Südsudan

Als der Südsudan 2011 seine Unabhängigkeit vom Norden erklärte, erhofften sich viele Menschen eine bessere und vor allem sichere Zukunft. Die Realität sieht fünf Jahre danach ganz anders aus: 2,5 Millionen Menschen sind erneut auf der Flucht vor der anhaltenden Gewalt und täglich werden es mehr. Die Versorgungslage ist dramatisch: Es fehlt an Nahrungsmitteln, sauberem Wasser und medizinischer Versorgung. Rund fünf Millionen Menschen waren Mitte 2016 auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen.  Bereits seit Anfang 2012 sind die Johanniter im Südsudan tätig. Wir kümmern uns um unterernährte Mütter und Kinder, klären über Hygiene auf und sorgen für eine bessere medizinische Versorgung. Langfristige Ansätze zur Ernährungssicherung soll die Eigenversorgung der Menschen verbessern.

Marian kam auf der Johanniter-Gesundheitsstation in Nagero im Westen des Südsudan zur Welt. Eine schwere Geburt für seine Mutter Mary, doch Hebamme Margaret wusste zu jedem Zeitpunkt, was zu tun ist. Ein nicht alltägliches Bild im Südsudan, denn über 92 Prozent aller Frauen bringen ihre Kinder zu Hause und ohne jede Hilfe zur Welt. Die Sterberaten von Müttern und Kindern zählen zu den höchsten weltweit. Sie sterben an eigentlich heilbaren Krankheiten wie Malaria, an schweren Durchfällen oder bei der Geburt. Die Johanniter bilden daher in abgelegenen Dörfern Gesundheitshelfer und Hebammen aus.

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Basisgesundheitsversorgung gesichert

Auf dem Programm der Schulungen stehen Fragen zu Hygiene, Erster Hilfe, gesunder Ernährung und Mutter-Kind-Gesundheit. Dieses Wissen geben die Gesundheitshelfer an die Dorfgemeinschaften weiter. Außerdem renovieren und errichten die Johanniter Gesundheitsstationen und Gesundheitszentren, beliefern sie mit lebenswichtiger Medizin und Geräten, stellen medizinisches Personal und Hebammen ein und bilden sie fort. So kann derzeit in der Provinz Western Ecuatoria die Gesundheitsversorgung von über 50.000 Menschen an 24 Gesundheitsstationen aufrecht erhalten werden.

Erfahren Sie hier mehr über das Projekt zur Verbesserung der Basisgesundheitsversorgung

Aktiv gegen Unterernährung

In der Provinz Western Bahr el Ghazal im Nordwesten des Landes behandeln die Johanniter schwer unterernährte Kinder mit therapeutischer Nahrung, die mit Vitaminen und Mineralien angereichert ist. Leicht unterernährte Kinder und unterernährte schwangere und stillende Frauen werden mit Zusatznahrung versorgt. Jedes Jahr kommt es in der Region zu einer Hungerperiode, da die Ernte nicht ausreicht, die Bevölkerung bis zur nächsten Erntezeit zu ernähren. In dieser Zeit verschärft sich die Nahrungsmittelknappheit. Deshalb verteilen die Johanniter Zusatznahrung an alle Kinder unter drei Jahren, um Unterernährung in dieser Zeit vorzubeugen. Gleichzeitig bekämpfen die Johanniter auch die Ursachen von Unterernährung und Krankheiten: Aufklärung über Hygiene, Ernährung und Umgang mit Trinkwasser sind genauso Teil der Arbeit wie die Unterstützung der Menschen für eine verbesserte Landwirtschaft und Viehhaltung.

Lesen Sie hier mehr über die Ernährungsprojekte

Südsudan: das jüngste Land der Welt kommt nicht zur Ruhe

Bereits zwei Jahre nach der Staatsgründung flammten Ende 2013 neue Konflikte auf. Ein Machtkampf zwischen Präsident Salva Kiir Mayadit und dem ehemaligen Vizepräsidenten Riek Machar führte zu einem Bürgerkrieg, der bereits zehntausende Menschenleben forderte. Millionen mussten ihre Heimat verlassen. Mit der Unabhängigkeit am 9. Juli 2011 galt es eigentlich, den Staat völlig neu aufzubauen. Doch bis heute gibt es im Südsudan praktisch keine vorhandene Infrastruktur. Neben Straßen fehlen Strom, Medikamente, und Know-How. Es mangelt an Lehrern, Ärzten und Technikern ebenso wie an Verwaltungspersonal oder landwirtschaftlichen Fachkräften. Die Versorgung der Menschen mit Trinkwasser oder Lebensmitteln ist oft äußerst schwierig. Die aktuellen Kampfhandlungen in großen Teilen des Landes verschärfen die Situation zusätzlich. Menschen auf der Flucht können ihre Felder nicht bewirtschaften, Zufahrts- und Lieferwege sind nicht passierbar, Lebensmittelpreise steigen und die Nahrungsmittelknappheit grassiert. Der Südsudan erlebt eine der schwersten humanitären Krisen weltweit.

Die Menschen im Südsudan sind dringend auf Ihre Hilfe angewiesen.

  • 75 Euro kostet die lebensrettende Aufbaunahrung
  • 30 Euro ermöglichen die Ausbildung des Personals und den Kauf von medizinische Instrumenten für eine Gesundheitsstation.
  • 20 Euro reichen für dringend benötigte Medikamente
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Eine Übersicht der aktuellen Projekte im Südsudan erhalten Sie in der unten stehenden Tabelle.

Projektübersicht

Region Projekt Laufzeit Finanzierung
Jur River, Wau und Raga County, Western Bahr El Ghazal State Gemeindebasierte Behandlung und Prävention von Unterernährung bei Kindern, schwangeren und stillenden Frauen 04.09.2014 – 31.07.2017 / 01.05.2015 – 31.10.2017 BMZ ESÜH
Provinzen Nagero und Tambura, Western Equatoria State Verbesserung der Basisgesundheitsversorgung 01.01.2016 – 30.09.16 Health Pooled Fund
Western Bahr El Ghazal State, Wau County und Stadt Wau Nothilfe durch Aufbaunahrung gegen akute und moderate Unterernährung 27.07.2016 - 31.10.2016 OIM Rapid Response Fund

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Bündnispartner der Johanniter: Aktion Deutschland hilft, Gemeinsam für Afrika, VENRO und DZI

Ihr Ansprechpartner Julian Jekel

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