Angehende Notfallsanitäter aus drei fränkischen Regierungsbezirken üben gemeinsam
In 17 realitätsnahen Einsatzszenarien bereiten sich die Azubis auf den Ernstfall vor
Wenn sie ihre dreijährige Ausbildung beendet haben, dann tragen sie eine große Verantwortung – auch für Menschenleben: Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter arbeiten im Rettungsdienst und haben nach ihrem Abschluss die höchste nicht-ärztliche Qualifikation in diesem Bereich. Eine gute Ausbildung ist also Voraussetzung dafür, dass die Einsatzkräfte im Notfall Menschen optimal helfen können.
Realitätsnahe Übungen sind ein wichtiger Baustein, um sich darauf vorzubereiten. Die Regionalverbände Unter-, Mittel- und Oberfranken der Johanniter-Unfall-Hilfe luden ihre insgesamt 14 Auszubildenden deshalb zu einer gemeinsamen Übung in die Staatliche Feuerwehrschule Würzburg. Unter dem Namen „Akkon Franken“ – Akkon ist der traditionelle Funkrufname der Johanniter-Unfall-Hilfe im deutschen Rettungsdienst - warteten 17 Szenarien auf die angehenden Retter. Von Einsätzen wie einem Fettbrand im Schnellrestaurant mit vielen Beteiligten bis zu einem Sturz im Supermarkt war alles dabei. Die organisierenden Praxisanleiter aus den drei Regionalverbänden hatten sich dabei einige besonders herausfordernde Szenarien ausgedacht: So mussten die Azubis in der engen Kanalisation einen Verletzten mit Schädel-Hirn-Trauma versorgen, Personen aus einem Fahrzeug befreien, das in einen Kanal zu stürzen drohte, und gemeinsam mit der Feuerwehr beim Brand eines Wohnhauses inklusive Atemschutznotfall eingreifen.
Insgesamt waren fast 60 Personen im Einsatz: Neben den 14 Auszubildenden neun Praxisanleiter, zehn Ehrenamtliche als Mimen und im Team der realistischen Unfalldarstellung Unterfranken, dazu Einsatzkräfte der Feuerwehren Götzenreuth-Gauchsdorf und Lengfeld sowie mehrere Notärzte. Vor Ort waren außerdem drei Rettungswagen, zwei Krankentransportwagen sowie zwei Notarzteinsatzfahrzeuge, die von den Azubis in gemischt-fränkischen Teams besetzt wurden.
„Im Mittelpunkt standen neben der Patientenversorgung auch Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen Rettungsdienst, Feuerwehr und Leitstelle. Vor allem konnten unsere Nachwuchskräfte aber sehr viel für den spätere Einsatzalltag lernen und in einer geschützten Umgebung realitätsnah trainieren“, so Franziska Gumbmann, Praxisanleiterin im Rettungsdienst den oberfränkischen Johannitern.