Besuchsdienst

Zuhause, aber nicht allein

Viele alte und hilfebedürftige Menschen, die alleine leben, leiden an Einsamkeit und sozialer Isolation. Um der damit oft verbundenen Pflegebedürftigkeit und den gesundheitlichen Folgen vorzubeugen, wurden die Johanniter-Besuchsdienste ins Leben gerufen. Speziell ausgebildete ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, die Johanniter-Begleiter, besuchen regelmäßig die Hilfebedürftigen und bauen eine Beziehung zu ihnen auf. Sie stehen als vertraute Bezugsperson zur Seite - daheim, im Johanniter-Stift, in Pflegeeinrichtungen oder im Krankenhaus. Der Johanniter-Besuchsdienst hilft trotz Einschränkungen durch Alter oder Krankheit, das Leben so selbstständig und attraktiv wie möglich zu gestalten. Unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen begleiten Sie im Rahmen des Besuchsdienstes in gewohnter Umgebung und gestalten mit Ihnen die gemeinsame Zeit, ganz nach Ihren Bedürfnissen. Der Besuchsdienst der Johanniter schenkt Ihnen Aufmerksamkeit auf vielfältige Weise:

  • Zuhören und Reden
  • Spazierengehen
  • Vorlesen
  • Begleitung zu Veranstaltungen
  • Begleitung bei Einkäufen
  • Begleitung bei Arztbesuchen


Zur Betreuung der Senior*innen gehört für die Johanniter auch die Beratung über weitergehende Hilfen wie Pflegegeld, Tagespflege und Tagesbetreuung, Hausnotruf, Haushaltshilfen, betreutes Wohnen oder auch Betreuung für Demenzkranke.

Unseren aktuellen Flyer finden Sie HIER  als PDF zum Download.

Besuchsdienst Marburg – Johanniter ermöglichen Rollstuhl-Ausflug nach Kassel

Fotos: Miriam Julia Feuerstein/ RV Mittelhessen
Impressionen vom Ausflug nach Kassel

Marburg ▪ Der Besuchsdienst der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. in Marburg verschenkt Zeit gegen die Einsamkeit – nun war der Fahrdienst des Verbands kürzlich in besonderer Mission unterwegs:

Die Ehrenamtlichen des Besuchsdienstes Marburg kümmern sich um alte oder hilfebedürftige Menschen, um sie weiter am aktiven Leben teilhaben zu lassen und der Einsamkeit oder sozialen Isolation entgegenzuwirken. In regelmäßigen Treffen schenken sie den Besuchten das wertvolle Gut Zeit, ein offenes Ohr und bauen eine enge Beziehung zu ihnen auf.

So lief das auch bei Sabine Langhard und Margret Wimmel: Bereits seit März dieses Jahres kennen sich die ehrenamtliche Begleiterin und die ihr anvertraute Besuchsdienst-Klientin, die seit 1995 aufgrund Multipler Sklerose auf ihren Rollstuhl angewiesen ist. Gemeinsam haben sie seither in wöchentlichen Treffen bereits die heimische Gemeinde Schönstadt und Umgebung erkundet. „Wir besuchen gerne einen nahegelegenen Hofladen. Dort gibt es ein kleines Café, wo man sich bei einem selbstgebackenen Stück Kuchen und einer Tasse Tee gut unterhalten kann“, berichtet Langhard, die hauptamtlich als Tierärztin arbeitet und einen Teil ihrer freien Zeit in den Besuchsdienst der Johanniter investiert. „Durch die gemeinsamen Gespräche kam bei Frau Wimmel der Wunsch auf, mit mir einmal in ihre alte Heimat Kassel zu besuchen – was mit einem Rollstuhl natürlich nicht ganz so einfach ist. Doch die Johanniter haben uns diesen besonderen Ausflug nun ermöglicht.“

Durch Besuchsdienst-Koordinatorin Lydia Junk auf diesen Wunsch aufmerksam geworden, machte sich Fahrdienstleiter Michael Jaschke vom Regionalverband Mittelhessen der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. ausnahmsweise mit einem rollstuhlgeeigneten Kleinbus aus der Fahrzeugflotte auf den Weg nach Cölbe-Schönstadt, um dort die beiden Damen abzuholen und gemeinsam einen schönen Tag in Kassel zu verbringen. Bei bestem Oktoberwetter und sage und schreibe 24 Grad erkundete man gemeinsam die malerische Karlsaue, deren alter Baumbestand ein herrlich herbstlich-buntes Bild abgab. Gemütlich spazierte bzw. rollte man durch die Staatsparkanlage bis zur Orangerie, genoss die herbstlich warme Stimmung, machte das eine oder andere Erinnerungsfoto und kehrte dann zum Mittagessen in eine Gaststätte mit Biergarten ein, wo man sich für den Heimweg stärkte.

Mit den Worten „Vielen Dank für diesen wunderschönen Ausflugstag!“ verabschiedete man sich dankbar für die gelungene Aktion.

Weitere Informationen über den Besuchsdienst Marburg, die Fahrdienste der Johanniter und viele andere Dienste und Leistungen „Aus Liebe zum Leben“ für die Menschen in der Region findet man unter www.johanniter.de/mittelhessen.

Der Besuchsdienst Marburg freut sich über Spenden: Wir danken Ihnen von Herzen. Bitte nutzen Sie folgendes Spendenkonto:
IBAN: DE23 3702 0500 0004 3071 00
Bank für Sozialwirtschaft
Stichwort: Besuchsdienst

 

DANKE für Ihr Ehrenamt - DANKE für Ihre kostbare Zeit!

Interview: Besuchsdienst Marburg – „Geschenkte Zeit gegen die Einsamkeit“

Foto: Miriam Feuerstein/RV Mittelhessen
BU: v.l. Nina Junge und Andrea Rippich mit Koordinatorin Lydia Junk

Marburg ▪ Der Besuchsdienst der Johanniter in Marburg wird von Ehrenamtlichen geleistet, die bereit sind, einen Teil ihrer Freizeit einsamen oder sozial isolierten Menschen zu schenken.

Wir haben mit zwei ehrenamtlich im Besuchsdienst wirkenden Damen sowie Koordinatorin Lydia Junk gesprochen:

Andrea Rippich und Nina Junge verbindet dabei eine spezielle Besonderheit: Beide sind blind. Ein Umstand, der sie zwar im Alltag in manchen Belangen einschränkt, jedoch nicht davon abhält, ihr Wesen, ihre Persönlichkeit und vor allem ihr wertvolles Gut Zeit in den Besuchsdienst der Johanniter einzubringen.

Wie lange sind Sie schon ehrenamtlich (für die Johanniter) tätig und wie sind Sie auf dieses Ehrenamt aufmerksam geworden?

Nina Junge: Ich bin seit März 2022 dabei und habe aktiv im Mai im Besuchsdienst angefangen. Der Kontakt kam über die Freiwilligenagentur Marburg zustande.

Andrea Rippich: Ich bin seit über zehn Jahren ehrenamtlich tätig und mittlerweile seit rund fünf Jahren bei den Johannitern im Besuchsdienst aktiv.

Was begeistert Sie an Ihren Aufgaben?

Nina Junge: Der Austausch mit anderen Menschen, etwas Gutes tun zu können, Zeit und damit Freude zu schenken.

"Da ist Jemand, der sich für mich interessiert. Und das mit allen Sinnen.“ Nina Junge

Andrea Rippich: Das trifft auf mich ebenso zu. Man gibt den Menschen etwas und bekommt dabei so viel zurück, nicht nur Dankbarkeit, auch Wertschätzung und emotionale Nähe. Jeder Kontakt ist für beide Seiten eine echte Bereicherung. Der Besuchsdienst ist ein unkompliziertes niederschwelliges Angebot, bei dem man mit Empathie und Interesse an seinem Gegenüber schnell viel bewirken kann. Es ist letztlich jedem selbst überlassen, diese Aufgabe mit Leben zu füllen.

Erzählen Sie mal: Wie läuft so ein Besuch ab?
Nina Junge: Bei mir sind es – auch coronabedingt – bislang keine Besuche im herkömmlichen Sinne, sondern wöchentliche Telefonate, bei denen man sich austauscht. Noch sind wir in der Phase uns zu beschnuppern, aber das Ziel ist eine persönliche Begegnung im häuslichen Umfeld. Das nötige Vertrauen hierfür reift mehr und mehr – auch wenn sich meine Klientin zunächst eine anonyme Begleitung gewünscht hatte.

Andrea Rippich: Ich bin in das Projekt Besuchsdienst über das Diakoniekrankenhaus eingestiegen und dort gerne im Bereich der Geriatrie im Einsatz. Dort melde ich mich beim Stationszimmer an, und bekomme erste Informationen über Patienten, die sich vielleicht gerade einsam fühlen oder aktuell eine schlimme Diagnose verkraften müssen und womöglich gerne einen Besuch in Anspruch nehmen möchten. Dann gehe ich da einfach mal hin, sage kurz Hallo und mache ein unverbindliches Gesprächsangebot – ganz explizit ein Angebot, kein Muss. Das ist mir ganz wichtig - und keiner muss sich rechtfertigen, wenn er das nicht möchte.  

Was schätzen Sie besonders an Ihrer Arbeit?
Andrea Rippich: Neben dem direkten Kontakt mit den Menschen nehme ich sehr viel aus den Supervisionen mit, die uns Ehrenamtlichen angeboten werden. Selbst wenn man selbst gerade kein eigenes Thema zu besprechen hat, ist das Zuhören auch hier sehr bereichernd. Schön, dass auch uns in unserer Funktion ein offenes Ohr geschenkt wird. Eine tolle Kultur des Miteinanders, ohne Belehrungen und Anweisungen aber vielen aufgezeigten individuellen Möglichkeiten und Lösungsansätzen.

Nina Junge: Mir bringt der persönliche Austausch sehr viel: Man kann vom Wissen der älteren Generation profitieren und für sich selbst viel mitnehmen.
Für Klient:innen ist ein Tag sehr lang. Sie nehmen solche Gespräche daher dankend auf.

Was läuft gut im Projekt?
Nina Junge: Der Austausch untereinander, zum Beispiel mit Andrea, einem „Alten Hasen“, von ihrer Erfahrung kann man viel mitnehmen und gegebenenfalls anwenden. Je länger man jemanden begleitet, desto mehr Ansätze und Gesprächsthemen hat man. Das macht es einfacher und vertrauter.

Andrea Rippich: Lydia als Koordinatorin ist ja auch als Ansprechpartnerin da. Wenn es was zu verarbeiten gibt auf der psychosozialen Ebene, dann geht es nicht ohne. Wir bleiben mit unseren Themen nicht alleine. Ehrenamtliche erhalten Unterstützung und werden gut begleitet.

Gibt es spürbare Erfolge durch das Projekt?

Lydia Junk: Die Nachfrage steigt und es gibt sehr viele positive Rückmeldungen in Form von Danksagungen. Sei es durch die Klient:innen oder aber auch durch deren Familien, die sich für die Unterstützung bedanken. Oftmals fällt es den Besuchten leichter, sich Ehrenamtlichen zu öffnen als den emotional eingebundenen Familienmitgliedern. Alle im Besuchsdienst Tätigen unterliegen der Schweigepflicht, die Besuchten wissen, dass sie sich ihnen anvertrauen können.

„Manchmal wird das vermeintliche Handicap sogar zur großen Stärke“ (Andrea Rippich)

Andrea Rippich: Unsere „Schwäche“ des Nichtsehens kommt uns in der Begegnung mit Menschen manchmal sogar zugute, wird mir des Öfteren zurückgemeldet, denn für das erste Öffnen ist es vielen Menschen angenehm, dass ich nichts sehe und zum Beispiel die Person nicht in der Fußgängerzone wiedererkennen würde, wenn sie das nicht möchte. Die Hemmschwelle ist geringer, denn visuelle Oberflächlichkeiten spielen keine Rolle.

Wie sehen Sie die Zukunft im Besuchsdienst?

Lydia Junk: Ehrenamtliche Arbeit kostet Geld. Wir stecken viel Zeit in die Gewinnung und Betreuung unserer ehrenamtlich Mitarbeitenden, denn sie leisten einen großen Mehrwert für unsere Gesellschaft. Die allgemeine Bereitschaft, sich ehrenamtlich zu engagieren, lässt in der Gesellschaft leider nach, doch die Nachfrage wird mit Fortschreiten des demografischen Wandels weiter steigen. Wir freuen uns daher über jeden, der sich für unsere Arbeit interessiert, vielleicht selbst mitarbeiten möchte oder uns eine Spende zur Unterstützung unserer Arbeit zukommen lässt.

Vielen Dank für das Gespräch und die wertvollen Einblicke in Ihre Arbeit.

Unterstützen Sie uns mit Ihrem Ehrenamt

HIER  können Sie unseren aktuellen Besuchsdienst-Folder als PDF ansehen oder downloaden

Der Besuchsdienst der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. in Marburg verschenkt Zeit gegen die Einsamkeit

Werden Sie mit einem Ehrenamt bei den Johannitern eine wichtige Stütze für Menschen, denen es häufig an sozialen Kontakten noch fehlt.

Mit Ihrem Ehrenamt schaffen Sie die Basis, ein Stück des normalen Alltags in das Zuhause oder in eine Pflegeeinrichtung zu tragen. 

Sie tun, was professionelle Helfer nicht leisten können:

Sie verschenken Ihre Zeit und Ihre Lebenserfahrung!

  • Sie leisten einen wichtigen Beitrag gegen die Vereinsamung Ihrer Mitmenschen
  • Sie unterstützen und erhalten das Selbstwertgefühl und die Eigenkompetenz der Besuchten
  • Sie helfen dabei, Notlagen zu vermeiden und geistige Anregungen zu ermöglichen
  • Sie bereichern den Alltag der Besuchten mit Freude und Abwechslung

 

Was erhalten Sie für Ihr Engagement?

Das Ehrenamt ist trotz seiner großen gesellschaftlichen Bedeutung nicht einfach nur Aufopferung für andere. Denn ehrenamtliches Engagement wird belohnt mit Dankbarkeit, sozialen Beziehungen und dem besonderen Gefühl, etwas Gutes zu tun!

Die Ausübung eines Ehrenamtes bei der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. trägt erheblich zu einer persönlichen und gesellschaftlichen Bereicherung bei. Sie treten mit Menschen aus anderen sozialen Gruppen in Kontakt und werden mit Lebenssituationen konfrontiert, die Sie in Ihrem Amt als Ehrenamtliche wachsen lassen und das Selbstbewusstsein stärken.

Wir begleiten Sie in Ihrem Ehrenamt

Sie als ehrenamtliche Mitarbeiter*innen werden durch eine Koordinatorin während der Ausübung Ihres Ehrenamtes betreut und bei Fragen selbstverständlich unterstützt.

Auf Ihre ehrenamtliche Mitarbeit freut sich:

Lydia Junk
Koordinatorin Besuchsdienst
Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.
Dienststelle Marburg
Afföllerstraße 75
35039 Marburg

Tel. 06421-9656-28
lydia.junk(at)johanniter.de
www.johanniter.de/mittelhessen