08.03.2026 | Akkon Cottbus

Zivil-militärische Großübung „Medic Quadriga 2026“ am BER

Johanniter aus Südbrandenburg im Einsatz

Südlich des Flughafens BER wurde es in den vergangenen Tagen ungewöhnlich geschäftig: Im Rahmen der multinationalen Großübung „Quadriga 2026“ trainierten Bundeswehr, internationale Kräfte und zivile Organisationen gemeinsam den Ernstfall. Am Freitag, den 6. März, verschafften sich Gäste aus Politik, Wirtschaft und Militär – darunter Verteidigungsminister Boris Pistorius – vor Ort ein Bild von den Abläufen.

Die Übung gehört zu den größten militärischen Trainingsvorhaben in Europa und ist in vier Bereiche gegliedert. „Northern Quadriga“ konzentriert sich auf maritime Sicherheit und Seetransport. Bei „Grand Quadriga“ steht die schnelle Verlegung von Heereskräften über Land und See im Mittelpunkt. „Medic Quadriga“ wiederum trainiert den Lufttransport Verwundeter aus Litauen nach Deutschland. Der vierte Baustein ist die sogenannte „Realunterstützung“ innerhalb Deutschlands: Hier arbeiten Bundeswehr und zivile Einsatzkräfte eng zusammen. Beteiligt sind unter anderem Malteser, Johanniter, Zivilschutz, ADAC-Luftrettung, DRK, DLRG, die DRF Luftrettung sowie weitere Hilfsorganisationen.

Johanniter aus Südbrandenburg mitten im Übungsgeschehen

Auch Einheiten der Johanniter aus Südbrandenburg waren Teil dieses komplexen Szenarios. Vom 1. bis zum 7. März waren Einsatzkräfte aus Cottbus und Dahme-Spreewald im Rahmen der Medical Task Force 18 (MTF 18) eingebunden.

Ihre Aufgabe: Die medizinische Versorgung unterstützen und die logistischen Abläufe rund um die Aufnahme, Sichtung und Weiterverlegung von Verwundeten sicherstellen. Gerade in solchen groß angelegten Lagen kommt es darauf an, dass Rettungskräfte, Transportketten und medizinische Versorgung wie ein Uhrwerk ineinandergreifen.

Ebenfalls Teil des Szenarios war der Rettungswagen Infektion (RTW-Infektion) des Landes Brandenburg, der durch die Johanniter Südbrandenburg besetzt wird. Solche Spezialfahrzeuge sind besonders wichtig, wenn Patienten unter erhöhten Infektionsschutzmaßnahmen transportiert werden müssen.

Darüber hinaus war auch die noch junge Verwundeten-Transportkomponente 100 der Johanniter (VTpK-JUH100) in das Übungsgeschehen eingebunden. Diese bundesweit aufgebaute Komponente soll im Krisen- oder Verteidigungsfall helfen, eine größere Zahl von Verletzten strukturiert zu transportieren – ein wichtiger Baustein der zivil-militärischen Zusammenarbeit.

Zusammenarbeit mit der Bundeswehr weiter ausgebaut

Ein sichtbares Zeichen dieser Zusammenarbeit wurde ebenfalls am BER gesetzt: Im Rahmen von „Medic Quadriga“ unterzeichneten die Johanniter-Unfall-Hilfe, der Malteser Hilfsdienst und der Zentraler Sanitätsdienst der Bundeswehr eine Absichtserklärung zur Feststellung einer privilegierten Partnerschaft.

Ziel ist es, die Zusammenarbeit zwischen militärischem Sanitätsdienst und zivilen Hilfsorganisationen weiter zu vertiefen – insbesondere bei großen Schadenslagen, Katastrophen oder im Verteidigungsfall.

Die militärische Führung zeigte sich nach den bisherigen Übungstagen zufrieden. Solche Szenarien bieten die Möglichkeit, Abläufe realitätsnah zu testen, Schwachstellen zu erkennen und die Zusammenarbeit zwischen Bundeswehr und Hilfsorganisationen weiter zu verbessern.

Für die Johanniter steht dabei eines im Mittelpunkt: Gut vorbereitet zu sein, wenn Menschen Hilfe brauchen.