24.06.2026 | Regionalverband Bergstraße-Pfalz

Johanniter und Malteser feiern gemeinsamen Gottesdienst zum Johannistag

Ökumenisches Zeichen der Solidarität – Aktion „Prophet. Ruf" gibt Stimmen aus der Mitte der Gesellschaft Raum

Zum Johannistag, dem Gedenktag des Namenspatrons beider Hilfsorganisationen, versammelten sich Mitglieder der Johanniter-Unfall-Hilfe und des Malteser Hilfsdienstes am 23. Juni 2025 in Viernheim zu einem gemeinsamen Gottesdienst in Viernheim. Die Feier stand im Zeichen von Gemeinschaft, Besinnung und dem Auftrag, Menschen in Not beizustehen.

Johannes der Täufer als Wegweiser

Pfarrer Markus gestaltete den Gottesdienst mit Bezug auf Johannes den Täufer und die Wüstenzeit. Die Wüste, so sein Leitgedanke, ist kein Ort des Scheiterns, sondern ein Ort der Klärung – in der jüdischen Tradition der Ort, an dem Gott zu seinem Volk gesprochen hat. Johannes selbst nannte sich nicht beim Namen und beanspruchte keinen Titel: Er definierte sich ausschließlich über seine Funktion – als Stimme. Als jemand, der den Weg bereitet, nicht für sich, sondern für andere. Ein Bild, das für Menschen, die täglich im Dienst an anderen stehen, eine sehr konkrete Bedeutung hat.

Aktion „Prophet. Ruf": Stimmen aus der Gemeinschaft

Ein besonderer Moment des Gottesdienstes war die interaktive Aktion „Prophet. Ruf". Die Gottesdienstbesucherinnen und -besucher waren eingeladen, auf Zetteln festzuhalten, was sie in diese Zeit rufen möchten – in eine Zeit, die viele als Wüsten- und Krisenzeit erleben. Die Zettel wurden an einer Pinnwand gesammelt; einige wurden stellvertretend für alle vorgelesen.

Die Beiträge reichten von persönlichen Appellen bis zu gesellschaftspolitischen Statements:

  • „Schütze diejenigen, die dich schützen."
  • „Es geht nicht allein!"
  • „Haltung ist unabhängig von Alter, Hautfarbe und Geschlecht."
  • „Gott hat uns einen langen Atem gegeben – und den brauchen wir auch."
  • „Begegne deinem Nächsten mit Geduld und Zuversicht."
  • „Wir verlernen miteinander zu reden."
  • „Vorbilder, die Frieden immer leben."
  • „Der Tod ist ein Ende – er ist nicht das Ende."

Die Vielfalt der Rückmeldungen zeigte: Der Wunsch nach Gemeinschaft, Respekt und Orientierung ist groß und er verbindet Menschen weit über Organisationsgrenzen hinaus.

Stimme aus der Führung

Kai Jugenheimer, Regionalvorstand der Johanniter im Regionalverband Bergstraße-Pfalz, betonte die Bedeutung solcher Momente für die ehrenamtliche Arbeit: „Was mich heute Abend am meisten bewegt hat, waren nicht die großen Worte – sondern die kleinen Zettel. Da steckt mehr drin als man denkt."

Zwei Organisationen, ein Namensgeber

Johanniter und Malteser teilen denselben historischen Ursprung im Orden des heiligen Johannes. Dass beide Organisationen den Johannistag gemeinsam begehen, ist Ausdruck einer gelebten Verbundenheit, die über alltägliche Zuständigkeiten hinausgeht.

Den Abend beschloss ein Vers, der zugleich Rückblick und Auftrag ist:

„Ich bin die Stimme eines Rufenden in der Wüste." (Joh 1,23)