Europäischer Katastrophenschutz made in Hessen
Vom 14. bis 18. Oktober fand im hessischen Kriftel die „Joint German EMT Exercise 2026“ statt. Im fiktiven Staat Getania bebte erst die Erde, dann breitete sich Cholera aus. Die deutschen Emergency Medical Teams waren im Einsatz!
Vom 14. bis 18. Oktober fand im hessischen Kriftel die „Joint German EMT Exercise 2026“ statt. Im fiktiven Staat Getania bebte erst die Erde, dann breitete sich Cholera aus.
In dieses Szenario kamen die deutschen Emergency Medical Teams der Organisationen ASB, CADUS, humedica, ISAR Germany, Johanniter sowie der Österreichische Samariterbund, Apotheker ohne Grenzen, das Institut Pasteur in Zusammenarbeit mit dem Robert Koch-Institut um schnelle Hilfe zu leisten.
Im Übungsgebiet „Krifteler Wäldchen“ entstand innerhalb kürzester Zeit zwei komplette Zeltambulanzen. Parallel dazu bereiteten Teams Trinkwasser aus verschmutzten Quellen auf und richteten eine Anlaufstelle zur Rehydrierung von Cholera-Patientinnen und -Patienten ein. Erstmalig war auch ein zahnmedizinisches Team im Einsatz. Ärztliches Personal, Pflegekräfte sowie Technik- und Logistikteams arbeiteten dabei eng zusammen und koordinierten den gesamten Einsatzablauf.
Im Einsatzfall zählt jeder Handgriff, genau darum ging es in der diesjährigen Übung. Der Fokus lag in organisationsübergreifenden Teams. Wie können sich Teams untereinander im Krisenfall abstimmen, sich auf unbekanntes Material schnell einarbeiten und effizient zusammenarbeiten.
Die deutschen EMTs sind von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zertifiziert und können international über die WHO sowie das europäische Katastrophenschutzverfahren angefordert werden, auch innerhalb Deutschlands. Übungen wie diese stellen sicher, dass die beteiligten Organisationen im Ernstfall schnell, professionell und gut abgestimmt gemeinsam helfen können.
Was die wenigsten wissen: in Hessen ist das Europäische Katatrophenschutzzentrum EUCC der Johanniter mit mehreren Standorten beheimatet.
In Frankfurt ist die Hautzentrale, hier laufen die Fäden zu unterschiedlichen Projekten auf EU Ebene zusammen.
Mit dem Kompetenzzentrum Europäischer Katastrophenschutz und Katastrophenhilfe (EUCC) der Johanniter fließt die gesamte Koordination und Planung der europäischen Katastrophenhilfe in Hessen zusammen. Aus Frankfurt heraus koordiniert das Team des EUCC ein Konsortium von 8 Staaten im Aufbau eines gesamteuropäischen mobilen Feldkrankenhauses rescEU EMT.
Wenn alle Kapazitäten aufgebaut wären, würden sie 8 Fußballfelder einnehmen bei dem c.a. 1500 Menschen aus medizinischen und technischen Fachrichtungen zum Einsatz kommen.
Mit dem rescEU medical stockpile bevorraten die Johanniter an mehreren Standorten in Hessen medizinische Materialien, Impfstoffe und Geräte, die im Bedarfsfall von der EU abgerufen werden.
Von Frankfurt aus koordiniert das Team der International Disaster Response mit dem Single Point of Contact alle Trainings und Einsätze der ehrenamtlichen Soforthelfenden, die als Emergency Medical Team (EMT), als Technical Assistance and Support Team (TAST) oder als EU-Experten Einsatz weltweiten Einsatz in den Einsatz gehen.
Sie möchten sich auch im Emergency Medical Team der Johanniter engagieren? Wir suchen medizinisches Personal, Logistiker, Techniker, Management Support, Informations- und Kommunikationsexperten!