25 Jahre Johanniter in Mecklenburg-Vorpommern

Ein Vierteljahrhundert lang im Einsatz für Menschen in allen Lebenslagen - Zeit für einen Rückblick

Damals: der Johanniter-Fahrdienst in den 1990er Jahren

Nach Gründung des ersten Ortsverbandes in Wismar im März 1990 übernahmen die Johanniter zum Januar 1991 drei Sozialstationen in Neuburg, Poel und Woldegk. Weitere folgten, außerdem der erste Fahrdienst in Rampe - mit einem Fahrzeug fing alles an. Regine Schubert, seit Mai 1991 Buchhalterin in Leezen, erinnert sich: "Es fehlte an technischer Ausrüstung. Einmal musste ich losfahren, um für die Abrechnung eine Schreibmaschine und einen Taschenrechner zu kaufen. Und wenn Not am Mann war, habe ich im Fahrdienst ausgeholfen. Das waren Zeiten!" Heute befördern die Johanniter jährlich rund 325.000 Fahrdienstkunden mit insgesamt über 90 Fahrzeugen. Acht ambulante Pflegedienste, drei Tagespflegeeinrichtungen und zwei Betreute Wohnen stehen für die Versorgung Pflegebedürftiger zur Verfügung. Rund 1.100 Kunden nutzen den Johanniter-Hausnotruf für schnelle Hilfe im Notfall. In den neun Kindertagesstätten betreuen die Johanniter über 1.100 Kinder. Mit einem breiten Angebot an Erste-Hilfe-Kursen schulen sie jährlich rund 2.600 Laien zu Lebensrettern. Seit 1993 verlegen sie mit dem Intensivtransporthubschrauber (ITH) aus Rostock regelmäßig Intensivpatienten in Spezialkliniken und sind für den Transport von "Frühchen" ausgerüstet.

Im Juni 1991 gründeten die Johanniter ihre erste Rettungswache in Rostock - mit Unterstützung aus Schleswig-Holstein: "Unser Rettungswagen kam aus Kiel. Wir mussten ihn schnell ummelden, das Kennzeichen sorgte für Verwirrung", erinnert sich Rainer Mattern, der 1991 bis 2015 dort Wachleiter war. Auch der Funkrufname der Johanniter, "Akkon", benannt nach der israelischen Stadt, in der der Johanniterorden vor über 900 Jahren ansässig war, war erklärungsbedürftig. Einmal am Tag rückten die Retter damals aus - heute bis zu zehn Mal so oft: Damit gehört die Johanniter-Wache zu den einsatzstärksten Wachen im ganzen Bundesland. Insgesamt sieben Rettungsdienst-Standorte betreiben die Johanniter.

Nicht wegzudenken sind die zahlreichen ehrenamtlichen Dienste: Zwei Betreuungszüge des Katastrophenschutzes kümmern sich seit 1992/93 im Katastrophenfall ehrenamtlich um die Versorgung der Bevölkerung. Mit großem Engagement sind die Helfer der Rettungshundestaffel Stralsund/Rügen seit 2003 aktiv. Regelmäßig trainieren sie die Suche nach vermissten Personen. Für die psychosoziale Unterstützung von Unfallopfern und deren Angehörigen steht ein Team von ca. 100 Notfallbegleitern bereit. Seit 1993 ist der Sanitätsdienst bei Konzerten bekannter Stars und Großveranstaltungen im Einsatz - bis zu 100 Mal im Jahr. Auch die Jugend ist in den Jugendclubs und der Johanniter-Jugend aktiv: In Schulsanitätsdiensten leisten junge Retter ihren Mitschülern Erste Hilfe und eifern ihren großen Vorbildern im Rettungs- und Sanitätsdienst nach.

In den drei Regionalverbänden engagieren sich zurzeit rund 450 hauptamtliche und gut 400 ehrenamtliche Johanniter, darunter etwa 140 Johanniter-Jugendliche und Schulsanitäter. Viele "Johanniter der ersten Stunde" sind noch heute dabei.

Die Johanniter in Mecklenburg-Vorpommern: damals und heute

Ihre Ansprechpartnerin: Berenike Matern

Holstenplatz 18
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