Die Gronauer Klinikgeschäftsführerin Birgit Töben gibt den Staffelstab an ihren Nachfolger weiter
„Reformen kenne ich schon seit 44 Jahren.“
„Meine Berufsjahre sind sehr schnell vergangen, Langeweile hatte ich nie! Das hat damit zu tun, dass ich viele interessante Gesundheitseinrichtungen und Aufgaben kennenlernen durfte und fachkompetente, offene und herzliche Kolleginnen und Kollegen an der Seite hatte. Viele herausfordernde Projekte haben wir gemeinsam auf den Weg gebracht und umgesetzt. Es war eine tolle Zeit in einem großen und interessanten Konzern“, resümiert Klinikgeschäftsführerin Birgit Töben. Nach fast acht Jahren im Leinebergland am kleinsten Johanniter-Krankenhaus und insgesamt 44 Berufsjahren geht sie am 01. Juli in den Ruhestand. „Ob dieser ‚Ruhe‘stand ruhig wird, bleibt abzuwarten“, sagt sie. Am 25. Juni wurde sie in feierlicher Runde in ihrem Krankenhaus von den Johannitern verabschiedet.
Was hat sich in den fast acht Jahren seit ihrem Amtsantritt verändert? „Die Zeit hat sich verändert, der Johanniter Konzern ist deutlich gewachsen und das Gesundheitssystem ist in ständiger Bewegung und Unruhe, reformiert sich. Reformen kenne ich allerdings schon seit 44 Jahren“, antwortet sie.
Und: Das Johanniter-Krankenhaus Gronau setzt längst verstärkt auf Angebote für eine ältere Bevölkerung. Denn: „Die Anzahl der Patientinnen und Patienten mit einer dementiellen Erkrankung erhöht sich ständig, natürlich auch, weil durch gute Diagnostik genauere Diagnosen erhoben werden können.“ Das Gronauer Johanniter-Krankenhaus hat von der Sylvia Hemmet Stiftung das Zertifikat „Demenzsensibles Krankenhaus“ erhalten. 2027 steht die Überprüfung an.
Zu fragen bleibt, insgesamt betrachtet, ob die scheidende Geschäftsführerin ihr Krankenhaus als Haus der Akut- und Regelversorgung für die Zukunft gut aufgestellt sieht?
„Eigentlich ja“, sagt sie. „Aber ich übe mich in Zurückhaltung. Ich kann einfach nicht in die Glaskugel schauen. Die Entwicklungen im Gesundheitswesen überholen uns zeitlich. Was heute noch grün ist, ist morgen schon rot! Und, kleine Krankenhäuser stehen nur bedingt auf der politischen Wunschliste.“