei Flächen- und Trümmersuchen zum Einsatz. Doch bevor sie diese anspruchsvollen Aufgaben bewältigen können, müssen sie zusammen mit ihrem Hundeführer zunächst eine rund zweijährige Ausbildung absolvieren und die abschließende Prüfung in der Praxis bestehen. Am Wochenende vom 28. und 29. April 2018 fand in Bergen auf Rügen auf dem Gelände der DRK-Werkstätten und in den umliegenden Wäldern die zentrale Prüfung der Johanniter-Rettungshundestaffeln statt. Bei besten Wetterbedingungen konnten insgesamt 28 Teams aus ganz Deutschland ihre Einsatzfähigkeit beweisen.

In der Flächensuche starteten 24 Mensch-Hund-Teams, 14 von ihnen bestanden die Prüfung erfolgreich. Unter ihnen sind auch fünf Nordlichter: die Hundeführer Alexandra Busemann mit Ginger, Thorsten Lenz mit Bax und Jenny-Maria Lenz mit Molly von der Stralsunder Rettungshundestaffel überzeugten die Prüfer ebenso wie die beiden Schleswiger Teams, Tanja Frahm mit Kimba und Jörg Oestreich mit Line. Von den vier Teams, die sich in der Trümmersuche prüfen ließen, haben zwei Teams anspruchsvolle Prüfung positiv beenden können - darunter auch Hundeführerin Alexandra Busemann mit Hektor, die am Tag zuvor bereits die Flächensuche bestanden hatte. Sie alle erhielten die Zertifizierung nach DIN 13050 auf Basis der Gemeinsamen Prüfungs- und Prüferordnung für Rettungshundeteams (GemPPO), die sie zu Rettungseinsätzen zulässt.

Die 24 Hund-Mensch-Teams zeigten am Samstag bei der Flächenprüfung unter realitätsnahen Bedingungen in dem 30.000 Quadratmeter großen Gelände das Suchen, Auffinden und Versorgen von vermissten und verletzten Personen. Zwei Verletztendarsteller waren hier versteckt, die die Hunde innerhalb von 20 Minuten finden und ihrem Hundeführer anzeigen mussten. Dabei durften die Vierbeiner dem Vermissten jedoch nicht zu nahe kommen oder belästigen, denn im Einsatzfall muss gewährleistet sein, dass die Hunde einen möglicherweise Schwerverletzten nicht bedrängen. Der Hundeführer musste anschließend schnell und korrekt die Erstversorgung leisten. Auch das Zusammenspiel im Team wurde in der Gehorsamkeitsprüfung getestet. Geprüft wurde unter anderem, ob der Rettungshund auf Kommandos korrekt reagiert und seinem Hundeführer auch ohne Leine folgt.

Am Sonntag legten vier Teams für die Trümmersuche ihre Prüfung in einem leerstehenden Fabrikgelände mit teileingestürzten Gebäuden ab. Diesmal mussten drei Verletztendarsteller von den Vierbeinern in den vorgegebenen Gebäudeteilen erschnüffelt werden. Ablenkungen wie versteckte Futterreize, Lärm oder simulierte Feuer erschwerten die Suche, denn im Notfall darf ein Rettungshund sich nicht irritieren lassen.

Jana Simon, Leiterin der Rettungshundestaffel Stralsund/Rügen, hat die zentrale Prüfung gemeinsam mit ihrem Team vorbereitet. "Diese Prüfung zu planen war sehr aufwändig und zeitintensiv. Dank des Engagements jedes einzelnen Mitgliedes konnten wir eine rundum gelungene Veranstaltung durchführen", berichtet die erfahrene Hundeführerin. "Auch wenn nicht alle Teams bestanden haben, sind wir mit dem Ergebnis zufrieden. Mit unseren strengen Auflagen in der Prüfungssituation und unseren stets aktuellen Ausbildungsinhalten bieten wir eine hohe Qualität bei den späteren Einsätzen, fördern korrekte und zeitgemäße Maßnahmen im Notfall und können den Verletzten somit zielgerichtet versorgen", erläutert Simon weiter. Die Teams, die die Prüfung nicht bestanden haben, können diese frühestens nach vier Wochen wiederholen. Bis zum neuen Prüfungstermin hat das Hund-Mensch-Team Gelegenheit, weiterhin für die vielschichtige Prüfung zu trainieren.

Unterstützt wurden die Johanniter vom Sanitätsdienst der Johanniter-Unfall-Hilfe Rostock, der die Verletztendarsteller zur Verfügung stellte, dem Johanniter-Betreuungszug aus Woldegk, der für die Verpflegung verantwortlich war und von befreundeten Hundestaffeln.

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Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.
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