GERT als Gast im Stift

Dortmund, 09. Januar 2020

Mitarbeiter/-innen sowie ehrenamtliche Helfer/-innen und Angehörige der Bewohner/-innen des Johanniter-Stiftes Dortmund hatten im Januar die Möglichkeit, den Gerontologischer Simulator GERT zu testen und damit ein Gefühl für das körperliche Empfinden der Bewohner/-innen zu erhalten.

Foto: Katrin Premm

Es handelt sich dabei um einen Alterssimulationsanzug, der körperliche Einschränkungen des Alters sowie krankhafte Begleiterscheinungen mit Hilfe verschiedenster Module am jungen Körper erlebbar macht. Er besteht aus Gelenksmanschetten, Handschuhen, einer Gewichtsweste und Überschuhen, die den Kraftverlust, die reduzierte Beweglichkeit der Gelenke sowie die Gangunsicherheit simulieren sollen. Weiterhin enthält der GERT einen Gehörschutz-Kopfhörer mit Tinnitus-Simulator und eine Brille, die das Sichtfeld der Person einschränkt bzw. Krankheitsbilder der Augen simuliert. Das Zusammenwirken der einzelnen Komponenten verändert das körperliche Empfinden so real, dass die Bewegungsabläufe z.B. beim Treppensteigen tatsächlich an einen älteren Menschen erinnern.

„Wie fühlen Sie sich dabei? Was macht das mit Ihnen?“ war neben dem körperlichen Erleben für Katrin Premm, Leiterin des Sozialen Dienstes im Stift, jedoch gleichermaßen interessant. Das Nachstellen verschiedener Alltagsaktivitäten, wie zum Beispiel das Hantieren mit Kleingeld oder Zeitunglesen, sollte den Perspektivwechsel für die Teilnehmer/-innen nochmals verstärken. Dieser sensibilisiert die Teilnehmer/innen für die Situation der älteren Menschen und steigert deren Empathie im alltäglichen Umgang mit ihnen.

Zusätzlich zum GERT konnten die Teilnehmenden Selbsterfahrung mit dem Rollstuhl sammeln. Wie sieht die Umgebung sitzend aus? Wie fahre ich durch enge Türen? Wie rangiere ich mit dem Rollstuhl am Tisch und wie fühlt es sich an, die Kontrolle abzugeben und sich schieben zu lassen?

Die Auswirkungen auf Bewegung und Wahrnehmung waren für alle Teilnehmer/-innen enorm und regten zum Austausch untereinander an. Sie berichteten von Erfahrungen und von vereinzelten Situationen ihres Alltags. Die Resonanz der Teilnehmer/innen war dennoch durchweg positiv. Der GERT ließ alle Teilnehmer/-innen für einen Moment in die Haut eines Bewohners/einer Bewohnerin schlüpfen, führte aber gleichermaßen vor Augen, wie wichtig und wertvoll die tägliche Arbeit der Mitarbeiter/-innen und Helfer/-innen der Einrichtung sowie die Unterstützung seitens der Angehörigen ist.

 

 

Ihr Ansprechpartner Johanniter-Stift Dortmund

Einrichtungsleiterin Stefanie Scheer

Am Marksbach 32
44269 Dortmund

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