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Bergisch Gladbach, 16. Dezember 2019

Krankenpflege und Altenpflege wachsen zusammen: Die Johanniter haben in Bergisch Gladbach einen Kooperationsvertrag geschlossen, der dem Fachkräftemangel entgegenwirkt und das Berufsbild in der Pflege aufwertet

Die Ausbildung der Pflegeberufe ist durch Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vereinheitlicht worden: Statt einer jeweils eigenständigen Ausbildung für Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege gibt es nun eine bundesweit einheitliche dreijährige Ausbildung mit dem Abschluss zu „Pflegefachfrau“ und „Pflegefachmann“.

Die Krankenpflege und Altenpflege wächst damit auch im Rheinisch-Bergischen Kreis zusammen: Jetzt wurde dafür ein Kooperationsvertrag geschlossen zwischen der Gemeinnützigen Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe mbH (GFO) Kliniken Rhein-Berg und der Katholischen Pflegeschule Bergisches Land. Er fasst die akutstationäre Pflege in Klinken mit der stationären und ambulanten Altenpflege zusammen. Beim Vertragsabschluss mit dabei war Pflegedienstleiterin Vanessa Steeg von der Johanniter-Sozialstation in Bergisch Gladbach (auf dem Foto hinten, 2.v.re.).

Vorteil: Fachkräfte sind in allen Bereichen einsetzbar

„Unsere zukünftigen Auszubildenden werden nun alle die Katholische Pflegeschule besuchen und dabei nicht nur unsere ambulante Pflege, sondern ebenso alle Bereiche dieses Berufs in den weiteren Einrichtungen der Kooperationspartner durchlaufen: Sie werden ihre Praktika in Seniorenheimen, in Psychiatrie, Chirurgie oder Notfallambulanz leisten “, erklärt Vanessa Steeg.

Die generalisierte Ausbildung in der Pflege habe nun in den ersten zwei Jahren dieselben Inhalte, im dritten und letzten Jahr könnten sich die Azubis spezialisieren. Und egal, wie ihre Spezialisierung aussehe: „Die Fachkräfte können später in allen Bereichen der Pflege arbeiten.“

Vorteil: mit besserer Bezahlung gegen den Fachkräfte-Mangel

Auch für die Pflege der Johanniter mit ihren mehr als 100 Kundinnen und Kunden in Bergisch Gladbach, Refrath und Bensberg wirke sich dieser Schritt gegen den Fachkräftemangel aus, meint Vanessa Steeg. „Das Image des Berufs verbessert sich nicht nur durch das erweiterte medizinische Wissen, das die Auszubildenden erwerben, sondern auch durch ihre Bezahlung.“ So ist mit der Initiative des Bundesministeriums das Schulgeld abgeschafft worden, und es gibt für die Lernenden eine Ausbildungsvergütung.

Zudem hofft Pflegedienstleiterin Vanessa Steeg, dass der Ruf der „schlecht bezahlten Jobs in der Pflege“ bald nicht mehr zu hören sei: „Gerade bei uns Johannitern ist die Bezahlung durch unseren Tarif und seine Zulagen sehr gut.“

Vorteil: medizinisches Wissen noch mehr verbessern

Für die Johanniter-Sozialstation bringe der Kooperationsvertrag noch einen weiteren Vorteil mit sich: „Unsere Auszubildenden lernen die neuesten medizinischen Standards, und davon profitieren auch wir." Dies betreffe zum Beispiel neue Wickeltechniken bei Verbänden, aktuelle Erkenntnisse beim Umgang mit dementiell erkrankten Menschen oder neu zugelassene Medikamente.

Und da nicht nur die eigene Azubis, sondern auch die Praktikantinnen und Praktikanten der anderen Einrichtungen in der Sozialstation arbeiteten, vergrößere sich dieser Effekt sogar.

Vorteil: weniger Aufwand bei der Organisation

„Wir öffnen uns für die Altenpflegeeinrichtungen. Diese wiederum vertraut uns ihre Auszubildenden an“, so Schulleiter Bernd Schramm von der Katholischen Pflegeschule Bergisches Land am Ausbildungscampus Gesundheit in Bensberg. „Dafür übernehmen wir die Organisation für unsere Kooperationspartner“, ergänzt Beate Schröter, Leiterin des Ausbildungscampus Bensberg am Vinzenz-Pallotti-Hospital in Bensberg.⁠

(Foto: Pascal Nordmann)

Freie Ausbildungsplätze gibt es dabei auch bei den Johannitern: Über Bewerbungen freut sich Pflegedienstleiterin Vanessa Steeg unter vanessa.steeg@johanniter.de

Der erste Ausbildungsgang in der Katholischen Pflegeschule beginnt im September 2020. Für die Ausbildung zu Pflegefachfrau und Pflegefachmann stehen aktuell 225 Ausbildungsplätze (aufgeteilt in drei Jahrgänge mit jeweils drei Kursen) und für die Ausbildung in der Pflegeassistenz (ab 2020 Pflegefachassistenz) 20 Ausbildungsplätze zur Verfügung.

Ihr Ansprechpartner Vanessa Steeg, Pflegedienstleitung

Buchholzstraße 83
51469 Bergisch Gladbach