Oberfränkisches Zentrum für trauernde Kinder feiert Zehnjähriges
Johanniter-Trauerzentrum Lacrima startete 2016 – Heute werden in Bamberg, Bayreuth, Kulmbach, Lichtenfels und Forchheim Kinder und Jugendliche betreut
Es begann 2016 mit einer Kindergruppe in der Johanniter-Kinderinsel Reckendorf, heute sind die Ehrenamtlichen von Lacrima in ganz Oberfranken im Einsatz. Das Johanniter-Trauerzentrum, das Kinder und Jugendliche betreut, die den Tod ihrer Mutter, ihres Vaters oder eines Geschwisterkindes bewältigen müssen, kann auf zehn sehr erfolgreiche Jahre zurückblicken - das wurde bei der Jubiläumsfeier in Bamberg deutlich. Mehr als 30 ehrenamtliche Trauerbegleiterinnen und Trauerbegleiter kümmern sich aktuell um sieben Gruppe in Bamberg, Bayreuth, Kulmbach, Lichtenfels und Forchheim. Sie sowie die Familien und Kinder von Lacrima waren dann auch bei der Feier die wichtigsten Gäste. Alle Redner waren sich einig: Der größte Dank geht an die ehrenamtlichen Trauerbegleiterinnen und Trauerbegleiter, ohne die ein Projekt wie Lacrima nicht möglich ist.
„Sie wirken für diese Kinder ein Leben lang“
Bambergs zweiter Bürgermeister Jonas Glüsenkamp warf einen Blick in die Zukunft: „Wenn diese Kinder mit 70, 75 auf ihr Leben zurückblicken, dann werden sie sich ganz sicher daran erinnern, welche Stütze und welcher Halt diese Arbeit, die sie machen, in dieser Lebenssituation war. Sie wirken also nicht nur heute, sondern sie wirken für diese Kinder ein Leben lang!“ Und auch Melanie Huml, Landtagsabgeordnete, betonte, wie wichtig es ist, dass Familien nach dem Tod eines Angehörigen aufgefangen werden und die Hilfe mit diesem Zeitpunkt nicht einfach endet. „Deshalb freue ich mich, dass es hier Ehrenamtliche gibt, die das abdecken. Ich finde, dass wir hier noch besser werden können, auch als Staat auch als Politik.“
Spender und Förderer spielen tragende Rolle
Mit sommerlichen Blumen würdigte Johanniter-Regionalvorstand Philipp Geus unter großem Applaus das Engagement von Lacrima-Leiterin Bernadette Sauerschell sowie ihrer Vorgängerinnen Vera Swaris und Simone Firsching. Und auch ein Dank an „Spender, Förderer und Stiftungen, die Lacrima in den vergangen 10 Jahre durch ihre finanzielle Unterstützung getragen haben“, fehlte natürlich nicht. Lacrima ist für die Familien kostenfrei, was nur durch die großzügige Unterstützung vieler Institutionen und Personen möglich ist.
Musikalische Highlights
Für tolle gemeinsame Momente während der Feier sorgten Regionalverbandspfarrer Johannes Wagner-Friedrich, der alle Gäste mit dem gemeinsam gesungenen Lied „Du, wisch mir meine Tränen ab“ zusammenbrachte, und Jonas Ochs von der Hiphop-Band Bambägga. Mit ihm erarbeiteteten die Lacrima-Kinder in kürzester Zeit einen „Freudentränen-Rap“ – den sie stolz den Gästen präsentierten. Bei der Premierenaufführung folgten alle der Aufforderung „Ich will eure Hände sehen“ und bejubelten die Lyrics der Kids. Es war wie in den Gruppenstunden: Bei Lacrima ist auch viel Patz für gemeinsamen Spaß!