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21.07.2023 | Dienststelle Ortsverband Nordenham

Griechenland-Wohngemeinschaft vereint auf dem Deichbrand-Festival

Nordenhamer Johanniter Niklas Renken lädt Johanniter aus Würzburg, Einbeck und Hildesheim zum Sanitätsdienst ein

Gregor Gutbrod, Niklas Renken, Sophie Renneberg, Tina Grünemay und Christoph Plaßmeyer sind gar nicht zu bremsen, wenn sie von ihrem internationalen Austausch für junge Führungskräfte in Griechenland sprechen. Vor einigen Monaten in Thessaloniki ging es für die fünf Freunde um den Bevölkerungsschutz vor Ort, jetzt in Cuxhaven um den Sanitätsdienst auf dem Deichbrand Festival. Dort haben sich die fünf Helferinnen und Helfer wiedergetroffen. Angereist sind sie dafür aus Würzburg, Nordenham, Hildesheim, Einbeck und Oldenburg. Der jungen Freundschaft wegen – vereint an der Unfallhilfsstelle 3 mit gemeinsamen Diensten direkt am Innenfeld bei der gigantischen Water Stage.

Der Austausch für junge Führungskräfte in Thessaloniki war seinerzeit organisiert von der Johanniter-Akademie, unterstützt durch das Deutsch-Griechische Jugendwerk. „Wir haben dort Einblicke in den Bevölkerungsschutz, ins Ehrenamt, den Rettungsdienst und in die Arbeit der Feuerwehr erhalten und wurden dabei enorm gegroundet“, sagt Gregor. Das Ehrenamt zum Beispiel sei in Griechenland ganz anders organisiert und es werde für Ausstattungen, Material und die Helfenden-Ausbildung viel weniger Geld in die Hand genommen, als bei uns. „Sie bekommen unter anderem kein Geld vom Staat dafür“, erklärt der 25-Jährige. Auch die Strukturen im Bevölkerungsschutz seien ganz anders, kleinteiliger, dafür aber vielfältiger aufgestellt. „Mit dabei sind unter anderem die Hilfsarbeiten bei Waldbränden sowie die Wasser- und Höhenrettung“, erläutert Sophie.

Neben dem griechischen Bevölkerungsschutz haben die fünf Freunde auch viel über die Kultur und das Land erfahren. Und sie haben die Sprachbarrieren überwunden. „Im Laufe der Woche wurde unser Englisch immer besser und die Gespräche bei ein bis zwei Gläsern Wein immer persönlicher“, erinnert sich Gregor. Für den Würzburger und den anderen Teilnehmenden war der Austausch mit den Griechen sehr wertvoll. „Wir haben auch für die eigene Expertise sehr viel Input bekommen.“

Die fünf Johanniter-Freunde haben während ihres Aufenthaltes in Thessaloniki in einer gemeinsamen Wohnung gelebt und sich sofort gut verstanden. Dort entstand auch die Idee, dass die fünf zusammen Dienst beim Deichbrand-Festival in Nordholz machen. Der Nordenhamer Zugführer Niklas Renken und auch Christoph Plaßmeyer aus Oldenburg sind schon lange beim Deichbrand-Sanitätsdienst dabei und luden die anderen ein, mitzukommen. Rund 700 Einsatzkräfte der Johanniter-Unfall-Hilfe aus ganz Deutschland kümmern sich dort um rund 60.000 Festivalbesucher. Für Katastrophenschützer ist so ein Großeinsatz immer eine gute Gelegenheit, das Gelernte aktiv zu üben.

„Wir möchten den Kontakt auf jeden Fall aufrechterhalten, auch zu den Griechen“, sind sich alle einig. So waren die Griechen beispielsweise auch schon bei der JUH in Hannover zu Besuch, um mehr über die Strukturen des Katastrophenschutzes in Niedersachsen zu erfahren. Auf den Sanitätsdiensten in Deutschland versuchen Gregor, Niklas, Sophie, Tina und Christoph immer wieder gemeinsam Dienst zu leisten. Niklas war beispielsweise vor einigen Wochen zum Grillen bei Gregor in Würzburg, anschließend sind die beiden dann mit weiteren JUH-Kollegen im Konvoi zum Southside-Festival gefahren. Und was haben die fünf Johanniter-Freunde noch von den Griechen mitgenommen? Ganz klar: „Das große Gemeinschaftsgefühl und mit dem auszukommen, was man hat.“ Und vielleicht sind beim nächsten Deichbrand-Festival sogar Unterstützungskräfte aus Griechenland dabei, um die Arbeit im Sanitätsdienst in Deutschland in einem realen Großeinsatz kennenzulernen.