Kenia

Eine schwere Dürre hatte 2017 vor allem den Nordwesten Kenias fest im Griff. Tausende Nomaden in der wenig erschlossenen Region waren mit ihrem Vieh auf der Suche nach Trinkwasser und Futter. Zahlreiche Familien hatten kaum noch Nahrungsmittelreserven und viele Tiere waren verendet. Die Johanniter-Auslandshilfe versorgte deshalb über mehrere Monate 3600 Menschen mit sauberem Trinkwasser, um den Mindestbedarf zu decken. Die Hilfe vor der letzten Dürre sorgte aber auch dafür, dass es nicht schlimmer gekommen ist.

Seit der letzten Dürrekatastrophe 2011 unterstützen die Johanniter gemeinsam mit ihrer lokalen Partnerorganisation Africa Inland Church Health Ministries (AICHM) in der Turkana-Region vor allem Nomaden-Gemeinden bei der Suche nach besseren Einkommensmöglichkeiten. Die bisher umgesetzten Maßnahmen hatten ihnen geholfen, sich länger aus eigener Kraft und mit eigenen Ressourcen versorgen zu können. So wird heute zusammen mit rund 900 Familien Holzkohle hergestellt. Die Einnahmen fließen in einen Gemeinschaftsfond für eigene Projekte oder schlechte Zeiten. Außerdem stehen Fachleute von AICHM beim Anbau von Sorghum-Hirse und anderen Agrarprodukten beratend zur Seite. Das Ziel ist, dass sich die Menschen auch in einem widrigen Umfeld langfristig selbst helfen und versorgen können.

Der Teufelskreis von Armut und Krankheit

Verteilung von Wartemarken für Arzttermin: Kenia ist medizinisch unterversorgt. Foto: O. Girard

Die Ursachen für die schweren Folgen der letzten Dürren sind vielfältig. Einige haben ihren Ursprung im Gesundheitsbereich. Geschwächte und kranke Menschen haben selten Zugang zu einer adäquaten und naheliegenden Gesundheitsversorgung. Gerade mal ein Arzt steht 10.000 Kenianern im Bedarfsfall zur Verfügung. Trotz großer Fortschritte in der medizinischen Behandlung starben 2014 noch mehr als 33.000 Menschen in Kenia an AIDS. Cholera, Malaria und Durchfall sind weit verbreitet und knapp jede zweite Frau bringt ihr Kind ohne jegliche medizinische Betreuung zur Welt. Krankheit bedeutet in dem ostafrikanischen Land dann schnell finanzielle Not. Teure Behandlungen und lange Anfahrtswege zum nächsten Gesundheitszentrum bedeuten enorme finanzielle Einschnitte. Besonders die mehr als 1,4 Millionen an AIDS erkrankten Menschen und schätzungsweise sechs Millionen Menschen mit Behinderungen stehen dadurch vor einem existentiellen Problem.

Medizinische Betreuung für südsudanesische Flüchtlinge und Anwohner

Die Ankunft zahlreicher Flüchtlinge aus den Nachbarländern verschärft die Situation im Gesundheitsbereich zusätzlich. Vor dem gewaltsamen Konflikt in ihrer Heimat sind bereits mehr als 90.000 Südsudanesen über die Grenze in das Flüchtlingslager Kakuma im Nordwesten Kenias geflohen. Seit 2014 unterstützen die Johanniter dort Gesundheitsstationen, um die medizinische Versorgung der Menschen im Lager und außerhalb zu verbessern. Neben der Behandlung von gängigen Krankheiten konzentrieren sich die Johanniter dabei besonders auf die Betreuung von Müttern und Kindern. In einer Geburtsstation begleiten Krankenschwestern und -pfleger die Geburten und übernehmen die Erstversorgung der Neugeborenen. Fachärzte für Augenerkrankungen und orthopädische Beschwerden bieten den Bewohnern von Kakuma und den umliegenden Gemeinden Spezialsprechstunden an und operieren bei Bedarf.

Spenden Sie jetzt

Informationen zu den aktuellen Projekten der Johanniter-Auslandshilfe in Kenia erhalten Sie in der unten stehenden Tabelle.

Projektübersicht

Region Projekt Laufzeit Finanzierung
Turkana Diversifizierte Lebensgrundlagen und nachhaltiges Ressourcenmanagement für die pastorale Bevölkerung in Nasinyono 01.07.2015 - 30.06.2018 BMZ / Spenden
Turkana Medizinische Versorgung südsudanesischer Flüchtlinge im Flüchtlingslager Kakuma 01.01.2016 - 31.08.2018 Auswärtiges Amt, Spenden
Bündnispartner der Johanniter: Aktion Deutschland hilft, Gemeinsam für Afrika, VENRO und DZI

Ihr Ansprechpartner Nina Skandalaki

Lützowstr. 94
10785 Berlin