Kommunalpolitischer Abend der Münsteraner Hilfsorganisationen

Münster, 28. März 2019

 

Welche Bedeutung haben die Hilfsorganisationen in Münster für den Katastrophenschutz und warum ist die hauptamtliche Einbindung in den Rettungsdienst für ein starkes Ehrenamt in Münster wichtig?

Bei ihrem zweiten kommunalpolitischen Abend zogen die Münsteraner Hilfsorganisationen (ASB RV Münsterland e.V., DRK-Kreisverband Münster e.V., Malteser Hilfsdienst Stadtverband Münster und die Johanniter) Bilanz über das Jahr 2018. Als Ehrengast bei der Veranstaltung im Mühlenhof war Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, dabei. 55.248 Stunden haben die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der Organisationen im vergangenen Jahr geleistet. Davon entfielen

-> 58 % auf Sanitätsdienste bei Großveranstaltungen,

-> 30 % auf die Ausbildung der eigenen Einsatzkräfte,

-> 7 % auf den Rettungsdienst und

-> 5 % auf Alarmierungen im Katastrophenschutz.

Neben den wiederkehrenden Sanitätsdiensten beim Karneval, Send, Münster-Marathon und Münsterland-Giro, hat der Einsatz am Kiepenkerl am 7.4.2018 das vergangene Jahr auch bei den Hilfsorganisationen nachhaltig geprägt. Es sind diese Einsätze, die allen noch einmal deutlich vor Augen führen, was Gefahrenabwehr bedeuten kann. Das Jahr ging zu Ende mit dem 4. Platz bei der Verleihung des Förderpreises "Helfende Hand"vom Bundesinnenministerium in der Kategorie "Innovative Projekte". Dies war bereits das dritte Mal, dass das "Bündnis für Münster" die begehrte Auszeichnung erhielt.

Zwei Themen standen auch nach dem offiziellen Teil beim Fachpublikum im Fokus: Zum einen die gestiegenen gesetzlichen Anforderungen an Qualifikation und Ausbildung im Rettungsdienst; zum anderen die Forderung der Hilfsorganisationen an die Stadt Münster auf Einbindung in die Notfallrettung und das damit im Zusammenhang stehende und gerade veröffentlichte Urteil des Europäischen Gerichtshofes zur Bereichsausnahme. Darin geht es um die Bestätigung des bewährten Gesamtsystems aus Rettungsdienst und Katastrophenschutz. Kreise und kreisfreie Städte können demnach rettungsdienstliche Leistungen unter bestimmten Bedingungen ohne europaweite Ausschreibung an gemeinnützige Hilfsorganisationen vergeben. Eine Entscheidung, auf die das Bündnis der Hilfsorganisationen in Münster seit langem wartet.

Der Mühlenhof mit seinen urigen Gebäuden und das "echt westfälische Buffet" bot den optimalen Rahmen für diesen Anlass.