Zu wenige leisten Herzdruckmassage

Leipzig, 13. Mai 2019

Nur 39 Prozent leisten Herzdruckmassage, wenn sie einen Bewusstlosen finden, teilte heute die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) auf dem Anästhesiekongress in Leipzig mit. Das sind drei Prozent weniger als im letzten Jahr.

Die Gründe sind vielfältig, weiß Stefan Kupietz, Ausbildungsleiter bei der Johanniter-Unfall-Hilfe im Regionalverband Leipzig/Nordsachsen. „Um richtig zu helfen, bedarf es ein bisschen Überwindung. Falsch machen kann man dabei nichts. Es kursieren auch unsinnige Ängste: Zum Beispiel, dass ein Rippenbruch die Lunge lebensgefährlich verletzen könnte. Rippen und Knochen brechen auch bei ganz erfahrenen Rettern, aber die heilen wieder ab. Der Sauerstoffmangel ohne Herzdruckmassage hingegen schädigt dauerhaft. Genauso ist es Unsinn, dass ein noch schlagendes Herz durch die Herzdruckmassage aus dem „Tritt“ geraten könnte. Studien belegen das eindeutig.

Es bleibt dabei. Prüfen, Rufen, Drücken.
Also:
Atmung prüfen.
Ist diese nicht mehr feststellbar, 112 rufen.
Mit der Reanimation beginnen. Die Mitarbeiter in den Leitstellen leiten auch fachkundig an.

Die Johanniter werden nicht Müde, das Einmaleins der Reanimation allen Menschen aller Altersgruppen zu vermitteln. „Wir beginnen in den Kindergärten mit den „Ersthelfern von Morgen“ organisieren Schulsanitätsdienste und Weiterbildungen in den Schulen und trainieren jährlich über 26.000 Menschen in über 2.000 Kursen“, fasst Kupietz das sächsische Engagement zusammen. „Nicht reanimieren ist mit Abstand das Schlechteste, was man tun kann.“