06.06.2026 | Johanniter-Kinderhaus "Pusteblume" (Hospiz & WG)

Startklar zum Helfen: Acht neue ehrenamtliche Familienbegleitende im Kinderhaus "Pusteblume"

Rund 100 Stunden intensives Lernen sind geschafft: Die acht Teilnehmenden des aktuellen Ehrenamtskurses im Kinderhaus „Pusteblume“ haben ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen. Nun verstärken sie das wachsende Team von Ehrenamtlichen im Kinderhaus

Seit September 2025 haben sie sich intensiv auf ihre zukünftigen Einsätze vorbereitet: Acht Männer und Frauen waren im aktuellen Durchgang des Ehrenamtskurses im Kinderhaus dabei. Hier konnten sie das nötige Rüstzeug an Wissen und Praxiserfahrungen sammeln, um nun als ehrenamtliche Familienbegleiter*innen das hauptamtliche Team, aber vor allem die Familien, Kinder und Jugendlichen hier zu unterstützen.

Die Schulung vermittelt dabei weit mehr als fachliche Inhalte. Die Teilnehmenden sollen hierdurch eine Haltung entwickeln, die Familien mit schwer oder lebensverkürzend erkrankten Kindern in ihren individuellen Bedürfnissen wahrnimmt und begleitet. 

„Ich hatte zuerst Sorge davor, dass mich der Umgang mit den Kindern nachhaltig belasten würde“, sagt Stefan Tarnow, der mit 20 Jahren einer der jüngsten Teilnehmer ist. „Ich habe aber schnell gemerkt, dass das keine Belastung ist, im Gegenteil. Es ist ein Ausgleich, es gibt mir Kraft.“

Genau diese Erkenntnisse erhofft sich Christin Kuhle, die Ehrenamtskoordinatorin im Kinderhaus, von dem Kurs. Denn neben den vermittelten theoretischen Inhalten gehört vor allem auch die Auseinandersetzung mit den eigenen Grenzen, Gefühlen und Erfahrungen dazu. „Die eigenen Befindlichkeiten sollen erkannt werden, damit sie nicht zum Stolperstein werden“, so Kuhle. Ihr ist wichtig, dass die Teilnehmenden selbst ein gesundes Maß an Nähe und Distanz für sich finden.

Neben zehn theoretischen Schulungstagen sammeln die Teilnehmenden bei praktischen Einsätzen weitere Erfahrungen im Kinderhaus. Auf dem Lehrplan stehen unter anderem Kommunikation, Nähe und Distanz, Sterben, Tod und Trauer, Kinderschutz, Erste Hilfe, Achtsamkeit, Rituale sowie die Auseinandersetzung mit der eigenen Endlichkeit.

Insgesamt umfasst der Kurs damit etwa 100 Stunden. Stefan Tarnow hat dafür viele Wochenenden und freie Abende investiert, doch das stört ihn nicht. Das Ehrenamt sieht er als Ausgleich zu seinem eher theoretischen Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Potsdam. Während er sonst vor allem mit „Kopfsachen“ zu tun hat, ist der Einsatz im Kinderhaus für ihn eine echte Herzensangelegenheit.

„Ich war jetzt schon ungefähr sechs Mal im Kinderhaus mit den Kindern „im Dienst“. Die ersten Male war ich wirklich ziemlich schüchtern – vor allem im Umgang mit den zum Teil auch etwas kleineren Kindern,“ erinnert Tarnow sich. „Ich merke aber jedes Mal, wie ich aufgeweckter werde und mich viel mehr auf die Kinder einlassen kann. Das ist eine Schule für mein gesamtes Leben.“

Das Kinderhaus-Team unterstützt die ehrenamtlich Helfenden dabei, das passende Einsatzfeld hier zu finden. Das kann Gartenarbeit sein, Unternehmungen mit Geschwisterkindern, Hilfe bei Festen und Veranstaltungen und natürlich die Begleitung der erkrankten Kinder und Eltern, zum Beispiel bei Spaziergängen oder anderen Freizeitangeboten im Kinderhaus. 

Die Möglichkeiten sind vielfältig und richten sich immer auch nach persönlichen Interessen und Erfahrungen, wie Ehrenamtskoordinatorin Christin Kuhle betont. „Wir geben eigentlich kein Einsatzgebiet für die Ehrenamtlichen vor, das hängt sehr von den jeweiligen Menschen ab. Und meistens findet das Haus selbst den richtigen Platz für sie.“ 

Seit Bestehen des Kinderhauses wurden insgesamt vier Ehrenamtskurse durchgeführt und darüber etwa 45 Teilnehmende aus allen Altersgruppen zu ehrenamtlichen Familienbegleiter*innen ausgebildet. Aktuell sind 20 von ihnen aktiv im Kinderhaus im Einsatz. Neue ehrenamtlich Helfende sind immer willkommen und können sich bei Interesse im Kinderhaus melden. Der nächste Ehrenamtskurs startet voraussichtlich im September 2026.