29.04.2026 | Regionalverband Mittelfranken

Stromausfall in Nürnberg: Katastrophenschutz-Vollübung

Johanniter unterstützten „Black Noris 2026“

Einsatzmotorrad steht vor einem Einsatzwagen.

Am Samstag, 25. April 2026, probten rund 950 Einsatzkräfte aus Behörden und Blaulichtorganisationen in Nürnberg das Vorgehen bei einem flächendeckenden Stromausfall. Das Übungsszenario vermittelte den Übergang von lokalen Netzschwankungen zu einem vollständigen Blackout mit weitreichenden Folgen für die Versorgung und Kommunikation der Nürnberger Bevölkerung.

Johanniter als zentrale Anlaufstelle vor Ort 
Die Johanniter‑Unfall‑Hilfe errichtete zwei der zu aktivierenten Notfall-Leuchttürme (Regionalgeschäftsstelle – nähe Kilianstraße und Versöhnungskirche – Schleswiger Straße) und betrieb diese als Anlaufstelle für die Bevölkerung. An den Leuchttürmen wurden Bürgeranliegen aufgenommen, weiterbearbeitet und an die zuständigen Stellen übermittelt. Diese Rolle machte die Johanniter zu wichtigen Vermittlern zwischen Betroffenen und Führungsstellen.

Informationslogistik auf zwei Rädern 
Ein Johanniter‑Einsatzmotorrad als Kradmelder übernahm unter anderem die schnelle, flexible Übermittlung von Meldungen und Material zwischen Leuchttürmen, Betreuungsstellen und Führungsstellen. Dieser Kurierdienst diente als praktikable Ergänzung zu digitalen Kommunikationswegen und erwies sich als wertvolle Alternative bei ausgefallenen Netzen.

Operative Schwerpunkte der Übung
Die Übung testete das Nürnberger Säulenkonzept mit 43 Notfall‑Leuchttürmen, Verwaltungsanlaufstellen und Betreuungsstellen. 41 Leuchttürme wurden am Samstag aktiviert, darunter zehn von Hilfsorganisationen. Zwei Betreuungsstellen sowie mehrere Verwaltungsstellen und das Verwaltungshauptquartier waren ebenfalls in Betrieb. Notstromaggregate und die Versorgung kritischer Infrastruktur standen im Fokus der Praxisprüfungen. Seit mehr als einem Jahr bereitete die Feuerwehr Nürnberg als untere Katastrophenschutzbehörde die Übung vor und war mit der Organisation und Durchführung betraut.

Praxisnahe Anforderungen und Erkenntnisse 
Rund 150 als Zivilbevölkerung eingesetzte Mimen stellten reale Anfragen und Herausforderungen dar. Die erprobten Abläufe zeigten, wie wichtig physische Anlaufpunkte, persönliche Kontakte und zuverlässige Kurierwege sind, wenn elektronische Kommunikation eingeschränkt ist. Die Einbindung ehrenamtlicher und hauptamtlicher Kräfte demonstrierte die Leistungsfähigkeit des stadtweiten Netzes in einer Ausnahmesituation.

Die Übung bot die Gelegenheit, Prozesse zu überprüfen und Erkenntnisse für künftige Katastrophenschutzpläne zu gewinnen. Die Rolle der Johanniter als Betreiber von Leuchttürmen und als Informationskurier trug maßgeblich zur Robustheit der getesteten Strukturen bei.

Weiterführende Informationen zu den Leuchttürmen und der richtigen Vorsorge im Krisenfall

Die interaktive Standortkarte aller Leuchttürme ist im Internet unter go.nuernberg.de/notfall-infopunkte  zu finden. Weitere Informationen zum Themengebiet Notfallvorsorge und Katastrophenschutz stellt die Stadt unter notfall.nuernberg.de zur Verfügung.