Sicherheit für Sendling
Johanniter bauen neue Rettungswache gegenüber der Großmarkthalle – Spatenstich mit Kreisverwaltungsreferentin Dr. Hanna Sammüller.
Von 1892 bis 1959 fuhren am Münchner Isarthalbahnhof Züge Richtung Wolfratshausen, 1985 zogen die Johanniter in das verlassene Bahnhofsgelände und sanierten es. Am 17. September 2026 folgte nun der nächste Meilenstein für das traditionsreiche Grundstück gegenüber der Großmarkthallte: Der Spatenstich für eine moderne Rettungswache.
Rettungswagen rücken schon seit vielen Jahren vom ehemaligen Isarthalbahnhof in die umliegenden Stadtgebiete aus, die bisherige Garage aus den Achtzigerjahren und die Wachräume im denkmalgeschätzten Gebäude nebenan genügen nicht mehr den Anforderungen heutiger Tage. Dank eines Erbbaurechtsvertrags mit der Landeshauptstadt München kann die Johanniter-Unfall-Hilfe nun anstelle der bisherigen Garage eine zweistöckige Rettungswache sowie eine Waschhalle für Einsatzfahrzeug errichten.
Gemeinsam mit Kreisverwaltungsreferentin Dr. Hanna Sammüller starteten Johanniter-Regionalvorstandsmitglied Boris Cramer, Rettungsdienstleiter Dennis Kutschma, Vorstandsreferent Stefan Füger und Architekt Christoph Augustin am 17. September mit dem Spatenstich die Bauphase.
In ihrem Grußwort würdigte Dr. Hanna Sammüller insbesondere das Engagement der über 50 hauptamtlichen und rund 120 ehrenamtlichen Johanniter des Standortes: „Für die Notfallversorgung in München ist die Rettungswache Sendling von zentraler Bedeutung. Die Menschen in unserer Stadt können darauf vertrauen: Im Notfall ist in wenigen Minuten ein Rettungswagen vor Ort. Entscheidend für eine gute Versorgung sind dabei die Einsatzkräfte, die mit Empathie und medizinischem Können für die Menschen da sind. Mit der neuen Rettungswache erhalten die Rettungskräfte ein auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenes Arbeitsumfeld und eine hochwertige Rückzugsmöglichkeit.“
„Der Neubau ist ein großer Schritt in die Zukunft – nicht nur für uns, sondern für den ganzen Stadtteil“, unterstrich auch Johanniter-Regionalvorstandsmitglied Boris Cramer. „Mit all der Ungewissheit um die künftige Nutzung des Großmarktgeländes garantieren wir auch in Zukunft Sicherheit und eine schnelle und Versorgung im Notfall für Sendling und die Isarvorstadt.“
Zwei Stockwerke und Platz für sechs Einsatzfahrzeuge
Auf knapp 660 Quadratmeter Grundfläche entsteht in den kommenden zwei Jahren ein zweckmäßiges Gebäude nach aktuellen Umweltstandards, das Dank Photovoltaik und Batteriespeicher sowie Notstromeinspeisung autark betrieben werden kann. Ein Biodiversitätsdach fördert die ökologische Einbindung des Gebäudes in die nahen Isarauen.
Im Erdgeschoß finden sechs Einsatzfahrzeuge Platz, eine Waschhalle mit angrenzender Hygieneschleuse dient nicht nur der Fahrzeugpflege, sondern auch der Desinfektion nach dem Transport von infektiösen Personen. Das ebenerdige Materiallager mit kurzen Wegen ermöglicht es, Fahrzeug nach Einsätzen schnell wieder mit Verbrauchsmaterial zu bestücken.
Im ersten Stock sind auf rund 540 Quadratmeter neben den Umkleiden auch zwei Büros, ein Besprechungsraum, Ruheräume sowie ein Aufenthaltsraum und ein geräumiger Multifunktionsraum für Weiterbildungen. Ein zentral angelegter Pausenbereich bietet beste Voraussetzungen für einen Austausch der Einsatzkräfte.
Raum für Regenration am Grüngürtel der Isar
Besonderer Wert wurde bei der Planung auf ergonomisches Arbeiten für die stark geforderten Rettungskräfte gelegt – rund 80 Prozent ihrer Schichtzeit waren die Teams des Rettungsdienstes am Johanniter-Standort Sendling im ersten Halbjahr 2026 für Einsätze unterwegs. „Die Zeit an der Rettungswache soll durch kurze Wege möglichst effizient genutzt werden können, damit das Equipment schnell wieder einsatzbereit ist. Zugleich wollen wir optimale Regenerationsmöglichkeiten schaffen, etwa durch klimatisierte Räume und Dachterrassen direkt am Grüngürtel der Isar“, so Cramer.
Auch während der bis Ende 2028 geplanten Bauphase rücken die beiden in Sendling stationierten Rettungswagen der Johanniter unverändert vom Grundstück gegenüber der Großmarkthalle aus. Für diese Zeit wurden provisorische Stellplätze geschaffen, an denen die Fahrzeuge mit Strom versorgt und überdacht abgestellt werden können. Auch die Regionalgeschäftsstelle im Gebäude des ehemaligen Isarthalbahnhofs bleibt während der Bauphase unverändert in Betrieb. Die bislang in Sendling stationierten fünf Fahrzeuge und Teams des öffentlichen Krankentransports sind bereits im Mai nach Neuaubing umgezogen und starten seitdem von dort aus ins Stadtgebiet.
Die Baukosten in Höhe von geschätzt rund 6,6 Millionen Euro werden von den Johannitern zunächst vollständig vorfinanziert. Die auf den Rettungsdienst entfallenden Kosten fließen als Abschreibungs- und Betriebskosten gemäß dem Bayerischen Rettungsdienstgesetz zur Refinanzierung in die jährlichen Verhandlungen mit den Kostenträgern ein. Auf Grund der unzureichenden Finanzierungsmöglichkeiten für den Bevölkerungsschutz durch die öffentliche Hand, wird der übrige Teil von geschätzt rund 1,1 Millionen Euro aus Eigenmitteln der Johanniter-Unfall-Hilfe getragen.