Aktuelles aus Berlin/Brandenburg

Wichtige Informationen zu Krankenfahrten im Land Brandenburg

Potsdam, 15.01.2026

BAGF und Ersatzkassen führen konstruktive Gespräche zu Vergütung von Krankenfahrten Positive Entwicklung beim Verhandlungstermin am 15. Januar in Potsdam: Die in der Brandenburger Arbeitsgemeinschaft Fahrdienste (BAGF) zusammengeschlossenen Anbieter von Krankenfahrten und der Verband der Ersatzkassen (vdek) haben konstruktive Gespräche zur zukünftigen Vergütung von Krankenfahrten im Land Brandenburg geführt.

Die Anbieter von Krankenfahrten sind zuversichtlich, im weiteren Verlauf der Gespräche mit dem vdek zu einer für alle Seiten tragfähigen Lösung zu kommen. Die BAGF ist bei dem Verhandlungstermin am 15. Januar nochmal entscheidend auf den vdek zugegangen. 
Unabhängig davon konnten in den Gesprächen mit der AOK Nordost bislang keine entsprechenden Fortschritte erzielt werden. Die BAGF sieht hierfür vor allem strukturelle Gründe. 
Matthias Rudolf, Regionalvorstandsmitglied Johanniter-Unfall-Hilfe Südbrandenburg: „Wenn die AOK Nordost auf die Entgeltsteigerungen der vergangenen Jahre verweist, sagt das noch nichts darüber aus, ob diese Entgelte tatsächlich die Kosten der Fahrdienste gedeckt haben. Entscheidend ist der Vergleich mit der realen Kostenentwicklung. Während die Vergütungen in den vergangenen sechs Jahren um rund 23 Prozent gestiegen sind, lagen die Personalkostensteigerungen im gleichen Zeitraum bei durchschnittlich 58 Prozent, die Sachkosten etwa bei 41 Prozent. Diese auseinanderlaufende Entwicklung erklärt, warum die Leistungen unter den aktuellen Konditionen wirtschaftlich nicht mehr tragfähig sind.“ 

Die Vertreter der BAGF hoffen weiter, dass die AOK Nordost im Sinne der Versorgung ihrer Versicherten auf die konstruktiven Angebote der BAGF eingeht und eine weitere Zusammenarbeit ermöglicht, die für die Anbieter von Krankenfahrten wirtschaftlich tragfähig ist.

Das sagen die weiteren Verbände:

„Die AOK bringt durch ihr Preisdiktat gerade kranke und hilfsbedürftige Menschen in eine sehr belastende Situation. Seit Jahren gibt die Krankenkasse die Preise für die Anbieter von Krankenfahrten vor. Das bisherige Angebot ist schon deshalb unzureichend, weil es hinter der Steigerung des bundesgesetzlich festgelegten Mindestlohns zurückbleibt. Von den Kostensteigerungen im Sachkostenbereich ganz abgesehen. Die gemeinnützigen Hilfsorganisationen, aber auch ein großer Teil der privaten Taxiunternehmer nimmt diese Situation nun nicht mehr hin", sagt Andreas Kaczynski, Sprecher der BAGF und Vorstand des Paritätischen Brandenburg. 

Christian Hörl, Vorstandsvorsitzender DRK-Landesverband Brandenburg e.V.: „Es sollte eigentlich klar sein: Wer für medizinische Behandlungen auf Krankenfahrten angewiesen ist, sollte diese auch sorgenfrei nutzen können. Genauso sollte klar sein, dass unsere Fahrdienste Krankenfahrten nur dann flächendeckend anbieten können, wenn sie angemessen vergütet werden – und angemessene Vergütung bedeutet lediglich, dass unsere Fahrdienste wirtschaftlich auskömmlich operieren können und keine Verluste machen. Die Krankenkassen wissen, dass die Kosten für Krankenfahrten in den vergangenen Jahren unproportional zu den Vergütungssätzen gestiegen sind. Deshalb müssen diese nun endlich angepasst werden – im Sinne der nachhaltigen gesundheitlichen Versorgung der Versicherten. Allein darum geht es uns.“ 

Cindy Schönknecht, Geschäftsführerin ASB Landesverband Brandenburg e.V.: „Unsere Mitarbeitenden stehen rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr, für die Versicherten bereit und sichern zuverlässig die Durchführung von Krankenfahrten. Diese hohe Einsatzbereitschaft und Verantwortung dürfen nicht durch unzureichende Rahmenbedingungen gefährdet werden. Wir tragen nicht nur Verantwortung gegenüber den Patientinnen und Patienten, sondern ebenso gegenüber unseren Beschäftigten, die diesen Dienst täglich mit großem Engagement leisten und dafür eine ehrliche und sozial gerechte Vergütung bekommen müssen.“

Fred Meier, Vorstandsmitglied Taxiverband Berlin-Brandenburg: „Ich habe in den letzten Tagen mit zahlreichen Taxibetrieben im Land Brandenburg gesprochen. Die Aussage war immer wieder, dass die Patientenbeförderung speziell im ländlichen Raum existentiell für den Weiterbetrieb vieler Unternehmen ist. Der Ausgang der Gespräche heute mit dem vdek ist für mich ein positives Signal, das ich begrüße und gern an meine Kolleginnen und Kollegen weitergebe. Wir erwarten mit Spannung den nächsten Verhandlungstermin.“

Hintergrund:
Die Brandenburger Arbeitsgemeinschaft Fahrdienste (BAGF) ist ein Zusammenschluss von aktuell 140 Anbietern aus dem Taxigewerbe sowie den Hilfsorganisationen. Sie erbringen mit rund 1.600 Fahrzeugen in ganz Brandenburg Krankenfahrten.

Presseanfragen:
Andreas Kaczynski
Sprecher Brandenburger Arbeitsgemeinschaft Fahrdienste (BAGF)
c/o Der Paritätische Brandenburg e.V.
Tornowstraße 48, 14473 Potsdam
Mobil: 0151 12629500
krankenfahrten@paritaet-brb.de

Aktuelle, presserelevante Informationen der Brandenburger Arbeitsgemeinschaft Fahrdienste
(BAGF) finden Sie hier: https://www.asb-lv-bbg.de/bagf

Informationen der Brandenburger Arbeitsgemeinschaft Fahrdienste (BAGF)

Die Brandenburger Arbeitsgemeinschaft Fahrdienste (BAGF) ist ein Zusammenschluss von aktuell 140 Anbietern aus dem Taxigewerbe sowie den Hilfsorganisationen. Sie erbringen mit rund 1.600 Fahrzeugen in ganz Brandenburg Krankenfahrten.