Gold für Lübecker Nachwuchsteams
Die Auszubildenden des Lübecker Rettungsdienstes holen Gold in Linstow. Ebenfalls auf dem ersten Platz beim Tag der Johanniter steht das Kinderteam aus Lübeck und Bad Oldesloe
Großer Jubel im Veranstaltungssaal des Van der Valk Resort in Linstow: Die Auszubildenden der Rettungswache Lübeck holten sich die Goldmedaille beim Tag der Johanniter, dem Erste-Hilfe-Wettbewerb der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. Auch das Kinderteam der Johanniter-Jugend aus Lübeck/Bad Oldesloe sicherte sich den ersten Platz und damit ein Ticket nach Hannover, wo im nächsten Jahr der Bundeswettkampf stattfindet. Der Tag der Johanniter stand unter der Schirmherrschaft von Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, die den Wettkampf vor Ort besucht hat.
Beim Tag der Johanniter nehmen Kinder- und Jugend-Teams, Rettungshundestaffeln, Erzieherinnen und Erzieher, Ehrenamtliche aus den Sanitätsdiensten bis hin zu den Profirettern aus dem Rettungsdienst teil. Unter den kritischen Augen des Schiedsgerichtes mussten alle Mannschaften realistische Unfallszenarien in altersgerechten Schwierigkeitsgraden lösen.
„Wir sind sehr stolz auf die Leistungen all unserer Teams. Herzlichen Glückwunsch an das C- und das S-Team. Unser Nachwuchs aus Rettungsdienst und Johanniter-Jugend glänzte in diesem Jahr mit einer großartigen Leistung“, gratuliert Yonathan Arnold, Mitglied im Regionalvorstand.
„Next Generation“ nannte sich das S-Team aus Lübeck: Die Auszubildenden zeigten, was sie in den letzten Jahren gelernt hatten und ließen neun Teams hinter sich. In der C-Kategorie der Sechs- bis Elfjährigen setzte sich die Johanniter-Jugend aus Lübeck/Bad Oldesloe durch. „Gerade die Jugendarbeit ist uns eine Herzensangelegenheit. Erste Hilfe zu vermitteln – damit kann man gar nicht früh genug anfangen. Außerdem finden Kinder und Jugendliche bei uns Gemeinschaft und schließen Freundschaften fürs Leben“, ergänzt Arnold.
Das waren die Aufgaben
Die Rettungsübung verlangte den Einsatzkräften aus dem Rettungsdienst ab 16 Jahren technisches Geschick und Koordination unter Zeitdruck ab: Eine Person musste aus einem verunfallten Lkw gerettet und schonend transportiert werden. Ein weiteres Fallbeispiel konfrontierte die Profi-Teams mit einem stark blutenden Verletzten aus einer Schlägerei: Die Einsatzkräfte mussten sowohl seine Schusswunde in der Leiste als auch die Stichwunde am Hals versorgen und dabei auf den Eigenschutz achten, denn der aggressive Kontrahent war noch in der Nähe.
Konzentriert und mit vollem Eifer waren die Jüngsten dabei. Im realistisch gespielten Fallbeispiel erlebten die kleinen Ersthelferinnen und Ersthelfer eine typische Spielplatzsituation: Ein Kind war vom Klettergerüst gestürzt und dabei auf ein anderes Kind gefallen. Unsere Nachwuchskräfte setzten professionell den Notruf ab, leisteten Erste Hilfe und trösteten die beiden verletzten Kinder. Beim Kreativtest bemalten sie einen Bollerwagen und beim Kooperativtest bewiesen sie, dass sie als Team eine Aufgabe lösen können. In den Tag starteten sie vorab mit einem schriftlichen Test.
Der Tag der Johanniter
Damit alle Szenarien realistisch wirken, wurden rund 30 Verletztendarsteller mit Kunstblut und modellierten Wunden professionell auf ihre Rollen vorbereitet. Rund 45 Schiedsrichter beobachteten den Wettbewerb. Etwa 620 Teilnehmende, Helfende und Gäste waren vor Ort dabei. Der Tag der Johanniter findet alle zwei Jahre im Landesverband Nord statt. Der nächste Wettkampf ist 2028 in Lübeck geplant.