Bereit für den Fall der Fälle
Ob Unwetterschäden, längerer Stromausfall oder andere schwerwiegende Ereignisse: Wer sich auf außerordentliche Notsituationen vorbereitet, schützt sich und andere.
„Niemand denkt gern daran, dass der Alltag plötzlich aus den Fugen geraten könnte“, weiß Markus Bauer, Sachgebietsleiter Bevölkerungsschutz der Johanniter in München. „Aber ob Hochwasser, der große Stromausfall in Berlin im vergangenen Winter oder die Waldbrände in diesem Sommer: Solche außerordentlichen Notlagen kommen leider auch bei uns immer wieder vor.“ Daran erinnern die Johanniter zum Internationalen Tag der Katastrophenvorbeugung am 13. Oktober. Er soll darauf hinweisen, wie wichtig die Vorsorge ist – von staatlicher Seite, aber eben auch privat.
Wer gut versorgt ist, hilft, die Lage zu entspannen
„Haltbare Lebensmittel und Wasser für ein paar Tage auf Vorrat zu haben, ist sehr hilfreich“, so Markus Bauer. „Auch eine gut sortierte Hausapotheke samt Erste-Hilfe-Material tut im Ernstfall gute Dienste. Außerdem sollten die wichtigsten Dokumente griffbereit an einem Ort liegen.“ Wenn in Extremsituationen zu viele Menschen auf einmal Unterstützung brauchen, sind die Kapazitäten der Einsatzkräfte im Rettungsdienst und Katastrophenschutz schnell erschöpft. Für die Rettungskräfte, so die Johanniter, ist es daher eine große Entlastung, nicht überall zugleich sein zu müssen. Wer vorsorgt, kann sich leichter erst einmal selbst helfen und gegebenenfalls sogar anderen beistehen. Das sorgt für Ruhe und mehr Sicherheit.
In München und dem südöstlichen Oberbayern sind die Johanniter mit mehreren Schnelleinsatzgruppen in den Katastrophenschutz eingebunden. Mit zusätzlichem Material und speziellen Fahrzeugen werden die ehrenamtlichen Einsatzkräfte alarmiert, wenn der reguläre Rettungsdienst an seine Kapazitätsgrenzen stößt. Dann betreuen sie Unverletzte, behandeln und transportieren Verletzte oder Erkrankte oder erkunden großflächige Einsatzgebiete mit Drohnen. Eine neue Facheinheit zur Behandlung von Patienten, die mit chemischen, biologischen, radiologischen oder nuklearen Gefahrenstoffen in Berührung gekommen sind, ist aktuell in Wasserburg im Aufbau. Mit speziellen Facheinheiten sorgen sie für logistische Unterstützung, für Kommunikation der Einsatzkräfte oder erkunden großflächige Einsatzgebiete mit Motorrädern und Drohnen. Ein Großteil der laufenden Kosten für den Katastrophenschutz wird durch Spenden und die Johanniter-Fördermitglieder finanziert.
- Tipps zur privaten Vorsorge gibt die Johanniter-Unfall-Hilfe auf der Website johanniter.de/allemgewachsen. Hier findet sich auch der Zugang zum kostenlosen eLearning-Kurs „Sicherheit, Vorsorge und Erste Hilfe in außerordentlichen Notlagen”. Links führen zu Infomaterialien des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.
- Ergänzend zum e-Learning-Kurs haben die Johanniter in Wasserburg kostenfreie Trainingsmodule zum Selbstschutz im Programm. Am 31. Oktober und 28. November finden beispielsweise spezielle Kurse für die Begleitung von Pflegebedürftigen im Katastrophenfall statt. Denn wenn Pflegekräfte nicht wie üblich ins Haus kommen können, sind zunächst Angehörige und Nachbarn gefragt.
- Darüber hinaus bietet das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe auf seiner Website bbk.bund.de viele weiterführende Informationen. Im Menübereich „Warnung und Vorsorge“ stehen unter anderem Materialien und Listen zum Download bereit, inklusive der Bundes-Warn-App „NINA“.
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