Alltag eines Luftrettungsassistenten

Der Einsatztag eines Luftrettungsassistenten des Christoph 4 beginnt in den frühen Morgenstunden.
Der Einsatztag eines Luftrettungsassistenten beginnt in den frühen Morgenstunden.

Früher Start für Christoph 4

6:30 Uhr | Dienstbeginn. Die PCs werden hochgefahren, mittels Internet das Flugwetter abgerufen und eine frische Fliegerkombi bestückt und angezogen. Während der diensthabende Arzt der vergangenen Nacht einen Kaffee aufsetzt, holen Pilot und Rettungsassistent den Rettungshubschrauber aus dem Hangar und überprüfen Helikopter, medizinische Geräte und das Navigationssystem.

7:00 Uhr | Der Rettungsassistent meldet bei 14 Rettungsleitstellen und Polizeidienststellen die Einsatzbereitschaft des Christoph 4 an.

7:03 Uhr | Die erste Anfrage trifft ein: Ein schwerer Verkehrsunfall auf der L188 Höhe Kreuzkrug.

7:05 Uhr | Der Helikopter hebt vom Landedeck ab und nimmt Kurs auf den Einsatzort. Der Rettungsassistent unterstützt den Piloten bei der Navigation und führt die Funkgespräche mit Polizei und Rettungsleitstelle. Gleichzeitig nimmt der Pilot mit der Flugsicherung in Hannover Kontakt auf, will vom Rettungsassistenten den genauen Einsatzort und den Kurs wissen. Der Arzt fragt nach dem Verletzungsmuster des Patienten.

7:11 Uhr | Die Einsatzstelle ist in Sicht. Ein an der Einsatzstelle befindliches Polizeifahrzeug übernimmt die Einweisung des Rettungshubschraubers und die Absicherung des Landeplatzes.

7:12 Uhr | Landung des orangenen Helikopters auf der Landstraße. Da der Landeplatz sehr klein ist, ist von der Besatzung volle Konzentration verlangt.

7:13 Uhr | Ankunft beim Patienten. Ein PKW ist frontal gegen einen Baum gefahren. Der Fahrer ist eingeklemmt und schwer verletzt. Ein Rettungswagen ist bereits vor Ort und hat erste Maßnahmen eingeleitet. Der Patient wird im Unfallauto medizinisch versorgt. Die Feuerwehr, die zwischenzeitlich eingetroffen ist, befreit den Verletzten. Die Atemwege werden gesichert und der Patient wird künstlich beatmet. Der Kreislauf wird mit Infusionslösungen stabilisiert.

7:21 Uhr | Der Patient wird im Rettungswagen weiter versorgt und anschließend in den Hubschrauber gebracht.

7:32 Uhr | Start des Rettungshelikopters in Richtung Unfall- und Rettungszentrumder Medizinische Hochschule Hannover (MHH).

7:38 Uhr | Landung an der MHH. Der Patient wird in den Schockraum der Notfallaufnahme gebracht, wo bereits ein Team von zehn Ärzten und medizinischem Personal verschiedenster Fachabteilungen bereitsteht, um die Weiterbehandlung zu übernehmen.

7:42 Uhr | Christoph 4 wird aufgetankt, die Hubschrauberkabine gereinigt, das verbrauchte Material wieder aufgefüllt und der Einsatz anschließend per EDV dokumentiert.

Durchschnittlich 5 Einsätze fliegt der Rettungshubschrauber Christoph 4 am Tag.
Durchschnittlich 5 Einsätze fliegt der Rettungshubschrauber am Tag.

Besprechung und Dokumentation vor dem nächsten Einsatz

8:30 Uhr | Bei einem gemeinsamen Frühstück werden die Einsätze des vergangenen Tages besprochen. Verdachtsdiagnosen werden mit den Ergebnissen der modernen Diagnostik verglichen, medizinische Maßnahmen auf ihre Richtigkeit überprüft und einsatztaktische Dinge besprochen.

8:35 Uhr | Währenddessen kommen Fachleute aus der Medizintechnik. Die Beatmungsgeräte stehen zur Überprüfung an und werden ausgetauscht.

8:38 Uhr | Das Telefon will einfach nicht stillstehen. Nach mehreren unterschiedlichen Nachfragen zu dem morgens behandelten Patienten meldet sich ein Kindergarten zur Besichtigung an.

8:41 Uhr | Mitten im Frühstück kommt der nächste Alarm: Ein Patient mit Verdacht auf Herzinfarkt in der Region Hannover. Der Hubschrauber ist in zwei Minuten in der Luft, der Kindergarten muss warten. An diesem Tag werden noch sechs weitere Einsätze geflogen und dokumentiert, der Hubschrauber danach stets aufs Neue aufgerüstet. Die Reparatur des Hangars wird abgeschlossen, etliche Telefonate geführt und E-Mails beantwortet, die Überprüfung der Beatmungsgeräte abgeschlossen, Verbrauchsmaterial bestellt und auch der Kindergarten kommt zu seiner Besichtigung.

Abmeldung der Einsatzbereitschaft

18:37 Uhr | Die Sonne geht unter. Der Rettungsassistent meldet die Einsatzbereitschaft bei den Rettungsleitstellen ab. Die Maschine wird in den Hangar gebracht. Während der Pilot die Tagesnachflugkontrolle beim Hubschrauber durchführt und alle wichtigen Komponenten überprüft, führt der Rettungsassistent die erforderliche Desinfektion durch.

19:45 Uhr | Die Station wird abgeschlossen und die Besatzung tritt den Heimweg an. Am nächsten Tag um 6:30 Uhr müssen alle wieder fit sein!