Dürre in Ostafrika: Überleben sichern

Berlin / Juba /Nairobi, 10. April 2017

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Durch die extreme Dürre und anhaltende Gewalt in Afrika sind über 23 Millionen Menschen vom Hungertod bedroht. Besonders dramatisch ist die Situation in Kenia und im Südsudan. Die Johanniter sind in beiden Ländern mit Programmen aktiv und unterstützen die Menschen mit medizinischer Hilfe, Nahrungsmitteln und Wasser.

Krieg als Treiber der Hungersnot im Südsudan

Fast fünf Millionen Südsudanesen haben nicht mehr genug Nahrungsmittel, um sich zu versorgen. Sie sind akut von Hunger bedroht. In Teilen des Landes wurde bereits eine Hungersnot ausgerufen. Ursachen für Hunger gibt es viele. Der Grund, daran sterben zu müssen, liegt allzu oft allein am fehlenden Zugang zu Hilfslieferungen. „In der Stadt Wau sind in den vergangenen Wochen rund 5000 Vertriebene aus der Region Jur River angekommen“, so Julian Jekel, Projektkoordinator für den Südsudan bei der Johanniter-Auslandshilfe. Jur River war bisher noch eine der wenigen friedlichen Regionen in der Provinz Western Bahr al Ghazal. Jetzt kommt es auch dort immer wieder zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen sesshaften Bauern und nomadisierenden Viehzüchtern, die um den Zugang zu den nur noch spärlich vorhandenen natürlichen Ressourcen kämpfen.

Mehr Informationen zur drohenden Hungersnot und Einblicke in die Arbeit der Johanniter im Südsudan erhalten Sie hier in einem WELTSPIEGEL Extra der ARD vom 11. April 2017

In so genannten Schutzzonen und Sammelzentren in und um Wau, in denen die Menschen Zuflucht gesucht haben, messen Mitarbeiter der Johanniter und Unterstützer aus den Gemeinden den Grad der Unterernährung vor allem bei Kleinkindern unter fünf Jahren. Über 18200 Menschen sollen so bis Ende September mit Zusatznahrung wie Erdnusspaste, Öl und Zucker versorgt werden, um akute Unterernährung zu bekämpfen und dieser vorzubeugen.

Seit mehr als zwei Jahren sind die Johanniter in Jur River tätig und führen dort gemeinsam mit einer lokalen Organisation ein Programm zur Ernährungssicherung durch, um den Menschen eine bessere Eigenversorgung zu ermöglichen. Doch regelmäßig kommt es zu Unterbrechungen.

„Geflüchtete können nicht auf ihre Tiere achten oder aussäen. Das führt zu fehlenden Ernten und somit zu Hunger. Wir als Hilfsorganisation können die Menschen außerhalb von Sammelzentren nur unter großem Risiko oder gar nicht erreichen“, so Jekel.

Was das bedeuten kann, erfährt derzeit die Provinz Unity im Norden des Landes. Für 100.000 Menschen haben dort die Vereinten Nationen eine Hungersnot ausgerufen. Um das für die Projektregionen zu verhindern, setzen die Johanniter die Nothilfemaßnahmen um.    

Schwere Dürre in Kenia

Aufgrund einer anhaltenden Dürre droht in Nordkenia in den kommenden Monaten eine enorme Hungersnot. Die Johanniter unterstützen in Turkana, im Norden Kenias, seit mehreren Jahren die Bevölkerung beim Anbau von Nahrungsmitteln. Durch die ausgefallene Regenzeit sind nun die Ernten bedroht. „Rund 60 Prozent der Menschen in der Turkana-Region sind auf der Suche nach Wasser“, berichtet Nina Skandalaki, zuständige Projektkoordinatorin bei der Johanniter-Auslandshilfe.

„Die Menschen essen teilweise zwei bis drei Tage nichts. Andere verzehren das Fleisch verendeter Tiere, was ein enormes Gesundheitsrisiko darstellt“, so Skandalaki.

Durchfallerkrankung, Malaria und Unterernährung hätten in den letzten Wochen deutlich zugenommen, die Bestände der Viehherden seien zum Teil auf ein Viertel des alten Bestandes geschrumpft. Ein Lichtblick: Die Menschen aus der Siedlung Nasinyono, in der Provinz Turkana, haben noch Reserven an Sorghum-Hirse für rund einen Monat. Die Ernte stammt aus dem Programm zur Ernährungssicherung, welches die Johanniter mit den Einwohnern seit vielen Jahren betreiben.

Besonders schlimm steht es um die Wasserversorgung. Der Großteil der Einwohner von Nasinyono ist mit dem Vieh unterwegs auf Wassersuche, teilweise bis in die Nachbarländer. Die zurück gebliebenen Menschen trinken salzhaltiges und verunreinigtes Wasser aus einem Wasserloch. „Sie haben versucht, den Salzgeschmack mit Zucker zu neutralisieren“, so die Projektkoordinatorin weiter.

Um sofort Abhilfe zu schaffen, haben die Johanniter die Lieferung von Trinkwasser organisiert. Zwei Lkw mit jeweils 20000 Liter erreichten bereits Nasinyono. „Das reicht allerdings nur für wenige Tage“, so Skandalaki. Weitere Wasserlieferungen werden gerade organisiert. Auch die medizinische Versorgung der Menschen in Turkana werden die Johanniter ausweiten, um auf die akuten Erkrankungen schnell reagieren zu können.

Um die Betroffenen in Ostafrika zu unterstützen, sind die Johanniter auf Spenden angewiesen

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Erfahren Sie mehr zur Thematik "Hunger" in diesem Video:

Ihr Ansprechpartner Sandra Lorenz Fachbereichsleiterin Kommunikation Auslandshilfe

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