31.07.2026 | Johanniter-Dienststelle Kempten

Wechsel an der Spitze von Lacrima Kempten

Tabea Meiler übernimmt ab August 2026 die Leitung

Tabea Meiler Foto: Angelo Galan Fotofarbik Kempten

Bei Lacrima Kempten beginnt ein neues Kapitel. Zum 1. August 2026 übernimmt Tabea Meiler die Leitung des Johanniter-Angebots für trauernde Kinder und Jugendliche. Sie folgt auf Viviana Boy, die Lacrima Kempten seit der Gründung 2024 aufgebaut und entscheidend geprägt hat. Aus privaten Gründen verlässt Viviana Boy die Johanniter. Für viele Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter ist dieser Abschied mit großer Wehmut verbunden, denn sie war über die ersten beiden Jahre das Gesicht von Lacrima Kempten.

„Mit Viviana Boy verabschiedet sich eine außergewöhnliche Persönlichkeit aus ihrer Aufgabe bei Lacrima Kempten. Sie hat mit großem Engagement, viel Herzblut und fachlicher Kompetenz eine wichtige Anlaufstelle für trauernde Kinder, Jugendliche und Familien im Allgäu geschaffen“, würdigen die Johanniter ihre Arbeit. „Wir danken ihr herzlich für ihren großartigen Einsatz und alles, was sie für den Aufbau und die Entwicklung von Lacrima Kempten geleistet hat. Durch ihre Arbeit wurde eine wertvolle Struktur geschaffen, von der viele Familien und Ehrenamtliche profitieren.“

Viviana Boy blickt dankbar auf die vergangenen Jahre zurück: „Als ich Lacrima Kempten aufbauen durfte, war es mein Ziel, einen geschützten Ort für Kinder und Jugendliche zu schaffen, an dem ihre Trauer Raum bekommt und sie mit ihren Gefühlen nicht allein bleiben. Es erfüllt mich mit großer Dankbarkeit zu sehen, wie sich Lacrima entwickelt hat und wie viele Menschen inzwischen Teil dieses Angebots sind. Ich danke allen Familien, Ehrenamtlichen, Unterstützern und Wegbegleitern, die diesen Weg mit mir gegangen sind. Ich wünsche Lacrima Kempten und allen Menschen, die dieses Angebot tragen und nutzen, für die Zukunft alles Gute.“

Neue Leitung mit umfangreicher Erfahrung in der Trauerbegleitung

Die Leitung von Lacrima Kempten übernimmt ab dem 1. August 2026 Tabea Meiler aus Waltenhofen. Die 25-Jährige bringt umfassende Erfahrungen aus den Bereichen Therapie, Pädagogik und Trauerbegleitung mit. Sie ist staatlich anerkannte Ergotherapeutin und Kinderpflegerin und befindet sich derzeit in der Ausbildung zur systemischen Beraterin für Kinder, Jugendliche und Familien. Zudem ist sie zertifizierte Trauerbegleiterin mit Zusatzqualifikationen in der Trauerbegleitung von Kindern und Jugendlichen nach dem Suizid einer nahestehenden Person sowie in kollegialen Fallbegleitungen.

Seit 2025 begleitet sie in ihrer eigenen Praxis „Herzzeit Allgäu“ in Waltenhofen Kinder und Jugendliche in ihrer Trauer.

„Ich habe mich für Lacrima entschieden, weil mir die Begleitung von Kindern und Jugendlichen in ihrer Trauer besonders am Herzen liegt“, erklärt Tabea Meiler. „Durch meine bisherige selbstständige Tätigkeit in der Einzelbegleitung habe ich erfahren, wie wichtig es ist, Menschen in schwierigen Lebenssituationen einen geschützten Raum zu geben, in dem ihre Gefühle und Bedürfnisse gesehen und verstanden werden. Gleichzeitig bietet Lacrima einen Raum, in dem es möglich ist, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen und Trost zu finden.“

Sie ergänzt: „Mir ist auch ein großes Anliegen, dass Trauer in unserer Gesellschaft mehr Raum und Verständnis bekommt und offener darüber gesprochen werden kann, um Betroffenen die richtige Unterstützung zu schenken. Ich freue mich sehr auf diese neue Aufgabe als Wegbegleiterin der Familien, um gemeinsam einen Ort zu schaffen, an dem Begegnung, Austausch und Unterstützung möglich sind.“

Lacrima Kempten – ein wichtiger Anker für trauernde Familien

Seit Anfang Februar 2024 helfen die Johanniter mit „Lacrima“ Kindern und Jugendlichen, die einen Familienangehörigen durch den Tod verloren haben. Im Mittelpunkt des Angebots stehen regelmäßige Treffen in Kinder- und Jugendtrauergruppen. Parallel zu den Kindergruppen werden die erwachsenen Begleitpersonen in Angehörigengruppen begleitet.

Die Hauptarbeit wird von engagierten Ehrenamtlichen geleistet, die für diese verantwortungsvolle Aufgabe eine spezielle Schulung im Bereich der Kindertrauerbegleitung absolvieren. Dadurch können die Heranwachsenden sehr individuell begleitet werden.

Bei Lacrima erleben Kinder und Jugendliche, dass sie mit ihrem Schicksal nicht allein sind. Sie lernen, ihre Trauer mit kreativem Ausdruck, Bewegung und hilfreichen Ritualen auf gesunde Weise zu verarbeiten und erfahren Unterstützung dabei, trotz des schweren Verlustes wieder positiv in die Zukunft zu schauen.

Das Projekt ist für alle Betroffenen kostenfrei und wird rein durch Spenden finanziert.

Lacrima Kempten wächst weiter

Lacrima Kempten wird von betroffenen Familien und Netzwerkpartnern im Allgäu sehr dankbar angenommen. Die Zahl der Teilnehmenden ist kontinuierlich gestiegen. Besonders groß ist der Bedarf bei Kindern im Alter von sechs bis zwölf Jahren, weshalb im März 2025 eine dritte Kindergruppe eröffnet wurde.

Aktuell werden 26 Kinder in drei Kindergruppen sowie parallel dazu drei Angehörigengruppen begleitet. Zusätzlich nehmen sieben Jugendliche an einer Jugendgruppe teil. Möglich wird diese Arbeit durch 23 engagierte Ehrenamtliche. Weitere zehn Ehrenamtliche befinden sich derzeit in Ausbildung.

Die Johanniter informieren regelmäßig über Möglichkeiten eines ehrenamtlichen Engagements bei Lacrima und bilden fortlaufend neue Begleiterinnen und Begleiter aus, um die Qualität und den Fortbestand des Angebots langfristig zu sichern.