Geflüchtete nähen tausende Mundschutzmasken

Kiel, 20. April 2020

Foto: Diakonisches Werk Schleswig-Holstein

Wegen der erhöhten Nachfrage nach Schutzausrüstungen ist die Versorgung mit vielen Hygieneprodukten zurzeit problematisch. Besonders stark nachgefragt sind aktuell auch im privaten Bereich Mundschutzmasken. Die Vorräte an kommerziell hergestellten Masken, die den Bedarf in normalen Zeiten decken, sind deutlich geschrumpft und sollten daher dem professionellen medizinischen und pflegerischen Personal vorbehalten bleiben.

Daher hatten in der von den Johannitern betreuten Landesunterkunft für Flüchtlinge in Rendsburg drei ausgebildete Schneider die Idee, solche Mundschutzmasken in einfacher Ausführung selbst zu nähen.

„Genähte Stoffmasken ersetzen selbstverständlich keine medizinischen, zertifizierten Masken und können nicht bei allen Indikationen verwendet werden. Allerdings bieten sie eine einfache Möglichkeit, das Infektionsrisiko zu vermindern. Das ist ein tolles Engagement der Bewohner der Einrichtung. Daher unterstützen wir dies Projekt sehr gerne“, erklärt Johanniter-Regionalvorstand Udo Neumann.

„Wir haben in der derzeitigen Lage damit begonnen, in unserer Nähstube Mundschutzmasken herzustellen. Hierfür ist Material angeschafft worden und es können nun etwa 250 Stück pro Tag genäht werden“, sagt Masood Iqbal, der Leiter des Johanniter- Betreuungsverbandes in der Landesunterkunft.

Zuerst wurden die Masken an die Bewohner der Einrichtung verteilt.
Zwischenzeitlich wurden alle Flüchtlingseinrichtungen des Landes (Bewohner und Personal) mit solchen Masken ausgerüstet.
An fünf Pflegedienste und deren Kunden in Rendsburg, die Johanniter-Pflegedienste und deren Kunden sowie die Kindertagesstätten der Johanniter konnten bereits Masken in einer Gesamtmenge von annähernd 2.500 Stück ausgeliefert werden. Gesamtproduktion 4.800 Stück (Stand 20.4.2020).

„Die Geflüchteten freuen sich darüber, dass sie sich auf diese Art und Weise nützlich machen und der Gesellschaft, die sie aufgenommen hat, danken können, so Masood Iqbal abschließend im Rahmen der Übergabe der Erstlieferung von 200 Masken an das Diakonische Werk in Rendsburg.

 

 

 

Ihr Ansprechpartner Hilke Ohrt

Beselerallee 59 a
24105 Kiel