Katja
Katja arbeitet an der Rezeption im Johanniter-Zentrum Kaarst.
Bei uns geht es menschlich zu.
„An Karneval ticken hier die Uhren anders. Schon an Altweiber geht es los: Um 11:11 Uhr ziehen die Kolleginnen und Kollegen vom Sozialen Dienst mit einem Bollerwagen durch die Einrichtung. Zu Karnevalsmusik verteilen sie mit Hellau und Tamtam Karamellbonbons und Chips. Jedes Jahr gibt es bei uns ein neues Motto. Da mache ich natürlich auch mit. Mit einer Büttenrede zum Beispiel. Darüber, dass Mütter zwar manchmal nervig sind – am Ende aber doch toll, weil sie es gut meinen.
Eigentlich bin ich gelernte Justizfachangestellte. Das schien mir ein sicherer Job, doch die Realität ist: Am Gericht gibt es nur befristete Verträge. Zudem arbeitet man so für sich allein die Sachen weg und hat wenig Umgang mit anderen Menschen. ‚Du musst unter Menschen!‘ sagte eine Freundin damals zu mir. Recht hatte sie.
Ich wagte einen Neustart. Nach kleinen Umwegen fand ich hier bei den Johannitern die Stelle meiner Träume. Ich bin das erste Gesicht, das man sieht, wenn man das Haus betritt. Hier bin ich für alle zuständig, bin in gutem Kontakt mit den Angehörigen und den Bewohnerinnen und Bewohnern.
‚Wir sind kein Hotel‘, sage ich immer, ‚Wir sind Familie!‘. Bei uns geht es menschlich zu. Woanders arbeiten? Das kann ich mir gar nicht mehr vorstellen! Schon gar nicht zur fünften Jahreszeit. Dann werden die Karnevalssachen herausgeholt und wer mag, kann sich verkleiden. Dann wird gefeiert, mit Ausschank und Tanz, Kaffee und Kuchen, DJ und einer Polonaise! Die Blau-Weiße Garde kommt uns sogar in der Einrichtung besuchen – ein Riesenspaß!“
Dieser Job hat mein Leben verändert – auch privat.
„‚Frag Katja, die weiß immer alles!‘ Es ist schön, diesen Satz zu hören. Als ich vor 20 Jahren hier im Johanniter-Stift angefangen habe, war das Haus gerade im Aufbau. Ich habe miterlebt, wie die ersten Bewohnerinnen und Bewohner eingezogen sind, richtig aufregend war das! Ich hatte das Glück, alles von der Pike mit aufzubauen, meine eigene Struktur zu schaffen, die bis heute besteht. Am meisten bereitet mir der Umgang mit älteren Menschen Freude. Das steckt sicher in den Genen: Ein großer Teil meiner Familie war im sozialen Bereich tätig. Mein Motto ist: Man muss es den Bewohnerinnen und Bewohnern so schön wie möglich machen. Es ist ihr letztes Zuhause, und wir wünschen es uns ja auch so im Alter. Deswegen feiern wir hier sehr gerne. Jeden Tag komme ich gerne zur Arbeit. Ich bin für alle da und habe immer ein offenes Ohr.
Ein respektvoller Umgang, das menschliche Miteinander und meine liebevolle und hilfsbereite Art – das macht mich hier aus. Dieser Job hat mein Leben verändert – auch privat. Denn vor 14 Jahren habe ich hier meinen Mann kennengelernt – an der Rezeption! Er kam als Springer in unsere Einrichtung, wir kamen ins Gespräch. Nun sind wir seit zehn Jahren glücklich verheiratet. Als wir damals vor den Altar traten, haben die Bewohnerinnen und Bewohner richtig mitgefiebert – das hat mich sehr berührt!“
Ich habe einen richtigen Ketten-Tick.
„Zuhause habe ich eine ganze Kiste mit den verschiedensten Halsketten. Ich habe einen richtigen Ketten-Tick. Egal, wo ich hinfahre, immer kaufe ich mir die ein oder andere Kette für meine Sammlung. Eine Freundin hat mir sogar Halsketten aus Afrika mitgebracht. Am liebsten hätte ich aus jedem Land auf der Welt eine! Meine Lieblinge sind die Froschketten: Ein großer, neonfarbener Frosch am Hals, einfach klasse! Ich habe eben meinen eigenen Stil. In weißer Bluse und schwarzem Rock an der Rezeption sitzen? Viel zu langweilig! Am liebsten trage ich farbige Kleider: Grün, pink oder orange – je leuchtender, desto besser. Knallige Farben versprühen einfach gute Laune, gerade wenn der Sommer kommt. Und natürlich darf eine passende Halskette nicht fehlen! Unsere Bewohnerinnen und Bewohner lieben das! ‚Katja, was hast du diesmal für eine Kette gekauft?‘ werde ich oft gefragt, wenn ich aus dem Urlaub wiederkomme."
"Meine bunten Kleider, meine Ketten, meine roten Haare – das ist, wer ich bin. Von meiner Mutter habe ich auch ein Faible für Dekoration – und für schöne Blumen. In meiner Freizeit bummle ich gern allein durchs Gartencenter und lasse mich inspirieren. Zuhause habe ich wunderschöne Duftrosen – eine ganz besondere Sorte, die ich extra bei einem Händler in Hamburg bestellt habe. Ich liebe meine Rosen! Bisher waren sie in Übertöpfen, doch vor kurzem sind wir in eine Wohnung mit Garten gezogen. Jetzt kommen die Rosen zum ersten Mal in die Erde! Ich habe sogar einen Landschaftsgärtner beauftragt, damit alles richtig schön wird. Dann kann mich so richtig austoben!“