12.01.2026 | Regionalgeschäftsstelle Berlin

Stromausfall im Südwesten Berlins

Fünf Tage gemeinsamer Einsatz der Berliner Hilfsorganisationen

Mit der Alarmierung durch den Einsatzstab der Berliner Feuerwehr begann am 3. Januar 2026 der bislang längste gemeinsame Einsatz der Berliner Hilfsorganisationen bei einem Großschadensereignis. Über sechs Tage hinweg waren zahlreiche ausschließlich ehrenamtliche Helferinnen und Helfer im Einsatz, um betroffene Menschen im Südwesten Berlins zu unterstützen.

Im Mittelpunkt des Einsatzes standen Menschen, die sich in der Ausnahmesituation nicht selbst helfen konnten – darunter ältere, kranke und pflegebedürftige Berlinerinnen und Berliner sowie Familien mit kleinen Kindern.

Enge Zusammenarbeit im Bevölkerungsschutz

Die im Zivil- und Katastrophenschutz des Landes Berlin mitwirkenden Organisationen
Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), Deutsches Rotes Kreuz (DRK), Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) und Malteser Hilfsdienst (MHD) arbeiteten im Einsatzabschnitt Betreuung eng zusammen.

Die Führung wechselte lageabhängig zwischen den Organisationen, die Kommunikation und Koordination wurde durch Akkon Berlin (Leitstelle der Johanniter-Unfall-Hilfe) unterstützt.

Zentrale Aufgaben im Einsatz

Zu den wichtigsten Aufgaben der Hilfsorganisationen gehörten:

  • Aufbau und Betrieb einer gemeinsamen Führungsstruktur
  • enge Abstimmung mit Einsatzstäben und örtlicher Einsatzleitung
  • Transport nicht gehfähiger Personen aus dem Schadensgebiet
  • Verlegung von Patientinnen und Patienten aus Pflegeeinrichtungen
  • Einrichtung und Betrieb von vier Betreuungsstellen als Anlaufpunkte für Betroffene
  • Verpflegung der eingesetzten Kräfte
  • Angebot psychosozialer Gesprächs- und Unterstützungsangebote
  • Rücktransport von Personen nach Ende der akuten Einsatzphase

Eingesetzte Kräfte und Mittel

Während des Einsatzes wurden umfangreiche personelle und materielle Ressourcen eingesetzt:

  • täglich bis zu 200 Einsatzkräfte an verschiedenen Einsatzorten
  • rund 50 Einsatzfahrzeuge, darunter Krankentransport- und Mannschaftstransportwagen
  • Einsatzdauer von fünf Tagen in 12-Stunden-Schichten
  • insgesamt rund 500 Einsatzkräfte im Wechsel
  • Technik- und Logistikkomponenten
  • mobile Verpflegungseinheiten

Gute Zusammenarbeit und großer Einsatz

Das Zusammenwirken der Hilfsorganisationen mit dem Bezirksamt, der Berliner Feuerwehr, dem Technischen Hilfswerk, der Bundeswehr und der Polizei funktionierte sehr gut. Die Einsatzkräfte aller Organisationen arbeiteten engagiert, professionell und vertrauensvoll zusammen.

Neben großer Dankbarkeit seitens der Betroffenen gab es auch Anerkennung durch Verantwortliche aus Senat und Bezirk.

Blick nach vorn

Die Stromversorgung im Berliner Südwesten ist inzwischen wiederhergestellt. Die Hilfsorganisationen bleiben jedoch weiterhin einsatzbereit, um auch künftig unterstützen zu können.

Die Lage hat erneut gezeigt, wie wichtig eine dauerhafte Unterstützung des Katastrophenschutzes und der Hilfsorganisationen durch staatliche Stellen ist – insbesondere mit Blick auf Ausstattung, Strukturen und Einsatzfähigkeit.

Der größte Stromausfall seit der Nachkriegszeit hat deutlich gemacht, wie unverzichtbar ein leistungsfähiger, gut organisierter Katastrophenschutz ist – und wie zentral das ehrenamtliche Engagement der Helferinnen und Helfer für die Sicherheit der Stadt bleibt.

Eine gemeinsame Auswertung des Einsatzes sowie die Prüfung möglicher Optimierungspotenziale werden nun im Nachgang erfolgen.