Ruhe und Verdunstungskälte gegen den Hitzekollaps

Bielefeld, 01. August 2018

Symbolfoto: Andreas Schölzel

Schwitzend an Computer, Werkbank oder Verkaufstheke: „Wer danach zur Heimfahrt ins erhitzte Auto steigt, ist oft unkonzentriert oder kann bei Schwindelanfällen sich und andere gefährden“, sagt Erste-Hilfe-Ausbilderin Claudia Schmied-Prediger. Die Mitarbeiterin der Johanniter in Wiehl weist auf den Stress hin, den Temperaturen über 30 Grad für den Organismus auslöst: „Besonders gefährdet sind ältere und chronisch erkrankte Menschen, aber auch jüngere Menschen sollten sich gegen Hitzschlag, Sonnenstich und Hitzeerschöpfung wappnen.“

 

Die derzeit ungewohnt lange Hitzeperiode könne den Körper auslaugen und nicht nur beim Autofahren für Gefahren sorgen. Die Ausbilderin und Rettungssanitäterin rät daher zu bewussten Pausen, Aufenthalten im Schatten und möglichst wenig körperlicher Anstrengung. Vor Autofahrten helfe vor dem Wirken der Klimaanlage das Durchlüften des überhitzten Fahrraums: „Dieser Zeit sollte man sich aus Sicherheitsgründen nehmen.“ Daneben gelte es, die richtige Balance zwischen Trinken und Schwitzen hinzubekommen: „Beim Schwitzen verlieren wir zwar einerseits Flüssigkeit, andererseits kühlt das verdunstende Wasser auf der Haut den Körper“, erklärt Claudia Schmied-Prediger. Diese Verdunstungskälte erhält man, wenn Handgelenke und Gesicht befeuchtet und nicht abgetrocknet werden.

 

Erste Anzeichen einer Hitzeerschöpfung sind Schwindel, Übelkeit, Kreislaufstörungen und das Gefühl, sich nicht mehr auf den Beinen halten zu können. „Um in diesem Fall einen drastischen Temperatursturz zu vermeiden, empfiehlt es sich, sanft die Körpertemperatur mit feuchten Umschlägen zu senken“, sagt Johanniter-Mitarbeiterin Claudia-Schmied-Prediger. Bei schwerer Überhitzung wird der Rettungsdienst über die 112 verständigt. „Bis er eintrifft, wird die betroffene Person in den Schatten gebracht“, so Claudia Schmied-Prediger. Und falls sie nicht mehr ansprechbar ist, muss ihre Atmung überprüft werden. Eine stabile Seitenlage bei normaler Atmung oder eine umgehende Herz-Lungen-Wiederbelebung bei keiner oder nicht normaler Atmung sollte dann jeder beherrschen, um seinen Mitmenschen zu helfen. „Menschen ohne Bewusstsein darf man selbstverständlich keine Getränke verabreichen, sie könnten daran ersticken.“