Speziell für die Kleinsten

Nürnberg, 11. Mai 2019

Auch die Herz-Lungen-Wiederbelebung eines Säuglings konnte trainiert werden. (Foto: Nadine Brantl)

Seit 1979 ist der Babynotarztwagen der Johanniter-Unfall-Hilfe in der gesamten Region Mittelfranken unterwegs. Stationiert ist er in der Rettungswache der Johanniter im Nürnberger Norden. Meist wird er dann gerufen, wenn ein Früh- oder Neugeborenes in Not ist und eine entsprechend dringende Behandlung braucht. Zum 40. Jubiläum dieses besonderen Einsatzfahrzeuges finden das ganze Jahr über verschiedene Aktionen bei den Johannitern in Nürnberg statt.

Den Beginn machte das 1. Nürnberger Neugeborenen- und Kindernotfallsymposium am Samstag, den 11.05.2019. Dazu wurden Mitarbeiter aus Kinderkliniken, dem Rettungsdienst und Ärzte eingeladen. Mehr als 100 Teilnehmer kamen der Einladung nach. Die Gäste erwartete neben dem Training von Fertigkeiten zu bestimmten Notfallsituationen auch ein interessantes Vortragsprogramm. Hier drehte sich alles um das Thema Kinder, Neu- und Frühgeborene. Als Referenten konnten die Johanniter unter anderem Prof. Dr. Michael Schroth von der Cnopfschen Kinderklinik und Dr. Sigrun Karsten vom Klinikum Nürnberg, Klinik für Neugeborene, Kinder und Jugendliche gewinnen.

Das Programm versprach einen interessanten und abwechslungsreichen Tag. Die Besucher lauschten interessiert den Fachvorträgen und nutzen die Trainingseinheiten. Hier konnten sie zum Beispiel die Herz-Lungen-Wiederbelebung an einer speziellen Babypuppe üben. Drei Hebammen erklärten den Ablauf der Geburt und zeigten, wie genau das Fachpersonal in einer solchen Situation vorgehen sollte und auf was zu achten ist. Eine besondere Übung brachte die Firma Teleflex mit. Da es gerade bei Neu- oder Frühgeborenen schwierig ist, einen Zugang zu legen, gibt es das sogenannte EZIO-System. Mit Hilfe eines kleinen Bohrers kann so behutsam ein Zugang über den Knochen erfolgen. Geübt wurde das an rohen Eiern und Hähnchenschenkel.

Besondere Ausstattung

Der Babynotarztwagen ist einzigartig im Großraum und speziell auf die Bedürfnisse der kleinen Patienten ausgerichtet. Statt einer normalen Trage ist das Fahrzeug mit einem Intensivtransportinkubator ausgerüstet, der von einem „Brutkasten“ zum Wärmeerhalt über Spritzenpumpen bis zum Beatmungsgerät alles beinhaltet, was im Notfall lebensrettend sein kann.

Die auf dem Fahrzeug eingesetzten Rettungs- und Notfallsanitäter/innen sind speziell auf Babys und Neugeborene geschult und absolvieren regelmäßig Praktika in der Cnopfschen Kinderklinik in Nürnberg. „Neben unserem spezialisierten Rettungsdienstpersonal ist bei vielen Transporten eine Kinderärztin oder ein Kinderarzt einer Kinderklinik mit an Bord“, erklärt Michael Seitz, Vorstandsreferent der Johanniter und zuständig für die Einsatzdienste.

Seit 1979 unterwegs

1979 wurde das Konzept zum Babynotarztwagen mit hohem ehrenamtlichem Engagement entwickelt und kurz darauf aus Eigenmitteln das erste Sonderfahrzeug angeschafft. In den Folgejahren etablierte sich dieses Modell einer spezialisierten Früh- und Neugeborenenversorgung und der Babynotarztwagen ist mittlerweile fester Bestandteil des Rettungsdienstes in unserer Region.

„Uns ist es wichtig, eine geeignete Transportmöglichkeit für Früh- und Neugeborene zu bieten. Und das ist uns über Jahre mit dem Babynotarztwagen gelungen.“, erklärt Seitz weiter. Als fester Bestandteil des Rettungsdienstes wird der Babynotarztwagen wie jeder andere Rettungswagen auch vom Rettungsdienst Bayern – also von Krankenkassen – finanziert und ist seit Anfang der neunziger Jahre Teil der öffentlichen-rechtlichen Rettungsdienstvorhaltung.