Weil Sekunden entscheiden
Vortrag zu Lebensbedrohliche Einsatzlagen beim bayerischen Rettungsdienstsymposium AKKON BAYERN
Zwei Tage voller fachlicher Impulse, intensiver Workshops, spannender Diskussionen und vor allem: ehrlichem Austausch auf Augenhöhe: Das erste Rettungsdienstsymposium der Johanniter im Landesverband Bayern fand Anfang Februar in Nürnberg statt. Rund 120 Teilnehmende aus den bayerischen Regionalverbänden nahmen daran teil.
Von aktueller Notfallmedizin über rechtliche und psychische Aspekte bis hin zu praktischen Hands-on-Formaten – das Symposium hat gezeigt, wie viel Wissen, Engagement und Leidenschaft im Rettungsdienst der Johanniter steckt. Insgesamt gab es 24 Workshops und neun Vorträge.
Wertvolle Beteiligung aus dem RV Mittelfranken
Aus Mittelfranken nahmen nicht nur zehn Mitarbeitende bei den Workshops teil. Der Vortrag „Rettungsdienst in lebensbedrohlichen Einsatzlagen (LbEL)“ wurde von unseren beiden Kollegen Florian Rausch und Sebastian Kaspar gestaltet. Florian Rausch studierte Internationale Not- und Katastrophenhilfe und ist zudem TECC-Provider. Sebastina Kasper bezieht seine Erfahrung aus dem beruflichen Hintergrund als Bundespolizist. Dort ist er u.a. Ausbilder für taktische Einsatzmedizin.
Gefährliche Lagen im Rettungsdienst
Seit einigen Jahren gerät Rettungsdienstpersonal immer öfter in sehr gefährliche Lagen. Der Vortrag sensibilisierte die Zuhörer für solch außergewöhnlich anspruchsvollen Einsätze. Das taktische Vorgehen weicht bei diesen Situationen deutlich vom gewöhnlichen Rettungsdienstvorgehen ab.
Hohe Beteiligung
Die große Bedeutung dieses Themas ließ sich auch an der hohen Beteiligung ablesen. Gut zwei Drittel der Teilnehmenden folgten dem 90-minütige Vortrag der beiden Kollegen. Als spontane Reaktion wurden die Referenten von verschiedenen Verbänden angefragt, den Vortrag auch dort zu halten bzw. Übungen mitzugestalten.
Besondere Ausrüstung bei Rettungsdienst und Polizei
Auf zwei Tischen zeigten Kaspar und Rausch verschiedene Einsatzausrüstungen. Auf dem einen war das sog. REBEL-Kit ausgestellt. Auf dem anderen Tisch konnten sich die Teilnehmenden die persönliche Schutzausrüstung eines Polizeibeamten für besonders gefährliche Einsätze ansehen. So eine Ausrüstung steht dem Rettungsdienstpersonal nicht zur Verfügung.
Gefährliche Einsätze sind jederzeit möglich
Wie alltäglich solche Einsätze leider heutzutage geworden sind, zeigte sich während des Vortrags. An einer Grund- und Hauptschule im Nürnberger Norden lief vor kurzem ein SEK-Einsatz. Ein Jugendlicher war mit verschiedenen Waffen gesichtet worden. Dieser konnte von der Polizei vorläufig festgenommen werden. Die Kinder verließen daraufhin unbeschadet der Schule. Der Rettungsdienst war bei diesem Einsatz zum Glück nicht gefordert.
Bildquelle: Markus Jessberger
Bilduntertitel: v. l. n. r. Sebastian Kaspar und Florian Rausch – zwei Profis, wenn es um lebensbedrohliche Einsatzlagen geht.