Unsere Arbeit

Unsere Rettungshunde sind Spezialisten, wenn es darum geht, in kürzester Zeit in Not geratene Menschen aufzuspüren. Wir sind an 365 Tagen einsatzbereit - rund um die Uhr und bei jedem Wetter!

Die Rettungshundestaffel Thüringen besteht aus 12 ehrenamtlichen Mitgliedern und 15 Hunden. Seit 2005 stellen wir uns gemeinsam in den Dienst der guten Sache. Aktuell sind neun geprüfte Hunde für die Vermisstensuche im Einsatz, fünf Hunde befinden sich in der Ausbildung und ein Hund im Rentenalter. Wir sind in Jena stationiert und gehen in ganz Thüringen in den Einsatz, bei Bedarf auch in den angrenzenden Bundesländern. Die Koordination der Einsätze führt die Zentrale Leitstelle durch. Die Rettungshundearbeit leisten wir ehrenamtlich, sie erfordert viel Zeit, Ausdauer und Geduld.

Flächensuche

Die Flächensuche ist der wichtigste Bereich der Rettungshundearbeit. Ein Rettungshundeteam durchsucht ein bestimmtes Gebiet auf eine vermisste Person. Dies kann ein Pilzsammler sein, der sich im Wald verirrt hat oder ein älterer Mensch. Mit seinem ausgeprägten Geruchssinn sucht der Hund nach jedem menschlichen Geruch im Suchgebiet, ganz frei und ohne Leine. Geleitet wird er von seinem Hundeführer - so kann gewährleistet werden, dass das Gebiet vollständig abgesucht wird. 

Findet der Hund eine Person, zeigt er seinen Fund an durch:
•    Verbellen (Hund bleibt so lang bei der aufgefundenen Person und bellt, bis der Hundeführer an Ort und Stelle ist.)
•    Bringseln (Hund läuft mit einem Bringsel der Person zum Hundeführer und führt ihn anschließend zur Fundstelle.)

Nach dem erfolgreichen Fund werden alle erforderlichen Rettungsmaßnahmen eingeleitet und die Rettungskräfte informiert.

Mantrailing

Beim Mantrailing sucht der Hund angeleint ausschließlich nach einer bestimmten Person. Dazu bekommt er vorher einen Gegenstand oder ein Kleidungsstück, woran sich Hautpartikel oder Geruchsspuren der gesuchten Person befinden. Der Mantrailer ist in der Lage, die Spur der Person noch nach mehreren Stunden vom Ausgangsort aus zu verfolgen. Dabei läuft er oft quer durch die Stadt oder auch durch Wälder und Wiesen.

In unserer Staffel werden Mantrailing-Hunde auch als Ergänzung zu Flächensuchhunden eingesetzt. Wenn ein Mantrailer die Spur einer vermissten Person aufgenommen hat, können Flächensuchhunde in einem großen Suchgebiet, etwa in einem Wald, gezielter zum Einsatz kommen.

Trümmersuche

Die Trümmersuche ist die anspruchsvollste Form der Rettungshundearbeit. Hier sucht der Hund selbstständig und ohne Leine nach Überlebenden unter einer meterdicken Trümmerschicht, zum Beispiel nach einer Gasexplosion oder einem Erdbeben. Bei dieser Suchform erreicht der Hund Stellen, an die ein Mensch aufgrund seiner Größe und seines Gewichts nicht gelangen kann. Hat der Hund eine verschüttete Person unter den Trümmern gewittert, zeigt er die Stelle durch Bellen, Kratzen und Scharren an, sodass Rettungsmannschaften die Person bergen können.

Der Hundeführer darf aus Sicherheitsgründen die Trümmer meist nicht betreten und muss seinen Hund aus der Entfernung durch die Suche leiten. 

Die Sucharbeit wird durch Dreck oder dichten Staub erschwert. Hinzu kommt der oft schwierig begehbare Untergrund, wie loses Geröll, rutschiger Schutt und herausragende Stahlstangen. Davon darf sich der Hund eben so wenig beeinflussen lassen wie von der Vielzahl der Fremdgerüche, wie Essensreste, Kleidungsstücke oder Rauch.