Kleine Umweltschützer ganz groß
Für ihr Projekt rund um das Thema Müllvermeidung wurde die Johanniter-Kita Langeln erstmals als KITA21 von der Umweltstiftung S.O.F. Save Our Future ausgezeichnet
Was können schon Kinder dazu beitragen, Müll zu vermeiden? Ausgehend von dieser Frage entwickelte die Johanniter-Kita Langeln ein erfolgreiches Projekt, für das sie als KITA21 ausgezeichnet wurde. Die „S.O.F. Save Our Future – Umweltstiftung“ würdigt mit dieser Auszeichnung pädagogische Arbeit, die Kinder frühzeitig für einen bewussten Umgang mit Natur, Umwelt und Ressourcen sensibilisiert und sie dazu ermutigt, ihre Lebenswelt aktiv mitzugestalten. Die Kita aus Langeln erhielt am 27. Oktober 2026 bei der Auszeichnungsveranstaltung in Kiel als eine von 23 Einrichtungen in Schleswig-Holstein die KITA21-Plakette.
So entstand die Idee
„Bei unseren Ausflügen ist den Kindern immer wieder der herumliegende Müll aufgefallen. Sie wollten wissen, woher er kommt und was mit dem Unrat passiert. Daraus ist unser Projekt für die KITA21-Auszeichnung entstanden“, erzählt Susanne Küßner, Leiterin der Johanniter-Kita Langeln. Die eingruppige Kita beschäftigte sich anschließend eingehender mit dem Thema Müll. „Im Morgenkreis philosophierten wir zunächst darüber, was Müll eigentlich ist, wie er entsteht und was passiert, wenn wir ihn in die Natur werfen.“
Bei einem Rundgang durch die Kita wurde schließlich alles ganz genau unter die Lupe genommen: Was ist kaputt? Was kann repariert werden? Was lässt sich nicht mehr retten? „Natürlich haben wir uns dann auch mit Mülltrennung beschäftigt und ein dreifarbiges Mülltrennungssystem eingeführt. Anhand der selbst ausgesuchten Piktogramme erkennen die Kinder, was in welchen Behälter gehört.“ Auch die Folgen achtlos weggeworfenen Mülls waren Gegenstand der Diskussionen und Nachforschungen: Umweltverschmutzung sowie deren Auswirkungen auf Pflanzen, Tiere und Menschen.
Müll vermeiden & sammeln
Am besten ist es jedoch, Müll möglichst gar nicht erst entstehen zu lassen. „Jeder und jede von uns kann etwas dafür tun, weniger Müll zu verursachen. Das verstehen auch schon die Kleinsten“, so Küßner weiter. Ein gutes Mittel, um Abfälle zu vermeiden, ist das Reparieren. „Daher haben wir jetzt eine Reparaturkiste: Hier landen kaputte Sachen, die von Eltern zum Reparieren mitgenommen werden.“ Ein Ausflug auf den Wochenmarkt schärfte zudem das Bewusstsein für Plastikmüll und unverpackte Lebensmittel.
Bei ihren Ausflügen sind die Kinder inzwischen immer öfter mit Eimerchen und Zange unterwegs, die von den Eltern organisiert wurden. „Die Kleinen können nun auch mal Müll aufsammeln, den sie finden. Das stärkt ebenfalls ihr Bewusstsein für Selbstwirksamkeit.“ Das nächste Projektthema steht bereits fest: In der Johanniter-Kita wollen sich die Kinder nun mit gesunder Ernährung beschäftigen. Auch ein Hochbeet ist schon in Planung.
Über KITA21:
Die Auszeichnung als KITA21 erhalten Kindertageseinrichtungen, die sich in ihrer Bildungsarbeit und Alltagsgestaltung an dem Konzept von Bildung für eine nachhaltige Entwicklung (BNE) orientieren. Ziel dieses Bildungskonzeptes ist es, Kindern die Möglichkeit zu geben, sich auf vielfältige und spielerische Weise mit zukunftsrelevanten Handlungsfeldern auseinanderzusetzen, sich hierbei Zusammenhänge zu erschließen und zu erfahren, dass ihr Handeln von Bedeutung ist. Dadurch entwickeln die Kinder ein Bewusstsein für den Wert der Dinge, für einen sorgsamen Umgang mit Ressourcen und einen fairen Umgang mit der (Mit-)Welt. Das KITA21-Auszeichnungsverfahren steht unter der Schirmherrschaft der Ministerin Aminata Touré und wird von der S.O.F. Save Our Future – Umweltstiftung in Kooperation mit dem Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur Schleswig-Holstein, dem Ministerium für Soziales, Jugend, Familie, Senioren, Integration und Gleichstellung und der Leuphana Universität Lüneburg vergeben.