Das Innere der Menschen erreichen

Lindlar / Wiehl, 30. November 2018

Judith Timmermann und Labradorhündin Cleo

Tag des Ehrenamts: Engagement beim Besuchshunde-Dienst

Es gibt Momente, in denen Judith Timmermann genau weiß, warum sie sich ehrenamtlich beim Besuchshunde-Dienst der Johanniter engagiert. „Da war etwa die dementiell erkrankte Seniorin, bei der ich dachte, dass sie ihre Außenwelt nicht mehr wahrnimmt.“

Doch als ein Besuchshund der älteren Dame vorsichtig ein Leckerchen aus der Hand nahm, strahlte sie und meinte: „Du bist aber ein Guter!“ Das sei eben das Großartige an diesem Dienst mit den Vierbeinern: „Man erreicht mit den Hunden das Innere der Menschen“, meint Judith Timmermann.

Die 43-Jährige aus Lindlar gehört zu den 350 Menschen, die sich bei den Johannitern im Regionalverband Rhein.-/Oberberg ehrenamtlich engagieren. Die Freiwilligen begleiten Kinder, ältere, erkrankte oder sterbende Menschen, sie lehren die Erste Hilfe, schützen die Gesundheit der Bevölkerung oder retten Leben mit Rettungshunden.

Dank an Engagierte, Spender und Fördermitglieder

„Gerne nutzen wir den Tag des Ehrenamts, um das vielfältige Engagement unserer ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer zu würdigen und uns dafür zu bedanken“, sagt Regionalvorstand Steffen Lengsfeld. Viele Dienste in der Region könnten in diesem Umfang ohne ihre ehrenamtliche Unterstützung nicht realisiert werden. „Wir sind froh, dass wir die Ausbildung und Ausstattung unserer Ehrenamtlichen dank unserer Spenden und Fördermitgliederbeiträgen finanzieren können“, betont Vorstand Lengsfeld. Spenden fürs Ehrenamt sind hier möglich. 

"Der Hund ist ausgelastet"

Nachdem ihre beiden Kinder größer geworden waren, wollte auch Judith Timmermann ihre Freizeit sinnvoll verbringen – und das am liebsten mit Labrador Cleo, einem ihrer drei Familienhunde. Und da sowohl sie als auch Hündin Cleo gerne Kontakt zu Menschen aufnehmen, trat sie dem Besuchshunde-Dienst der Johanniter bei.

Freundlich, lernwillig und aufgeschlossen

Mit fünf weiteren Ehrenamtlichen und ihren Hunden haben Judith Timmermann und Cleo jetzt die insgesamt 70-stündige Ausbildung für den Besuchshunde-Dienst abgeschlossen. Judith Timmermann unterstützt nun außerdem Bianca Blümel bei der Koordination dieses Dienstes.

Seit Gründung des Dienstes im Jahr 2011 sind bisher 24 Ehrenamtliche und ihre Vierbeiner ausgebildet worden. Die Hunde sollen freundlich, aufgeschlossen und lernwillig sein und Lärm sowie Getümmel unbeeindruckt aushalten können. So wie die anderthalbjährige Cleo: Sie befreundet sich blitzschnell mit den Menschen in ihrer Umgebung, mag es, gestreichelt zu werden und hält auch ein festes Zupacken aus.

Kontakt zu Senioren Kita-Kindern

Das Streicheln und Füttern der Tiere sowie das Spielen mit ihnen ebnet beim Besuchshunde-Dienst den Weg für die Kontaktaufnahme. „Außerdem schult die Beschäftigung mit dem Hund bei älteren oder erkrankten Menschen das Gedächtnis, die Feinmotorik und die Konzentration“, erklärt Judith Timmermann. Bei der Hundebissprävention in den Kitas trage der Kontakt zu Unfallverhütung und artgerechtem Umgang bei.

Bereichernd ist der Dienst nicht nur für die besuchten Menschen, sondern ebenso für die ehrenamtlichen Zwei- und Vierbeiner. „Hunde brauchen eine Aufgabe“, erklärt Judith Timmermann. Ihre Hündin Cleo sei nach jedem Einsatz gut ausgelastet und ruhe sich den Rest des Tages erst einmal aus. Und als gelernte Bankkauffrau hat sie bei dem Johanniter-Dienst eine weitere Tätigkeit gefunden, die ihr liegt und Spaß macht: „Ich mag das Organisieren und Strukturieren und erstelle nun gerne die Einsatzpläne und Terminlisten.“

Der Weg ins Ehrenamt: Wer sich für ein Ehrenamt bei den Johannitern in Rhein-Berg und Oberberg interessiert, meldet sich gerne bei Ehrenamtskoordinatorin Claudia Schmied-Prediger unter Tel. 02262 7626-32 und 02202 29310 oder per Mail.

Ihr Ansprechpartner Claudia Schmied-Prediger, Ehrenamtskoordination

Ohlerhammer 14
51674 Wiehl