Sitzung im Jahr 2019

Nürnberg, 28. Januar 2019

Fotograf: Rudi Ott

Am Donnerstag 24.01.2019 widmete sich der Bildungsbeirat im Großen Sitzungsaal des Rathauses der Bildungsintegration von Neuzugewanderten. Damit nahm der Beirat das Thema nach der Sitzung im Januar 2016 erneut in den Blick. Damals waren fast 8.000 Geflüchtete, darunter rund 500 unbegleitete Minderjährige, in Nürnberg angekommen und standen vor einer Integration ins Bildungssystem. In der 18. Sitzung des Beirats diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aller Bildungsbereiche über die aktuelle Bildungspraxis und nahmen auch Stellung zu den derzeitigen Herausforderungen für Menschen und Bildungsinstitutionen.
In seiner Begrüßung wies Oberbürgermeister Ulrich Maly darauf hin, dass die Fluchtzuwanderung zwar stark zurückgegangen sei, aus EU-Ländern jedoch nach wie vor eine große Anzahl von Menschen nach Nürnberg kommen, insbesondere aus Süd- und Osteuropa. Auch wenn viele nur zeitweilig zum Arbeiten hierherkommen, bräuchten sie und ihre Kinder vor Ort adäquate Bildungsangebote.
Der Beirat widmete sich im Folgenden der Situation in unterschiedlichen Bildungsbereichen. Dazu berichteten Expertinnen und Experten in kurzen Beiträgen über den aktuellen Stand und über Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen. Im Mittelpunkt stand neben Spracherwerb und Übergängen zwischen den Bildungseinrichtungen jeweils auch die aktuelle Situation der Gruppe der EU-Zuwandernden.
Im ersten Redebeitrag gingen Jessica Mogavero und Julia Wojcik auf den Spracherwerb von Erwachsenen ein. Exemplarisch für viele andere erfolgreiche Initiativen und Einrichtungen in Nürnberg, die niedrigschwellig und kostenlos Sprachkurse anbieten, stellten sie die Arbeit der Johanniter-Nürnberg im First-Steps- Integrationszentrum für Flüchtlinge vor. Ausschlaggebend für den Spracherfolg sei es, immer die aktuelle Lebenssituation der Lernenden zu berücksichtigen: Gute Kinderbetreuung sowie ein Lernen ohne Druck und Sanktionen sind hier ausschlaggebend. Wünschenswert wären weiterführende oder aufeinander aufbauende Kursangebote, die von First Steps mit den derzeitigen Kapazitäten nicht angeboten werden können. Hilfreich für die Teilnehmenden wäre auch die Möglichkeit, den erreichten Sprachstand offiziell und kostenlos zertifizieren zu lassen und damit einen Nachweis für weitere Integrationsbemühungen, zum Beispiel auf dem Arbeitsmarkt, zu haben. Beiratsmitglieder benannten im Zusammenhang mit der erfolgreichen Arbeit der Johanniter das Dilemma, dass gute Initiativen häufig projektförmig arbeiteten und dem Angebot damit eine langfristige Perspektive und Nachhaltigkeit fehle.

 

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