„Das ist keine Aufgabe: Das ist eine Haltung.“
12 Teilnehmende schließen Vorbereitungskurs für ehrenamtliche Hospizbegleitende bei Ahlhorner Johannitern ab
Bilder: Ortsverband Ahlhorn
Es ist das Ende einer monatelangen Reise und der Beginn für viele letzte Reisen: In Ahlhorn wurden 12 neue Hospizbegleitende ausgebildet. Seit September haben sich die Menschen zwischen 25 und 73 Jahren auf ihr künftiges Ehrenamt vorbereitet. Elf von ihnen werden künftig ehrenamtlich bei der Johanniter-Unfall-Hilfe Ahlhorn tätig sein, eine Person wird sich bei der Hospizhilfe Wildeshausen e.V. engagieren.
Für Christiane Brod, Koordinatorin ambulanter Hospizdienst ist es immer etwas Besonderes, wenn sich Menschen für diese wichtige, fordernde, aber auch erfüllende Aufgabe entscheiden. Doch einige Dinge an diesem Qualifizierungskurs waren herausragend. Die Gruppe ist ungewöhnlich groß und vielfältig. Dass sich ein Mann, als Teil eines Ehepaares und eine sehr junge Frau für die Ausbildung entschieden haben, ist nicht alltäglich – aber wertvoll. Denn die Hospizarbeit sollte die Vielfalt in der Bevölkerung abbilden. Eine passende hospizbegleitende Person für die Menschen und ihre Familien zu finden, wird einfacher, umso bunter der Pool der Helfenden ist.
Aus den Hospitations- und Praktikumszeiten haben sich bei zwei Teilnehmenden ihre ersten Hospizbegleitungen entwickelt, weil der Kontakt so stimmig war. Die Teilnehmenden haben zunächst im Tandem mit einer erfahrenen Hospizbegleiterin die zu Begleitenden besucht. Jetzt dürfen sie diese hospizlichen Besuche selbständig weiterführen. Zwei Menschen möchten sich in der Trauerarbeit engagieren. Einige möchten in der Aufklärungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen zu den Themen Sterben, Tod und Trauer aktiv werden. Der ambulante Hospizdienst in Ahlhorn hat nun insgesamt 20 Hospizbegleitende und eine Trauerbegleiterin.
Zu den Inhalten der theoretischen Kurseinheiten zum Ausbildungsauftakt gehörten unter anderem Informationen über das Hospizkonzept, Aufgaben und Funktion hospizlich-palliativer Netzwerke, Umgang mit schwersterkrankten und sterbenden Menschen sowie ihren An- und Zugehörigen, Auseinandersetzung mit der eigenen Biografie, Hospiz- und Schweigepflicht, Rechtliches, verschiedene Trauermodelle und Kommunikation.
Abschließend folgte die Hospitationsphase in Einrichtungen wie Palliativstationen, Pflegewohngemeinschaften für Menschen mit Demenz, stationäre Hospize und Langzeitpflegeeinrichtungen, sowie einem Bestattungsinstitut.
Zur Abschlussfeier am Samstag im Ortsverband Ahlhorn erschienen neben den frischgebackenen Hospizbegleitenden und Brod auch bereits aktive Hospizbegleiterinnen, Ortsbeauftragte Marion Logemann, Dienststellenleiter Michael Schäfer undKarin Pieper, Regionalleiterin der Ländlichen Erwachsenenbildung, die die Ausbildung mitfinanziert hat. In ihrer Rede sagte Christiane Brod: „Ihr habt Euch entschieden, zu bleiben und Menschen in ihrer letzten Lebensphase zu begleiten. Da zu sein, wenn Worte fehlen. Nähe zu schenken, wenn das Leben leiser wird. Das ist keine Aufgabe: Das ist eine Haltung.“